Huhn mit Pflaumen

Huhn mit Pflaumen

Frankreich/Deutschland/Belgien 2011 - mit Mathieu Amalric, Edouard Baer, Maria de Medeiros, Chiara Mastoriani, Eric Caravaca u.a

Filminfo

Originaltitel:Poulet aux Prunes
Genre:Drama, Tragikomödie, Romantik
Regie:Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud
Kinostart:05.01.2012
Produktionsland:Frankreich/Deutschland/Belgien 2011
Laufzeit:ca. 91 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.huhn-mit-pflaumen.de
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Teheran im Jahr 1958: der Geiger Nasser Ali Khan (Mathieu Amalric) verzaubert seit Jahren die Menschen mit seiner Musik. Seit er sich unglücklich in die schöne Irane (Golshifteh Farahani) verliebt hatte, verfügt sein Spiel über eine ganz besondere Note, die seine Zuhörer direkt ins Herz trifft. Doch da sich seine Liebe nie erfüllt hat und Nasser stattdessen unglücklich mit der ihn hingebungsvoll liebenden Lehrerin Faringuisse (Maria de Medeiros) verheiratet ist, kann sein Leben nicht wirklich als glücklich bezeichnet werden. Als bei einem Ehestreit seine geliebte Geige, die er vor Jahrzehnten von seinem Lehrer (Didier Flamand) geschenkt bekommen hatte, zu Bruch geht, bricht auch das Herz des Musikers endgültig. Alle Versuche, das Instrument zu ersetzen, schlagen fehl. Daher legt sich Nasser in sein Bett und beschließt zu sterben. Und während er auf den Tod wartet, blickt er auf sein sehr bewegtes Leben voller unerfüllter Leidenschaften zurück…

Mit "Huhn mit Pflaumen" legen Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud den Nachfolger zu ihrem mehrfach preisgekrönten Animationsfilm "Persepolis" vor. Wie dort liegt der Geschichte auch hier wieder eine Comicvorlage zugrunde. Die Graphic Novel von Marjane Satrapi wurde dieses Mal allerdings nicht als Trickfilm inszeniert. Es gibt zwar kurze Animationssequenzen, doch eigentlich ist "Huhn mit Pflaumen" ein in seiner sehr speziellen Inszenierung fast schon märchenhaft anmutender Realfilm, der seine an sich eher einfache Geschichte in mitunter faszinierend schönen Bildern erzählt.

Zunächst fällt es dem Zuschauer dabei eher schwer, echte Sympathien zu Nasser aufzubauen. Nicht nur, dass seine Besessenheit nach dem perfekten Klang beinahe schon verrückt wirkt, auch sein Verhalten seiner Ehefrau gegenüber, die ihn wirklich liebt, ist ungerecht und gemein. Doch je mehr man über sein Leben und besonders über seine unerfüllte Liebe erfährt und begreift, warum für ihn der ganz spezielle Klang seiner Geige so wichtig war, steht Nasser in einem ganz anderen Licht da.

Mal sehr melancholisch, mal erfüllt von bissigem Sarkasmus und cleverem Witz, lebt "Huhn mit Pflaumen" in erster Linie von seiner unkonventionellen, sehr verspielten Inszenierung. Denn wann immer der Zuschauer Gefahr läuft, sich über den Sinn der Geschichte zu wundern, kommt der Film mit neuen phantasievollen Einfällen daher, die einen sofort wieder in den Bann ziehen und jeden Zweifel an der Geschichte vergessen lassen.

So hinterlässt auch der neue Film des gefeierten Regieduos einen nachhaltigen Eindruck. Dieser ist zwar nicht ganz so stark, wie es bei "Persepolis" der Fall gewesen ist. Dafür war der autobiografische Trickfilm einfach zu herausragend und besonders. Doch die Art und Weise, in der Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud hier die Geschichte einer unerfüllten Liebe erzählen und zeigen, wie das leid einer einzelnen Person durch die Kunst viele andere Menschen glücklich machen kann, ist so originell, bildgewaltig und fantasievoll, dass da nur ein mögliches Urteil möglich bleibt: für Liebhaber kunstvoller Programmkinokost absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Huhn mit Pflaumen (Frankreich/Deutschland/Belgien 2011)"
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