John Carter – Zwischen zwei Welten 3D

John Carter – Zwischen zwei Welten 3D

USA 2011 - mit Taylor Kitsch, Lynn Collins, Mark Strong, Ciarán Hinds, Willem Dafoe u.a

Filminfo

Originaltitel:John Carter
Genre:Sci-Fi, Abenteuer, Action, Fantasy
Regie:Andrew Stanton
Kinostart:08.03.2012
Produktionsland:USA 2011
Laufzeit:ca. 132 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.disney.de/johncarter
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Vor genau 100 Jahren, also im Jahr 1912, erblickte die von "Tarzan"-Schöpfer Edgar Rice Burroughs (1875 – 1950) erdachte Figur des John Carter das literarische Licht der Welt. In 15 Geschichten erlebte Carter seine Abenteuer auf dem Planeten Barsoon, besser bekannt als Mars, die später auch in Comicform weiterentwickelt wurden. Obwohl "John Carter" das Science Fiction Genre maßgeblich geprägt hat und als Inspirationsquelle für Werke wie "Flash Gordon" und die "Star Wars" Reihe gilt, scheiterten bislang alle Versuche, die Welt von Barsoon auf die große Leinwand zu bringen – von dem arg trashigen Werk "Princess of Mars" mit der ehemaligen Pornoqueen Traci Lords einmal abgesehen. Doch nun hat sich "Findet Nemo"-Regisseur Andrew Stanton der Materie angenommen und legt mit "John Carter – Zwischen zwei Welten" sein Realfilmdebüt vor. Das Ergebnis ist unterhaltsam, aber ein bahnbrechendes Sci-Fi Epos sollte nicht erwartet werden.

Die Geschichte beginnt auf der Erde, wo der Soldat John Carter (Taylor Kitsch) im amerikanischen Bürgerkrieg seinen Dienst an der Waffe quittieren möchte. Da dies seinem vorgesetzten Kommandanten so gar nicht gefällt, befindet sich Carter nun auf der Flucht. Als er sich dabei in einer Höhle versteckt, wird er durch ein mysteriöses Portal auf einen fremden Planeten transportiert. Hier auf Barsoon, der auf der Erde als Mars bekannt ist, wird John in einen kriegerischen Konflikt zwischen den verschiedenen Völkern verwickelt, der über die Zukunft des Planeten entscheiden wird. An der Seite der kämpferischen Prinzessin Dejah Thoris (Lynn Collins) zieht Carter in den Kampf gegen den von den allmächtigen Therns kontrollierten König von Zodanga (Dominic West), wobei er auch Hilfe von dem grünen Thark Tars Tarkas und dem hundeähnlichen Calot Woola bekommt. Doch ob ihn ein Sieg über die Therns auch eine Rückkehr zur Erde ermöglichen wird, steht noch in den Sternen…

"John Carter" ist große Unterhaltung, keine Frage. Popcornunterhaltung mit hohem Schauwert, tollen Effekten und einer fantasievollen Geschichte. Doch hinsichtlich der Tatsache, welchen Einfluss die literarische Vorlage auf das Science-Fiction Genre gehabt hat, hätte man sich auch von der Leinwandadaption etwas mehr innovative Einfälle und originellere Dramaturgie erwartet. Denn der Film wirkt wie eine Kollage aus unterschiedlichen Vertretern des Genres, ganz besonders von den "Star Wars" Prequels, aber auch von "Stargate" oder "Avatar". Sicherlich, es kann jetzt argumentiert werden, dass "John Carter" zuerst da war, denn schließlich hat das Grundgerüst der Story nun schon 100 Jahre auf dem Buckel. Doch gerade weil die Vorlage inzwischen nicht mehr über den Bekanntheitsgrad verfügt, wie die Filme und Geschichten, die durch sie inspiriert worden sind, hätten der Verfilmung ein paar neue Impulse durchaus gut getan.

Doch das, was sich wie fehlende Originalität anfühlt, ist nicht das eigentliche Problem des Films. Schließlich gibt es in jedem Genre immer wieder Werke, die lediglich Altbekanntes durchkauen und dennoch gut funktionieren. Nein, das, was den Unterhaltungswert des Science-Fiction Epos deutlich schmälert ist die Tatsache, dass sich die Geschichte einfach viel zu ernst nimmt. Es fehlt dem Film an Humor, Ironie und einfach Spaß. Sicherlich, die Welt von Barsoon sieht gut aus, die Wesen sind extrem gut animiert und gerade der liebenswerte Woola sorgt auch für einige gute Lacher. Doch insgesamt wird das Geschehen doch von bedeutungsschwangeren Blicken und schwermütigen, etwas hölzern anmutenden Dialogen dominiert. Und damit fehlt dem Film genau das, was aus guter Unterhaltung ein tolles Kinoerlebnis macht.

Auch wenn das nun so klingen mag, als wäre "John Carter" kein guter Film, so kann doch mit gutem Gewissen gesagt werden, dass dies nicht der Fall ist. Von der guten Eingangssequenz bis zum Finale, das eine Fortsetzung geradezu herauf beschwört, gibt es kaum einen Moment der Langweile. Die Darsteller, allen voran Taylor Kitsch ("The Bang Bang Club", "X-Men: Wolverine") geben ihr Bestes, um gegen die etwas gestelzten Dialoge anzukämpfen. Und gerade in den Actionsequenzen verfügt der Film, ganz gleich ob in 2D oder (dem gut umgesetzten) 3D, über einen extrem hohen Schauwert. Doch es fehlt eben der zündende Funke, der dafür sorgt, dass man als Fan von Fantasy- und Science-Fiction-Kino funkelnde Augen bekommt und vor Freude breit grinsen muss.

"John Carter – Zwischen zwei Welten" hat Potential, der gute Start von einem sehr guten Franchise zu werden. Dafür müssten die Macher allerdings beim nächsten Film etwas weniger ernsthaft zur Sache gehen, den Unterhaltungswert steigern und den Held vielleicht etwas selbstironischer daher kommen lassen. Wer nicht mehr erwartet, als ein ordentliches Science-Fiction Abenteuer mit einigen guten (aber auch einigen etwas enttäuschenden) Effekten, wer nicht davon ausgeht, dass Barsoon auch nur ansatzweise so faszinierend vielfältig ist, wie Pandora, und wer sich nicht an den nicht gerade preisverdächtigen Dialogen stört, der wird beim ersten Abenteuer von "John Carter" auf dem Mars sicherlich zwei kurzweilige Kinostunden verbringen können. Kein Meilenstein, aber trotzdem absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "John Carter – Zwischen zwei Welten 3D (USA 2011)"
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