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Occupy - New York, Frankfurt:  Eine Bewegung, die keine sein dürfte B3 Verlag

Occupy - New York, Frankfurt: Eine Bewegung, die keine sein dürfte

von: Michele Sciurba, Art Virus (Hrsg.)

erschienen: B3 Verlag

am 15.03.2012

www.bedrei.de

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Als die "Occupy Wall Street" Bewegung von der kanadischen Adbusters Media Foundation durch Aufrufe im Internet ins Leben gerufen wurde, konnte nicht damit gerechnet werden, dass die zunächst auf einige Facebook- und Twitter-Anhänger der konsumkritischen Stiftung beschränkte Aktion bald zu einem globalen Phänomen heran wachsen würde. Nicht nur im Zuccotti Park im Lower Manhattan, sondern in vielen anderen Städten auf der ganzen Welt errichteten Demonstranten Zeltstädte, um rund um die Uhr gegen soziale Ungleichheiten, unkontrolliert spekulierende Banken oder gegen den viel zu großen Einfluss der Wirtschaft auf die Politik zu protestieren. Während es gerade in New York immer zu Auseinandersetzungen mit der Polizei und schließlich auch zu einer Räumung der Zeltstadt gekommen ist, gehören die "Occupy"-Anhänger in Frankfurt mittlerweile fast schon zum Stadtbild dazu. 

Das Buch "Occupy – New York, Frankfurt" dokumentiert diese Bewegung in Wort und Bild, wobei die beiden Finanzstädte New York und Frankfurt in direkten Vergleich gesetzt werden. Dabei gibt es sowohl bei den Fotos, als auch bei den Textbeiträgen eine sehr vielschichtige Auseinandersetzung mit der Bewegung und eine kritische Hinterfragung ihrer Effektivität. Es handelt sich hierbei aber um konstruktive Kritik, die einerseits die Wichtigkeit einer solchen breit gefächerten Bewegung unterstreicht, andererseits aber auch hervorhebt, dass es gerade deshalb unablässig ist, dass die Bewegung klare Ziele und Lösungsvorschläge vorweisen kann. Und genau hier setzt die größte Kritik an der Occupy-Bewegung an. Denn ohne konkrete Forderungen verliert eine Protestbewegung wie diese schnell an Überzeugungskraft, Stärke und zwangsläufig auch Anhänger. 

Das Buch will dazu beitragen, die Occupy-Bewegung einer breiteren Resonanz zugänglich zu machen. Besonders gut funktioniert dies durch die Fotos, die von den renommierten Fotografen Ashkan Sahihi in New York und Bernd Kammerer in Frankfurt aufgenommen wurden. Während die Schwarzweiß-Fotos von Sahihi mit einer analogen Kamera aufgenommen wurden, entstanden Kammerers farbige Aufnahmen digital. So stehen hier sich nicht nur zwei Städte gegenüber, die sich den gleichen Zielen auf unterschiedlicher Weise nähern. Auch die Kunstform, die dies festhalten, entstammen zwar dem gleichen Ausgangsmedium, sind aber völlig unterschiedlich umgesetzt. Dadurch entsteht eine einzigartige Momentaufnahme der Bewegung, die sowohl in künstlerischer, als auch in journalistisch-dokumentarischer Hinsicht überzeugen kann. 

Begleitet von den Textbeiträgen, die u.a. von Jan Seghers, Jens Prewo oder Eduard Erne verfasst wurden, ist "Occupy – New York, Frankfurt" Zeitdokument, kritische Auseinandersetzung und künstlerischer Fotoband in einem. Ein unterhaltsames, interessantes und vor allem sehenswertes Buch, das gleich auf mehreren Ebenen absolut empfehlenswert ist!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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