Wir kaufen einen Zoo

Wir kaufen einen Zoo

USA 2011 - mit Matt Damon, Scarlett Johansson, Thomas Hayden Church, Patrick Fugit, Colin Ford u.a

Filminfo

Originaltitel:We bought a Zoo
Genre:Komödie, Drama, Tragikomödie
Regie:Cameron Crowe
Kinostart:03.05.2012
Produktionsland:USA 2011
Laufzeit:ca. 123 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.WirKaufenEinenZoo.de
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Über sechs Jahre hat es gedauert, bis Cameron Crowe ("Almost Famous", "Jerry Maguire") nach seinem letzten Spielfilm "Elizabethtown" ein neues Werk ins Kino gebracht hat. Doch das Warten hat sich gelohnt. Denn sein auf dem autobiografischen Buch von Benjamin Mee basierender Familienfilm "Wir kaufen einen Zoo" ist Wohlfühlkino der ganz besonders bezaubernden Sorte, das dem Zuschauer zwei Stunden puren Sonnenschein schenkt.

Der Film erzählt die Geschichte des Journalisten Benjamin (Matt Damon), der den Tod seiner Frau nicht verwinden kann, da er überall an seine große Liebe erinnert wird. Und so entscheidet er sich für einen Neuanfang. Gegen den Rat seines Bruders Duncan (Thomas Hayden Church) und trotz vehementer Proteste seines Sohnes Dylan (Colin Ford) kauft Benjamin ein altes Landhaus, zu dem auch ein riesiges Grundstück gehört. Doch auf den 70.000 Quadratmetern des Anwesens befinden sich nicht nur Bäume, Wiesen und Felder. Zu dem Haus gehört auch noch der einstmals so beliebte Rosemoor Animal Park, ein mittlerweile geschlossener Zoo, der aber immer noch Dutzende Tiere beherbergt. Deren Überleben war bislang durch die Nachlassregelung der ehemaligen Besitzer geregelt. Doch nun, da der Zoo einen neuen Besitzer hat, ist es an Benjamin, dafür zu sorgen, dass der Zoo weiter geführt werden kann. Das Team um die engagierte Tierpflegerin Kelly Foster (Scarlett Johansson) räumt dem unerfahrenen Neuling kaum Chancen ein und findet sich schon damit ab, sich bald um neue Jobs umsehen zu müssen. Doch Benjamin setzt sein ganzes Geld und all seine Willenskraft dafür ein, um den Zoo in neuem Glanz erstrahlen zu lassen und der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen zu können. Doch ob guter Wille alleine für dieses Unterfangen ausreicht, scheint schon sehr bald fraglich zu sein…

Natürlich hat Cameron Crowe die Geschichte hinter "Wir kaufen einen Zoo" ein wenig verändert, um aus der wahren Begebenheit ein echtes Kinomärchen zu machen. So wurde etwa der Zoo aus dem Südwesten Englands in die USA verlegt. Zudem war der Kauf des Tierparks aus bürokratischen Gründen und aufgrund Mees völliger Unerfahrenheit wesentlich komplizierter, als das im Film dargestellt ist. Ganze zwei Jahre musste der ehemalige Kolumnist für die Zeitung THE GUARDIAN darauf warten, dass der Kauf abgesegnet wurde. Die wohl wichtigste Änderung aber ist, dass es nicht der Tod von Mees Frau war, der ihn zum Kauf des Zoos bewegt hat, da sie in Wirklichkeit erst verstarb, nachdem die Familie schon ihr neues Domizil bezogen hatte. Doch auch wenn dadurch der wahre Kern der Geschichte eigentlich nur auf den Kauf des Zoos reduziert wird, verfügt dieser doch noch über genügend Zauber, um aus der filmischen Umsetzung ein besonders charmantes Stück Kinomagie zu machen.

Crowe erweist sich als perfekter Regisseur, um eben diese Magie auch umzusetzen. Dabei verlässt er sich auf genau die Stärken, die auch seine vorherigen Filme so herausragend gemacht haben. So steckt in seinem Drehbuch genau die richtige Mischung aus Drama und Komödie, die musikalische Untermalung ist perfekt abgestimmt und die Figuren sind extrem liebenswert gezeichnet. Das Team von Kelly Foster etwa ist eine Gruppe schrulliger, aber dennoch irgendwie richtig sympathischer Typen, mit denen man gerne noch mehr Zeit verbringen würde. Selbst der eitle und extrem penible Zooinspektor ist irgendwie so charmant dargestellt, dass es richtig Spaß macht, ihm dabei zuzusehen, wie er über Benjamins Existenz richtet.

Dies ist natürlich nicht nur Crowes Regie und seinem Drehbuch zu verdanken, sondern auch den tollen Darstellern. Neben den vielen guten Darstellern, zu denen auch Patrick Fugit aus Crowes Meisterwerk "Almost Famous" oder der wunderbare Thomas Hayden Church ("Sideways") gehören, hinterlassen vor allem Matt Damon und eine sehr charmante Scarlett Johansson einen wirklich guten Eindruck. Damon zeigt sich hier von einer sehr zurückgenommenen, natürlichen Seite, die ihm gut zu Gesicht steht und auch seine schauspielerische Vielseitigkeit, die ihm ja gerne abgesprochen wird, beweist. Der heimliche Star des Films aber ist Maggie Elizabeth Jones, die als Benjamins siebenjährige Tochter Rosie die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert und für einige der liebenswertesten Momente des Films sorgt. Ein echter Glücksgriff für den Film.

"Wir kaufen einen Zoo" macht keinen Hehl daraus, dass er kein tiefgründiges Drama, sondern ein purer Wohlfühlfilm sein will, der mit einfachen Mitteln (süße Kinder, lustige Tiere, traumhafte Landschaft, sympathische Gutmenschen) die Emotionen der Zuschauer manipuliert. Und das ist auch gut so. Denn Crowe lenkt nicht mit dem verkrampften Bemühen um Anspruch davon ab, einfach nur zwei Stunden einfache, schöne Unterhaltung zu bieten, die voller Herz steckt und einfach gute Laune macht. Er hat einen Ort auf die Leinwand gezaubert, an den man am Liebsten sofort reisen möchte und Figuren kreiert, die man gerne seine Freunde nennen würde. Ja, das ist mitunter etwas kitschig und am Ende kommt auch noch eine kleine Portion Pathos dazu. Aber das geschieht auf eine Art und Weise, von der man sich als Zuschauer nur allzu gerne einlullen lässt. Sie brauchen also keinen ganzen Zoo, sondern lediglich eine Kinokarte zu kaufen, um sich richtig gut zu  fühlen. Und deshalb gilt auch: Absolut sehenswert!!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Wir kaufen einen Zoo (USA 2011)"
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