Bad Sitter

Bad Sitter

USA 2011 - mit Jonah Hill, Ari Graynor, JB Smoove, Sam Rockwell, Erin Daniels, Max Records, Landry Bender u.a

Filminfo

Originaltitel:The Sitter
Genre:Komödie
Regie:David Gordon Green
Kinostart:31.05.2012
Produktionsland:USA 2011
Laufzeit:ca. 78 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.BadSitter.de
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Es gibt nur wenige Momente, in denen Noah (Jonah Hill) mal völlig selbstlos agiert. Etwa, wenn er seine "Freundin" Marisa (Ari Graynor) sexuell verwöhnt, in der Hoffnung, dass sie vielleicht irgendwann einmal den Gefallen erwidert. Doch ansonsten gibt es wenig, das Noah, eine Couch-Potatoe der besonders hartnäckigen Sorte, dazu bewegen könnte, einmal seine heimische Komfortzone zu verlassen. Doch in einem seltenen Anflug von Selbstlosigkeit erklärt er sich dazu bereit, die Kinder der attraktiven Mrs. Pedulla (Erin Daniels) zu hüten, die ein Blind Date für seine verzweifelte Mutter arrangiert hat, das ansonsten abgesagt werden müsste. Doch seine Hoffnung, einen entspannten Abend vor dem Fernseher verbringen zu können und dafür noch bezahlt zu werden, zerschlagen sich schnell, als er die drei Kinder kennen lernt. Der 13jährige Slater (Max Records) wird ständig von Angstattacken geplagt, die vorlaute Blithe (Landry Bender) will einfach nicht aufhören, sich zu schminken und der aus Mexiko adoptierte Rodrigò (Kevin Hernandez) liebt es, Toiletten mit Feuerwerkskrachern in die Luft zu jagen. Es ist schon schwer genug, die Drei im Haus der Pedullas unter Kontrolle zu halten. Doch als Noah einen Anruf von Marisa erhält, die ihm den längst überfälligen Sex verspricht, wenn er ihr von einem befreundeten Dealer ein wenig Kokain besorgt, entschließt er sich dazu, die Kinder in die Familienkutsche zu packen und mit ihnen in die düsterste Ecke von New York zu fahren – keine gute Idee, wie sich schon bald herausstellen wird…

Mit der Kiffer-Komödie "Ananas Express" lieferte Regisseur David Gordon Green 2008 einen echten Überraschungshit ab, der viel komödiantisches Potential offenbarte. Doch bereits dessen Nachfolger "Your Highness", der hierzulande nur auf DVD erschienen ist, konnte die Qualität seines Vorgängers nur in wenigen Momenten erreichen. War der "Ananas Express" trotz seines derben Humors noch irgendwie charmant und originell, so verließ sich "Your Highness" fast ausschließlich auf unlustigen Fäkal-Humor und platte Sexwitzchen. Da David Gordon Green aber auch bei der hoch gelobten Comedy-Serie "Eastbound and Down" seine Finger mit im Spiel hat und auch frühere Filme ("All the real Girls", "Snow Angels") viel Positives zu bieten hatten, konnte zumindest gehofft werden, dass "Your Highness" ein derber Ausrutscher war. Diese Hoffnung hat der Regisseur mit "Bad Sitter" allerdings komplett zerschlagen.

Nicht nur, dass der Humor der zum Glück recht kurzen Komödie auf unterstem Niveau liegt, bevor es zum Schluss zu einem politisch korrekten und der Derbheit der Gags nicht angemessen süßlichen Finale kommt. Die kaum amüsanten Witzchen werden dann auch noch nahezu ausschließlich von unsympathischen Charakteren serviert. Natürlich haben sie alle ihre guten Seiten, die am Ende dann auch über all die Idiotie der vorangegangenen 75 Minuten siegen. Doch unterm Strich gesehen sind Egoist Noah, Koks-Nase Marisa, die Göre Blithe oder der gestörte Checker Rodrigò keine Charaktere, mit denen man wirklich viel Zeit verbringen möchte. Max Records, bekannt aus "Wo die wilden Kerle wohnen", ist da als von Selbstzweifeln und Ängsten geplagter Slater ein wahrer Wonneproppen. Doch viel Positives kann auch dieser Figur nicht abgewonnen werden. Ein kleiner Lichtblick ist Sam Rockwell als völlig durchgeknallter Dealer. Er kann dann doch für den ein oder anderen Lacher sorgen, wobei das Ganze am Ende dann auch in völlig überdrehtem Chaos endet, was auch Sam Rockwell nicht mehr retten kann.

Es muss ja nicht immer Humor der feingeistigen Sorte sein. Manchmal macht auch derber Klamauk richtig viel Spaß und auch zotige Gags können verdammt lustig sein. Doch was hier abgeliefert wurde, ist einfach nicht lustig, sondern nur platt. Das ganze wird dann auch von den Darstellern, besonders von dem – man mag es nach diesem Film nicht glauben – Oscar-nominierten Jonah Hill, extrem gelangweilt präsentiert. Zugegeben, ich habe mich dabei ertappt, dass ich bei manchen Szenen geschmunzelt und einmal sogar richtig gelacht habe. Aber noch öfter habe ich genervt die Augen verdreht und diesen Babysitter samt seiner dämlichen Höllenbrut zum Teufel gewünscht. So sehr ich auch auf den "Ananas Express" aufgesprungen bin und so sehr ich gewillt war, über die vielen Schwächen in "Your Highness" hinweg zu sehen, diesen Fehltritt kann man David Gordon Green nur schwerlich verzeihen. Daher gilt: das Geld für diesen Babysitter können Sie sich getrost sparen!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Bad Sitter (USA 2011)"
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