The Music never stopped

The Music never stopped

USA 2011 - mit J.K. Simmons, Lou Taylor Pucci, Julia Ormond, Cara Seymour, Mia Maestro u.a

Filminfo

Originaltitel:The Music never stopped
Genre:Drama
Regie:Jim Kohlberg
Kinostart:29.03.2012
Produktionsland:USA 2011
Laufzeit:ca. 104 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.themusicneverstopped.senator.de
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Als Gabriel (Lou Taylor Pucci) ein kleiner Junge war, hatte er eine sehr enge Beziehung zu seinem Vater Henry (J.K. Simmons). Die gemeinsame Liebe zur Musik knüpfte ein enges Band zwischen Vater und Sohn, das erst auseinander gerissen ist, als sich Gabriel Ende der 1960er Jahre plötzlich nicht mehr für die Musik seines Vaters, sondern für Künstler wie Bob Dylan, die Beatles oder The Grateful Dead schwärmt und sich auch von Henrys politischen Idealen abwendet. Nach einem heftigen Streit zwischen den Beiden kommt es zum endgültigen Bruch. Gabriel verlässt das Elternhaus und bricht den Kontakt zu seinen Eltern ab. Erst zwanzig Jahre später erhalten Henry und seine Frau Helen (Cara Seymour) ein tragisches Lebenszeichen von ihrem Sohn. Denn Gabriel leidet unter einem Gehirntumor, der zwar gutartig ist, aber das Erinnerungsvermögen des jungen Mannes nachhaltig geschädigt hat. Sämtliche Versuche, Gabriels Gedächtnis zu trainieren und verloren gegangene Erinnerungen wieder zu erwecken, schlagen fehl. Erst mit Hilfe der Musiktherapeutin Dr. Dianne Daly (Julia Ormond) scheint ein Wunder zu geschehen: mit den Songs, die Gabriel so geliebt und Henry so verachtet hat, ist ein Zugang zu seinen Erinnerungen wieder möglich. Nach anfänglichem Zögern legt Henry all seine Kraft und seine Zeit in diese Therapie und findet dadurch nicht nur einen Zugang zu seinem verlorenen Sohn, sondern auch zu dessen Musik…

"The Music never stopped" ist nach "Zeit des Erwachsens" und "Auf den ersten Blick" ein weiterer Film, der auf der Arbeit des britischen Neurologen und Schriftsteller Dr. Oliver Sacks basiert. Vorlage für das berührende Drama war die Fallstudie "The last Hippie", die Filmemacher Jim Kohlberg in eine stimmige Geschichte umgewandelt hat, die zum Glück über weite Strecken hinweg ohne Kitsch und Pathos auskommt. Sicherlich, gerade zum Ende hin wird ganz besonders heftig mit der Gefühlskeule auf den Zuschauer eingedroschen. Aber Dank der guten Darsteller und des bewegenden Drehbuchs lässt man das nur allzu gerne zu.

Dass der eher auf mal größere, mal kleinere Nebenrollen abonnierte J.K. Simmons ("Juno", "Spider-Man") hier endlich einmal wieder eine Hauptrolle übernehmen darf, ist einer der vielen positiven Aspekte des Films. Gerade die Diskrepanz zwischen dem stolzen Vater, der mit seinem kleinen Sohn über seine Lieblingssongs sinniert und dem enttäuschten Familienoberhaupt, der die Entwicklung seines Sohnes mit spießigem Starrsinn quittiert, verkörpert Simmons einfach großartig. Dabei zuzusehen, wie sich dieser Starrsinn im Laufe der Therapie mehr und mehr auflöst und er sich der Musik, die ihn und seinen Sohn einst entzweit hat, langsam öffnet, geht dann auch dementsprechend intensiv ans Herz.

Lou Taylor Pucci ("Thumbsucker", "Carriers") liefert ebenfalls eine mehr als überzeugende Darstellung ab. Zwar wirkt der Rauschebart, den er in einigen Szenen tragen muss, etwas arg künstlich, doch lenkt das nur marginal von seinem starken Spiel ab. Wie er aus seinem völlig in sich gekehrten Zustand quasi erwacht, wenn er Musik hört oder Celia (Mia Maestro), die Bedienung in der Cafeteria der Klinik, sieht, wirkt in den meisten Momenten sehr authentisch und überzeugend. Ganz besonders, da es Pucci in Sekundenbruchteilen schafft, seinen Blick vom leeren Starren in leuchtende Augen zu verwandeln.

Doch neben den überzeugenden Schauspielern, zu denen natürlich auch Julia Ormond als Therapeutin und Cara Seymour als Gabriels Mutter gehören, spielt natürlich auch die Musik eine tragende Rolle in dem Film. Auf einnehmende Art wird verdeutlicht, welche Kraft Musik haben kann, wie wichtig sie für unser Leben ist und wie stark sich in der Musik auch die eigene Entwicklung, der eigene Charakter widerspiegelt. Und es ist klar, dass sich die Songs aus den 60ern, die eben für ihre Generation nicht nur eine individuelle, sondern eine verbindende, politische Bedeutung hatten, für das Transportieren dieser Botschaft am Besten eigenen, wird in diesem wunderbaren kleinen Film mehr als deutlich.

"The Music never stopped" ist ein kleiner, sehr ruhiger Film, der in erster Linie von seinen starken Darstellern, der bewegenden Geschichte und der tollen Musik lebt. Wer amerikanisches Arthauskino der berührenden Art zu schätzen weiß, sollte sich dieses Drama auf keinen Fall entgehen lassen. Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "The Music never stopped (USA 2011)"
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