Take Shelter

Take Shelter

USA 2011 - mit Michael Shannon, Jessica Chastain, Katy Mixon, Shea Whigham, Kathy Baker u.a

Filminfo

Originaltitel:Take Shelter
Genre:Drama, Mystery
Regie:Jeff Nichols
Kinostart:22.03.2012
Produktionsland:USA 2011
Laufzeit:ca. 125 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.takeshelter-film.de
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Curtis LaForche (Michael Shannon) führt mit seiner Frau Samantha (Jessica Chastain) und ihrer gemeinsamen Tochter Hannah ein bescheidenes aber zufriedenes Leben in einer Kleinstadt in Ohio. Obwohl die junge Familie um jeden Cent hart kämpfen muss, blicken sie glücklich und zufrieden in die Zukunft. Doch dann wird Curtis immer wieder von düsteren Alpträumen heimgesucht, in denen er einen apokalyptischen Sturm aufziehen sieht. Was er zunächst als verstörenden Traum abtut, nimmt bald immer mehr Besitz von seinem Verstand. Curtis ist überzeugt davon, dass dieser Sturm kommen wird und er seine Familie beschützen muss. Und so beginnt er im Garten einen alten Schutzbunker auszubauen. Während die Visionen immer beängstigender werden, wird auch Curtis` Verhalten immer obsessiver. Seine Umwelt ist davon zunehmend irritiert und selbst Samantha beginnt, sich verängstigt von ihrem Mann abzuwenden. Doch an Curtis` Überzeugung über die nahende Apokalypse ändert das Nichts…

"Take Shelter" ist ein Drama, an dem sich die Geister scheiden werden. Für die Einen (und da zähle ich mich eindeutig dazu) ist das Ganze ein großartiges Werk, das mit faszinierenden Bildern und starken Darstellerleistungen lange im Gedächtnis bleibt. Für die Anderen ist der Film aufgrund seiner sehr getragenen Erzählweise und extrem langen Einstellungen einfach nur langweilig. Man muss sich auf den Film als Ganzes, auf seine Inszenierung, das bedeutungsschwangere Spiel der Darsteller und auf die Geschichte, einlassen und das dürfte nicht Jedem gelingen. Doch wer sich gerne auch mal an etwas sperrigere Kost heran wagt, der wird sich vielleicht auch in der Geschichte und ihren Bildern verlieren können.

Wenn von den Bildern die Rede ist, dann sind natürlich in erster Linie die apokalyptischen Visionen von Curtis gemeint. Ob es nun ein zerstörerischer Wirbelsturm oder sich arg merkwürdig benehmende Vogelschwärme sind, diese Szenen sind visuell absolut faszinierend umgesetzt. Mit für eine kleine Produktion wie diese sehr guten Effekten und einer großartigen Kameraarbeit überträgt sich die bedrückende Schwere der Visionen schnell auch auf den Zuschauer, wobei die Bilder gleichzeitig auch von einer fast schon hypnotischen Schönheit sind, die sich wirklich nachhaltig ins Gedächtnis brennt. Ganz gleich, was man gerade vom Finale halten mag, gerade die letzte Einstellung des Films ist rein visuell gesehen einfach großartig.

Michael Shannon, der zur Zeit auch in der von Martin Scorsese produzierten Serie "Boardwalk Empire" glänzt, verkörpert das langsame Abgleiten in den vermeintlichen Wahnsinn absolut überzeugend und auch wenn das Ganze gegen Ende hin an Intensität ein wenig nachlässt, gehört seine Darstellung zu den Aspekten, die "Take Shelter" zu einem so beeindruckenden Film machen. Allerdings gilt auch hier wieder: man muss sich darauf einlassen können, denn ansonsten wirkt Shannons Spiel eventuell ein wenig überzogen und nervig.

Nach über zwei Stunden gibt es natürlich einige offene Fragen, allen voran die, was das Ganze eigentlich soll. Ist die Geschichte ein Synonym für eine Gesellschaft, die durch die Medien vermehrt in Angst versetzt wird? Soll das Gefühl vieler Amerikaner, dass nur sie selber ihre Familie beschützen sollten und können, versinnbildlicht werden? Oder geht es vielleicht einfach um Glauben? Um Paranoia? Oder darum, dass Familien allen Widerständen trotzen und als letzte Bastion gegen eine zerfallende Gesellschaft bestehen sollten?  Es gibt viele Arten, wie der Film und ganz besonders sein Finale gedeutet werden könnte. Und was die Einen erfreuen und zu nachhaltigen Diskussionen anregen wird, wird die Anderen wiederum in ihrer Überzeugung der Sinnlosigkeit des Ganzen bestätigen.

Wer sich nicht daran stört, wenn ein Regisseur mitunter sehr heftig auf die Bremse tritt, wenn ein Film mehrere Deutungsmöglichkeiten zulässt und wenn so manche Szene lediglich aus schwermütigen Blicken besteht, der sollte sich dieses apokalyptisch angehauchte Drama alleine aufgrund der tollen Darsteller und der faszinierenden Bilder nicht entgehen lassen. Wer dagegen etwas Tempo und eine eher gradlinige Geschichte braucht, um sich gut unterhalten lassen zu können, der wird vor diesem Film garantiert Schutz suchen müssen. Daher ist meine persönliche Empfehlung auch dieses Mal mit besonderer Vorsicht zu genießen: absolut sehenswert!!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Take Shelter (USA 2011)"
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