The first Rasta

The first Rasta

Frankreich 2010 - mit Leonard Percival Lowell u.a

Filminfo

Originaltitel:La premier rasta
Genre:Dokumentarfilm
Regie:Hélène Lee & Christophe Farnarier
Kinostart:26.04.2012
Produktionsland:Frankreich 2010
Laufzeit:ca. 85 Min.
Webseite:www.facebook.com/TheFirstRasta
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Bei dem Begriff Rastafari denken die Meisten wohl zwangsläufig an Reggae-Musik, Bob Marley, Dreadlocks und an den Genuss von Marihuana. Doch von der Religion, die eigentlich hinter dem Begriff steckt, und von deren Ursprüngen wissen gerade hierzulande wahrscheinlich die Wenigsten. Die Journalistin Hélène Lee, die sich seit langem intensiv mit der Rasta-Kultur auseinandersetzt und sich im Laufe der Jahrzehnte einen entsprechend angesehenen Ruf erarbeitet hat, versucht nun mit ihrer Dokumentation "The first Rasta" nachzuzeichnen, wie sich im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunächst auf Jamaika eine neue Weltanschauung entwickelt hat, die sich dann auf der ganzen Welt ausbreiten konnte.

Um dies zu erreichen, zeichnet Lee den Lebensweg von Leonard Percival Lowell (1896 – 1981), der als einer der Mitbegründer der Rastafari-Religion gilt, nach. Es wird das Porträt eines Mannes gezeigt, der mit 17 seine Heimat verlassen hat und in den folgenden Jahren in Russland und während seines Studiums in den USA wichtige Impulse für seine Ideologien gesammelt hatte, die ihn nach seiner Rückkehr nach Jamaika zu einer Berühmtheit machen. Sein Buch "The Promise Key", das er unter dem Pseudonym G. G. Maragh publiziert hat, wird zu einer treibenden Kraft in der Entstehung der Rastafari-Bewegung. Immer wieder gerät Lowell aufgrund seiner Ideen und seiner offenen Ablehnung gegen die britische Kolonialmacht mit der Polizei und anderen Autoritäten in Konflikt und wird insgesamt fünfzig Mal festgenommen. Die von ihm 1940 gegründete Kommune "Pinnacle" wird zur wichtigsten religiösen Stätte der Rastafari Anhänger, ist aber den Machthabern von Beginn an ein Dorn im Auge, so dass es ab 1954 immer wieder zu Verhaftungen und 1958 schließlich zur endgültigen Zerstörung der Kommune kommt, worauf sich Howell aus der Öffentlichkeit zurück zieht. Regelmäßig wird er von seinen Gegnern aufgespürt und in psychiatrische Kliniken eingewiesen, bis er 1981 völlig zurückgezogen stirbt.

"The first Rasta" ist ein sehr interessanter Film, da er einen informativen und umfassenden Einblick in die Entstehung einer Bewegung offenbart, von der in der Regel nur einige Symbole, wie eben die Reggae-Musik, bekannt sind. Es ist der Dokumentation deutlich anzumerken, dass der Filmemacherin die Rasta-Kultur wirklich am Herzen liegt und dass sie und ihr Co-Regisseur Christophe Farnarier intensiv recherchiert haben, um die Geschichte eines einzelnen Mannes, aber auch die eines ganzen Landes möglichst detailgenau nachzuzeichnen. Da das Ganze aber doch sehr sachlich vermittelt wird, sollte man sich als Zuschauer schon sehr für die Thematik interessieren. Da zudem ein doch ein sehr komplexes Thema und ein umfangreicher Zeitraum in relativ kurzer Zeit abgehandelt werden und es zudem von Lowell selbst so gut wie kein Archivmaterial gibt, ist es mitunter etwas anstrengend, den Ausführungen der Regisseurin und ihrer Interviewpartner zu folgen.

Zudem könnten solche Zuschauer enttäuscht werden, die sich von "The first Rasta" eine Dokumentation über Reggae-Musik erhoffen. Sicherlich, die Musik spielt schon eine wichtige, aber eben nicht die tragende Rolle. Diese kommt dann doch Leonard Percival Lowell zu, dessen Einfluss nicht nur in seiner Heimat bis heute beobachtet werden kann. Daher gilt: wer mehr über die Rasta-Kultur erfahren möchte und sich an der etwas trockenen Vermittlung des sehr interessanten Stoffes nicht stört, der sollte sich diese Dokumentation nicht entgehen lassen. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "The first Rasta (Frankreich 2010)"
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