Deep End – DVD

Deep End – DVD

Großbritannien/Deutschland 1970 - mit Jane Asher, John Moulder-Brown, Diana Dors, Christopher Sandford, Karl Michael Vogler u.a

Filminfo

Originaltitel:Deep End
Genre:Drama, Tragikomödie
Regie:Jerzy Skolimowski
Verkaufsstart:26.08.2011
Produktionsland:Großbritannien/Deutschland 1970
Laufzeit:ca. 89 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:Deutsch (nur beim Bonusmaterial)
Bildformat:16:9 (1.77:1)
Extras:Making of Dokumentation, Geschnittene Szene Featurette, Trailer
Regionalcode:2
Label:Koch Media
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Film: Als der 15jährige Mike (John Moulder-Brown) seinen ersten Job in einer öffentlichen Badeanstalt beginnt, verändert sich sein Leben schlagartig. Schon am ersten Tag muss er sich gegen die überaus deutlichen Avancen einer älteren Kundin (Diana Dors) wehren. Doch Mike hat nur Augen für seine Kollegin Susan (Jane Asher), die ihm fast augenblicklich den Kopf verdreht hat. Die frisch verlobte Susan fühlt sich von den Gefühlen des Jungen geschmeichelt und beginnt, mit Mike zu spielen. Doch was für sie nur ein Spaß ist, wird für Mike mehr und mehr zur Obsession – mit fatalen Folgen.

"Deep End" ist eine sehr interessante Mischung: ein polnischer Regisseur erzählt eine Geschichte aus England und hat diese vornehmlich in Deutschland gedreht. Herausgekommen ist ein einnehmendes Drama, das mit seiner mitunter fast schon surreal anmutenden Bildsprache und dem eher subtilen Humor auch vierzig Jahre nach seiner Premiere noch immer überzeugen kann. Es ist dem Film zwar deutlich anzumerken, dass Regisseur Jerzy Skolimowski, der davor u.a. mit Roman Polanski zusammen gearbeitet hatte, vom Sittenbild der ausgehenden 60er beeinflusst worden ist. Die Geschichte einer jugendlichen Obsession funktioniert aber dennoch auch vier Jahrzehnte später noch immer sehr gut.

Jane Asher, die 1970 als damalige Freundin von Paul McCartney über eine hohe Popularität verfügte, gibt überzeugend die rothaarige Femme Fatale, wobei nicht nur ihr Spiel, sondern auch die Art und Weise, wie Kameramann Charly Steinberger sie eingefangen hat, für diesen positiven Eindruck verantwortlich sind. Überhaupt ist die Bildsprache des Films und ganz besonders der geschickte Einsatz von Farben, einer der faszinierendsten Aspekte der Inszenierung. Hier lohnt es, ganz genau hinzusehen. Doch selbst mit großer Aufmerksamkeit erschließen sich viele bildliche Zusammenhänge und kleinere Details erst nach mehrmaligen Ansehen oder nach dem Studium der großartigen Dokumentation im Bonusmaterial, die dabei hilft, einige Momente besser zu verstehen und die perfekt durchdachte Inszenierung von Skolimowski auch als solche würdigen zu können.

Sicherlich, gerade das Spiel von John Moulder-Brown wirkt aus heutiger Sicht stellenweise etwas überzogen und auch die ein oder andere Szene ist inhaltlich wie filmisch zu sehr von ihrer Zeit geprägt, um auch den heutigen Sehgewohnheiten entsprechen zu können. Doch unterm Strich ist "Deep End" noch immer ein starkes Stück Kino, das bis zu seinem bitteren Ende Unterhaltung auf ganz hohem Niveau bietet. Daher gilt: für Cineasten ein Muss, für Liebhaber anspruchsvoller Unterhaltung aus den 60er und 70er Jahren auch unbedingt empfehlenswert!

Bild + Ton: In vielen Szenen sieht man dem Bild sein Alter kaum an. Zwar gibt es vereinzelt kleine Verschmutzungen, aber alles in allem ist der Schärfegrad und besonders die intensive (und inhaltlich auch wichtige) Farbgebung für einen vierzig Jahre alten Film mehr als zufriedenstellend. Auch der Stereo-Ton kann sich hören lassen, wobei die Dialoge in der englischen Tonspur etwas harmonischer ins Klanggeschehen integriert und nicht so vordergründig klingen, wie das bei der deutschen Fassung der Fall ist. Auch wenn es kleine altersbedingte Schwächen zu erkennen gibt, gibt es für die sorgfältige technische Restaurierung ein zufriedenes: Sehr gut!

Extras: Hier kann die DVD extrem auftrumpfen. Denn die 74minütige Making of Dokumentation ist alleine schon die Anschaffung der Disc wert. Hier treffen erstmals seit dem Dreh die beiden Hauptdarsteller aufeinander – einer der wichtigsten Szenen des Films entsprechend in einem Kino – und erinnern sich an den Dreh. Auch Regisseur Jerzy Skolimowski, Darsteller Christopher Sandford, der Ausstatter (ein Enkel des großen Boris Karloff) und der Cutter des Films tragen ihre Anekdoten zur Entstehung des Streifens bei. Und der deutsche Kameramann Charley Steinberger schließlich führt den Zuschauer durch das Münchener Volksbad, dem wohl wichtigsten Drehort des Kultfilms. Eine spannende, hochgradig interessante Dokumentation, die sich Cineasten auf keinen Fall entgehen lassen sollten.

Eine Art kleine Fortsetzung erfährt die Dokumentation in Form einer 12minütigen Featurette über die geschnittenen Szenen, die zwar nach vierzig Jahren nicht mehr existieren, die aber anhand von Drehbuchpassagen, Fotos und Erinnerungen wieder zusammen gesetzt wurden. Darunter befindet sich auch ein alternatives, verlängertes Ende, das allerdings die Wirkung des Finales ein wenig geschmälert hätte.

Zu diesen beiden sehr sehenswerten Dokumentationen gesellt sich noch eine animierte Bildergalerie (ca. 3 Min.) und der englische Trailer zum Film. Ein insgesamt hervorragendes Bonuspaket!

Fazit: "Deep End" ist ein auch nach vierzig Jahren noch packendes wie unterhaltsames Drama über die romantische Obsession eines zum Mann heranwachsenden Teenagers. Mit seiner Mischung aus Drama, surrealen Bildsprache und sehr speziellen Humor ist Jerzy Skolimowskis Film auch Heute noch ein sehr sehenswertes Filmvergnügen. Die DVD wartet mit einer mehr als ordentlichen technischen Umsetzung und hervorragendem Bonusmaterial auf. Daher gilt: für Cineasten und Liebhaber des Kinos der späten 60er und frühen 70er ist diese DVD ein absolutes Muss!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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