Sherlock Holmes: Spiel im Schatten

Sherlock Holmes: Spiel im Schatten

USA 2011 - mit Robert Downey Jr., Jude Law, Jared Harris, Noomi Rapace, Stephen Fry, Kelly Reilly u.a

Filminfo

Originaltitel:Sherlock Holmes – A Game of Shadows
Genre:Abenteuer, Thriller, Komödie, Action
Regie:Guy Ritchie
Kinostart:22.12.2011
Produktionsland:USA 2011
Laufzeit:ca. 128 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.SherlockHolmes-SpielimSchatten.d
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Auch wenn Guy Ritchies erste Neuinterpretation von Sir Arthur Conan Doyles "Sherlock Holmes" mit der klassischen Vorlage nur wenig gemein hatte und aus dem Meisterdetektiv einen erstklassigen Actionheld gemacht hat, kam diese Version bei den Kinozuschauern extrem gut an. Über 500 Millionen Dollar konnte der Film weltweit einspielen, was mit Sicherheit auch an der wunderbaren Darstellung des Detektivs durch Robert Downey Jr. lag. Eine Fortsetzung war daher schnell beschlossene Sache. "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" gehört dabei zu einem der seltenen Fälle, bei denen der zweite Teil dem Erstling in vielerlei Hinsicht deutlich überlegen ist.

In seinem neuen Abenteuer bekommt es Holmes mit einem wirklich ernstzunehmenden Gegner zu tun. Überall auf der Welt kommt es zu Todesfällen, Bombenanschlägen und Skandalen, die auf den ersten Blick in keinen Zusammenhang stehen, allesamt aber den Weltfrieden destabilisieren. Und hinter all diesen Ereignissen scheint der gerissene wie skrupellose Professor Moriarty (Jared Harris) zu stecken. Als Holmes dem groß angelegten Komplott auf die Schliche kommt, gerät nicht nur er in Gefahr. Moriarty will dem Meisterdetektiv zeigen, dass mit ihm nicht zu spaßen ist, indem er Dr. Watson (Jude Law) und seine frisch angetraute Mary (Kelly Reilly) auf dem Weg in ihre Flitterwochen umbringen lässt. Doch Holmes kann den Anschlag verhindern und macht sich gemeinsam mit Watson daran, Moriartys Pläne zu durchkreuzen. Mit Hilfe der Zigeunerin Sim (Noomi Rapace) und mit Unterstützung von Sherlocks Bruder Mycroft (Stephen Fry) soll dem Professor das Handwerk gelegt werden. Doch der ist seinen Widersachern scheinbar immer einen Schritt voraus…

Dass "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" besser funktioniert, als sein Vorgänger, mag daran liegen, dass der Zuschauer hier genau weiß, was ihn erwartet. Litt Teil 1 mitunter noch darunter, dass sich viele Sherlock Holmes Fans einen eher klassischen Umgang mit dem Stoff erwartet hatten und sich mit Ritchies Interpretation des Stoffes eher schwer anfreunden konnten, gibt es jetzt keine bösen Überraschungen mehr. Erneut wird der berühmte Spürsinn des Meisterdetektivs mit moderner Action und explosiven Spezialeffekten zu einem sehr unterhaltsamen Ganzen vermischt, das nicht nur Spannung, sondern auch verdammt viel Humor zu bieten hat.

Ein weiterer Grund für das bessere Abschneiden der Fortsetzung ist, dass der Gegner interessanter ist. Professor Moriarty ist im Sherlock Holmes Universum einfach der ultimative Bösewicht und Jared Harris ("Mad Men") verkörpert die eiskalte Boshaftigkeit des grausamen Genies mehr als überzeugend. Neben Harris gibt es noch zwei weitere Neuzugänge zur Besetzung. Da wäre zum einen die aus der "Millennium"-Trilogie als Lisbeth Salander bekannt gewordene Noomi Rapace, die sich in ihrer ersten internationalen Großproduktion mit einer eher undankbaren Rolle zufrieden geben muss. Nicht nur, dass die Erwartungen an Rapace nach ihrer großartigen Leistung in den schwedischen Stieg Larsson Verfilmungen enorm hoch sind, so dass es ohnehin fast unmöglich war, diese zu erfüllen. Zudem ist die Figur der Zigeunerin Sim nicht interessant und stark genug, um neben dem Zweiergespann Holmes/Watson und dem doch sehr viel charismatischeren Professor Moriarty besonders auffallen zu können. Rapace liefert eine solide Leistung ab, keine Frage. Doch es darf bezweifelt werden, dass der Film sehr viel an Qualität verloren hätte, wenn er ohne Sim hätte auskommen müssen.

Eine echte Bereicherung dagegen ist Stephen Fry als Mycroft Holmes, der mit seinen kurzen, aber extrem exzentrischen Auftritten für einige sehr gute Lacher sorgt und damit sogar Robert Downey Jr. ein kleines Bisschen die Schau stiehlt. Von den Darstellern, die im ersten Teil bereits mit an Bord waren, hinterlässt eigentlich nur Kelly Reilly einen bleibenden Eindruck, da ihre Rolle dieses Mal groß genug ist, um wirkliche Bedeutung zu haben. Rachel McAdams dagegen ist, trotz einer großartigen Szene, einfach zu kurz dabei, um am Ende noch im Gedächtnis zu sein und Eddie Marsan läuft, obwohl im Abspann sehr prominent erwähnt, als Inspector Lestrade eigentlich nur einmal kurz durchs Bild und liefert damit eigentlich nur einen netten kleinen Cameo-Auftritt ab.

Doch zurück zu den Gründen, die aus "Spiel im Schatten" den besseren der (bislang) beiden "Sherlock Holmes" Filme von Guy Ritchie machen. Der letzte Grund ist die Tatsache, dass die Geschichte an mehreren verschiedenen Locations spielt. Neben London sind Holmes und Watson auch in Frankreich, Deutschland und der Schweiz unterwegs. Und das sorgt für visuelle Abwechslung und einige sehr aufwendige Sets, die dem Film einen extrem hohen Schauwert verleihen. In Sachen Action legt Teil 2 auch noch eine Schippe drauf. Inszeniert ist diese aber genau so, wie das schon im ersten Film der Fall war. Gerade die Zweikämpfe bedienen sich dabei gerne extremer Zeitlupe, was für so manch spektakuläres Bild sorgt.

So kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass auch "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten", wie schon sein Vorgänger, gute Popcorn-Unterhaltung mit einem großartigen Robert Downey Jr. und von offensichtlicher Spiellaune angetriebenen Nebendarstellern bietet. Wer Actionkino der unterhaltsameren Art sucht und sich nicht an der sehr freien Interpretation des klassischen Stoffes stört, der sollte sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten (USA 2011)"
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