Die vierte Macht

Die vierte Macht

Deutschland 2011 - mit Moritz Bleibtreu, Kasia Smutniak, Max Riemelt, Stipe Erceg, Mark Ivanir u.a

Filminfo

Genre:Thriller
Regie:Dennis Gansel
Kinostart:08.03.2012
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 115 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.dieviertemacht-film.de
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In Moskau soll der Berliner Szenejournalist Paul Jensen (Moritz Bleibtreu) einem russischen Boulevard-Magazin neuen Schwung verleihen. Zunächst hat Paul an der Arbeit für seinen alten Mentor Alexej Onjegin (Rade Serbedzija) durchaus Spaß und lässt sich vom Moskauer Nachtleben betören. Doch als er die attraktive Katja (Kasia Smutniak) kennen lernt, gerät sein neues Leben völlig außer Kontrolle. Denn nicht nur, dass er sich in die junge Frau verliebt, er lässt sich auch zu einem politisch motivierten Nachruf überreden, der nicht nur ihn als Verfasser, sondern das gesamte Magazin in Gefahr bringen könnte. Als Katja kurze Zeit später bei einem Bombenanschlag getötet wird, wird Paul wegen Beihilfe zum Terrorismus verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Hier muss er im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hölle gehen, ahnt dabei aber nicht, dass der wahre Alptraum erst beginnt, als er wieder entlassen wird und seine Rückreise nach Deutschland bewilligt ist…

"Die vierte Macht" ist der neueste Film von "Die Welle"-Regisseur Dennis Gansel, der zuletzt versucht hatte, mit "Wir sind die Nacht" den deutschen Vampirfilm wieder salonfähig zu machen. Nun also wagt sich der Filmemacher an einem vielschichtigen Politthriller und legt dabei ein ähnliches Resultat vor, wie bei seinem Vampirfilm: die Intentionen sind hoch, die visuelle Umsetzung sehr gut, doch inhaltlich ist das Ganze ein wenig zu überfrachtet und blutleer, um wirklich fesseln zu können.

Keine Frage, Gansel gelingt es sehr gut, eine von Paranoia und allgegenwärtiger Bedrohung dominierte Atmosphäre aufzubauen, die er mit einigen extrem starken Szenen untermauert. Ob eine gewaltige Explosion gleich zu Beginn des Films, der Bombenanschlag in der Moskauer U-Bahn oder die beklemmende Atmosphäre in dem Gefängnis, all das sind erstklassig umgesetzte Aspekte eines sehr ambitionierten Politthrillers. Mit wirklich guten Leistungen von den Darstellern, ganz gleich ob Moritz Bleibtreu, Max Riemelt oder Kasia Smutniak, schafft es Gansel immer wieder, den Zuschauer an das Geschehen zu fesseln.

Doch leider, und das ist die große Schwäche des Films, lockert Gansel diese Fesseln zu oft, indem er die Handlung einfach zu sehr verbaut und sich in scheinbaren Nebensächlichkeiten verliert. Dass es in der Geschichte an sich keine Nebensächlichkeiten gibt, spielt dabei keine große Rolle, denn wann der Zuschauer erst begreift, wie die einzelnen Teile der Geschichte zusammen hängen, dürften selbst hartgesottene Thrillerfans das Interesse verloren haben. "Die vierte Macht" ist weit davon entfernt, ein schlechter Film zu sein. Dafür stimmen einfach zu viele der Zutaten. Doch es bleibt am Ende einfach das ungute Gefühl, als habe Gansel etwas zu überambitioniert versucht, zu viel in die Geschichte hinein zu packen, so dass das Endergebnis überfrachtet, überzogen und dadurch auch für den Zuschauer nur wenig nachvollziehbar wirkt.

Atmosphärische Bilder, gute Darsteller und einige sehr gut umgesetzte Spannungsmomente sorgen aber immerhin dafür, dass der Film den Zuschauer am Ende immerhin nicht völlig gelangweilt aus dem Kino entlässt und daher Liebhabern von mit ein wenig Action versetzten Politthrillern durchaus noch empfohlen werden kann.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Die vierte Macht (Deutschland 2011)"
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