Lady Vegas

Lady Vegas

USA/Großbritannien 2012 - mit Rebecca Hall, Bruce Willis, Catherine Zeta-Jones, Joshua Jackson, Vince Vaughn u.a

Filminfo

Originaltitel:Lay the Favorite
Genre:Komödie, Drama
Regie:Stephen Frears
Kinostart:19.07.2012
Produktionsland:USA/Großbritannien 2012
Laufzeit:ca. 96 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.ladyvegas-film.de/
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Stephen Frears, Regisseur von so wunderbaren Filmen wie "Die Queen", "High Fidelity", "Gefährliche Liebschaften" oder zuletzt "Immer Drama um Tamara", begibt sich bei seinem neuesten Werk in die Welt der Wettbüros von Las Vegas. Basierend auf wahren Ereignissen die Beth Raymer in ihrem autobiografischen Buch "Lay the Favorite" verarbeitet hat, erzählt die Komödie von der Landpomeranze Beth (Rebecca Hall), die ihren Job als Stripperin in Florida aufgibt und mit einem großen Traum in die Spielermetropole Las Vegas kommt: sie will Kellnerin in einer schicken Cocktailbar werden. Doch obwohl dieser Traum nicht in Erfüllung geht, scheint Beth doch schnell den Jackpot geknackt zu haben: sie ergattert einen Job beim Profi-Zocker Dink (Bruce Willis), der in Beths hervorragendem Zahlengedächtnis eine echte Bereicherung für sein Wettbüro sieht. Bald schon gehört Beth fest zum Sportwettenmilieu der Stadt, doch das Glück ist wie bei den meisten Menschen in Vegas auch für sie nicht von Dauer. Denn als Dinks eifersüchtige Frau Tulip (Catherine Zeta-Jones) befürchten muss, dass zwischen ihrem Mann und seiner neuesten Mitarbeiterin etwas läuft, spricht sie ein Machtwort und Beth sitzt wieder auf der Straße. Doch so leicht gibt Beth nicht auf. Mit dem charmanten Jeremy (Joshua Jackson) geht sie nach New York, wo sie anfängt, für Dinks Konkurrenten Rosie (Vince Vaughn) zu arbeiten. Keine gute Idee, wie sich schon bald herausstellt…

"Lady Vegas" kann besonders mit seinen Darstellern und den von ihnen verkörperten Charakteren punkten. Rebecca Hall, bekannt aus Filmen wie "Frost/Nixon" oder Woody Allens "Vicky Cristina Barcelona", ist als lebensfrohe Beth, die zwar hoch intelligent, gleichzeitig aber auch extrem naiv ist, einfach hinreißend. Mag sein, dass ihre etwas überdrehte Art einigen Zuschauern leicht auf die Nerven gehen kann, aber gerade im Vergleich zu ihren sonstigen Rollen bietet Hall hier eine sehr erfrischend andere Darstellung, die ihr sichtlich viel Spaß gemacht hat. Auch Bruce Willis, der in den letzten zwei Jahren eher auf kleinste Nebenrollen reduziert worden ist, darf hier als eigentlich gutmütiger, aber von etlichen Neurosen geplagter Dink endlich wieder einmal etwas mehr von seinem komödiantischen Talent zeigen. Und Catherine Zeta-Jones schließlich erfreut mit einer recht selbstironischen Rolle, die im Verlauf des Films eine überraschende Wandlung durchmacht.

Die übrigen Darsteller, ob Vince Vaughn, Laura Prepon ("Die wilden Siebziger") oder "Fringe"-Star Joshua Jackson, kommen daneben zwar etwas arg kurz, hinterlassen aber auch allesamt einen sehr positiven Eindruck. Das kann allerdings über das Drehbuch nur bedingt gesagt werden. D.V. DeVincentis, der mit Frears bereits bei "High Fidelity" zusammen gearbeitet hatte, hat offensichtlich versucht, möglichst viele Aspekte des Buchs in die Geschichte hinein zu packen. Die Vermischung aus mal komödiantischen, mal dramatischen Aspekten, funktioniert dabei nicht immer, ist aber nicht das eigentliche Manko des Films. Dies ist eher der komplett überfrachtete Anfang, der den Zuschauer lange darüber im Unklaren lässt, was ihm der Film nun eigentlich erzählen möchte.

Die Einführung in die Welt der professionellen Sportwetten mag auf dem Papier funktioniert haben. Für Zuschauer, die mit der Materie aber komplett unvertraut sind, sind das Ganze im Film aber wohl bis zum Ende böhmische Dörfer. Da alle hilfreichen Informationen in ein paar schnell heruntergekurbelte Dialoge zu Beginn des Films gepackt sind, bleibt zu viel im Unklaren, als dass man dem Geschehen mehr als nur oberflächlich folgen könnte. Und genau dieser Eindruck hält sich dann auch bis zum Ende: das Ganze ist nett, aber eben sehr oberflächlich. Es macht Spaß, dem gut aufgelegten Ensemble zuzusehen, doch ein bleibender Eindruck will sich einfach nicht einstellen. Und das ist aufgrund des immer wieder durchscheinenden Potentials verdammt schade.

Wenn DeVincentis einen anderen Weg gefunden hätte, um die nicht unwichtigen Hintergründe verständlich in die turbulente Geschichte einzuarbeiten und wenn Frears einen etwas klareren Ton für seine Inszenierung gewählt hätte, dann hätte "Lady Vegas" ein ganz wunderbares Kinovergnügen werden können. So aber ist das Ganze immer noch kein schlechter Film, aber eben auch nicht mehr als eine eher leichte, nicht gerade denkwürdige Komödie, die weit hinter ihren Möglichkeiten zurück bleibt. Nicht umwerfend, aber immerhin gerade noch sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Lady Vegas (USA/Großbritannien 2012)"
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