Barbara

Barbara

Deutschland 2011 - mit Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Jasna Fritzi Bauer, Mark Waschke, Rainer Bock u.a

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Christian Petzold
Kinostart:08.03.2012
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 108 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.barbara-der-film.de
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Die Ärztin Barbara (Nina Hoss) merkt zu spät, dass es keine gute Idee war, einen Ausreiseantrag zu stellen. Denn im Sommer 1980 wird sie aus der Hauptstadt Ost-Berlin in ein kleines Provinzkaff an der Ostsee versetzt. Hier soll sie auf der Kinderstation des örtlichen Krankenhauses arbeiten, doch in Gedanken ist Barbara schon ganz woanders. Denn Jörg (Mark Waschke), ihr Geliebter aus dem Westen, bereitet alles für eine Flucht über die Ostsee vor. Doch bis es soweit ist, muss sich Barbara den regelmäßigen Besuchen des Stasioffiziers Schütz (Rainer Bock) aussetzten und versuchen, ihren Patienten gegenüber die angemessene Aufmerksamkeit entgegen zu bringen. Ihren neuen Kollegen gegenüber bleibt sie dagegen distanziert und unterkühlt. Der Arzt Andre (Ronald Zehrfeld) scheint sich davon allerdings nicht abschrecken zu lassen. Er bemüht sich offensichtlich um einen freundschaftlichen Kontakt zu Barbara. Doch vielleicht steckt mehr dahinter? Vielleicht ist Andre ein Spitzel, der ihre Flucht gefährden könnte. Andres einnehmende Art und der Fall der jungen Arbeiterin Stella (Jasna Fritzi Bauer) beginnen Barbaras Aufmerksamkeit zu beeinflussen und sie muss nun alles daran setzten, nicht im letzten Moment noch die Kontrolle zu verlieren…

"Barbara", für den Regisseur Christian Petzold auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde, versucht, einmal ein etwas anderes Bild des Lebens in der DDR zu zeigen, als es ansonsten gerne im Kino gezeigt wird. Ausstattung, Farben, all das soll genauso authentisch wirken, wie das ständige Gefühl von Misstrauen und die Emotionen der Protagonisten. Und das ist Petzold, seinen Darstellern und seinem Team hinter der Kamera wirklich gut gelungen. Mit großer dramaturgischer Zurückhaltung, dafür umso aussagekräftigeren Bildern zieht der Film den Zuschauer schnell in seinen Bann. Die Geschichte ist spannend und bewegend zugleich, ohne zu sehr in den üblichen Klischees zu versinken.

Getragen wird das Ganze von einer großartigen Leistung von Nina Hoss, die es schafft, dass Barbara trotz ihrer unterkühlten Art, gerade dem charmanten Andre gegenüber, nie unsympathisch wirkt. Der Zuschauer fühlt stets mit ihr, leidet mit ihr bei den demütigenden Untersuchungen und hofft mit ihr, dass ihr die Flucht gelingen wird. Diese steht allerdings nicht direkt im Mittelpunkt der Geschichte. Das zu behaupten wäre zu einseitig. Vielmehr steht die Entwicklung, die Barbara durch die Begegnung mit Menschen wie Andre und besonders Stella (wunderbar gespielt von Jasna Fritzi Bauer, bekannt aus "Ein Tick anders") durchmacht und wie dies die Sicht auf ihre eigentlich so klar definierten Ziele verändert, im Mittelpunkt der Geschichte. Und da Nina Hoss das Innenleben ihrer Figur mit einer enormen Überzeugungskraft auf die Leinwand bringt, funktioniert "Barbara" trotz kleinerer Hänger wirklich sehr gut.

Auch wenn Kameramann Hans Fromm einige wirklich einnehmende Bilder von der rauen Schönheit der Ostseeküste eingefangen hat, so stellt sich am Ende lediglich die Frage, ob man  "Barbara" wirklich im Kino gesehen haben muss. So packend gerade die Darstellung von Nina Hoss auch ist, der Gang ins Kino kann eigentlich nur ganz großen Liebhabern von anspruchsvollem Arthausdrama aus Deutschland empfohlen werden. Für alle Anderen reicht es, auf die TV-Ausstrahlung dieser in Zusammenarbeit mit dem ZDF und arte entstandenen Produktion zu warten. Dann aber gilt auf jeden Fall: sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Barbara (Deutschland 2011)"
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