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Die letzten Telegramme der TITANIC
Foto: Museumsstiftung Post und Telekommunikation

Die letzten Telegramme der TITANIC (01.03.2012-13.05.2012)

Details

Kategorie:Kunst
Datum:von bis
Ort:
Webseite:www.mfk-frankfurt.de

Vor 100 Jahren, in der Nacht des 14. auf den 15. April 1912, ereignete sich eine der größten Katastrophen der Seefahrt. Der britische Luxusdampfer Titanic kollidierte auf seiner Jungfernfahrt mit einem Eisberg und sank. Bei dem Unglück fanden mehr als 1500 Menschen den Tod. Die Museumsstiftung Post und Telekommunikation besitzt 160 Original-Telegramme der Titanic und den handgeschriebenen Bericht des Funkers Harold Bride vom 27. April 1912 – damit einzigartige, authentische Zeugnisse der Unglücksfahrt. Die Ausstellung Die letzten Telegramme der Titanic, die das Museum für Kommunikation Frankfurt vom 1. März 2012 bis 22. April 2012 zeigt, präsentiert 30 Telegramme, darunter private Nachrichten der Passagiere, die Eiswarnungen aus den Tagen vor der Katastrophe und die Notrufe aus der Unglücksnacht. Neben dem Blick auf individuelle Schicksale richtet sie den Fokus auf die Ursachen und das damals neue Medium Funk: Sie zeigt minutiös, wie unbeachtete Eisberg-Warnungen in die Katastrophe führten und wie mit Hilfe des Funks 705 Menschen gerettet werden konnten. Zu sehen ist auch eine komplette Funkstation aus dem Jahr 1912 und eine vergleichbare Funk-Ausrüstung der britischen Firma Marconi. Originale Filmaufnahmen von der Titanic und Filmdokumente von der Rettung lassen die Ereignisse ebenso lebendig werden wie zeitgenössische Tonaufnahmen und Medienberichte.

Das Schiff

Die Titanic war ein Transatlantikdampfer der britischen Reederei White Star – bei ihrer
Jungfernfahrt war sie mit 269 m Länge und 46 329 BRT das größte Schiff der Welt. Die
Titanic wurde von 1909 bis 1911 in Belfast gebaut und kostete umgerechnet 1,1 Milliarden Euro. Das Schiff setzte neue Maßstäbe im Reisekomfort: Der Luxus in der Ersten Klasse war ohne Beispiel, die Ausstattung der anderen Klassen war herausragend. Die Titanic bot Platz für 2 400 Passagiere: 750 in der Ersten Klasse, 550 in der Zweiten Klasse und 1100 in der Dritten Klasse. Die Dampfmaschinen der Titanic leisteten 51000 PS und verbrauchten 630 Tonnen Kohle pro Tag. Damit erreichte sie eine Reisegeschwindigkeit
von 21 Knoten (39 km/h).

Die Jungfernfahrt

Auf ihrer ersten Reise war die Titanic nicht ausgebucht. An Bord befanden sich knapp 900 Mann Besatzung und über 1 300 Passagiere – darunter zahlreiche Prominente und vermögende Geschäftsleute. Am 10. April 1912 verließ die Titanic Southampton. Nach Zwischenstationen in Cherbourg und Cobh – wo jeweils Passagiere zustiegen – nahm die Titanic am 11. April Kurs auf New York. Ihr Weg über den Nordatlantik führte – wie zu dieser Jahreszeit üblich – über eine südliche Route, um den im Labradorstrom treibenden Eisbergen zu entgehen. An Bord befand sich eine Funkstation der Marconi’s Wireless Telegraph Co. mit einer Reichweite von 700 km. Die Passagiere nutzten diese neue Kommunikationstechnik gern. In der Ausstellung sind einige ihrer privaten Nachrichten zu
sehen.

Der Eisberg

Vor dem Unglück erreichten die Titanic per Funk mehrere Eiswarnungen anderer Schiffe. Nicht alle Eiswarnungen waren den Offizieren bekannt, manche blieben im Funkraum liegen. Das Gesamtbild aller Funksprüche hätte gezeigt, dass die Titanic mitten in ein Eisfeld hineinsteuerte. Der Kapitän ließ weder die Geschwindigkeit reduzieren noch wich er nach Süden aus. Der Ausguck hatte kein Fernglas. In der mondlosen Nacht konnte er auftauchende Eisberge nicht rechtzeitig erkennen. Am 14. April 1912 um 23:40 Uhr entdeckte der Ausguck einen Eisberg direkt vor der Titanic. Er gab Alarm, der wachhabende Offizier versuchte noch ein Ausweichmanöver. Zu spät – die Titanic schrammte am Eisberg entlang.

Der Untergang

Wasser strömte in die vorderen sechs der 15 wasserdichten Abteilungen – das Schiff würde sich nicht lange halten können. Die Passagiere sollten in die Rettungsboote steigen, doch diese konnten nur 1178 der gut 2 200 Menschen an Bord aufnehmen. Die unerfahrene Besatzung ließ die Boote oft nur halb besetzt ins Wasser. Unterdessen rief die Titanic per Funk um Hilfe, doch die antwortenden Schiffe benötigten viele Stunden bis zur Unglücksstelle. Der Funker des kaum 20 km entfernten Dampfers Californian schlief; das Schiff reagierte auch nicht auf die Notraketen der Titanic. So riss die Titanic um 2:20 Uhr am 15. April 1912 über 1500 Menschen mit in den Tod. Die 705 Menschen in den Rettungsbooten wurden am frühen Morgen vom zur Hilfe geeilten Dampfer Carpathia aufgenommen.

Das Medienereignis

Der Untergang der Titanic war die erste Schiffskatastrophe, über die in den Medien fast „live“ berichtet wurde. Durch das neue Medium Funk erreichten die ersten Nachrichten von der Kollision New York, noch bevor die Titanic untergegangen war. Die Zeitungen unternahmen alles, um an Berichte von Überlebenden zu kommen. Die ohnehin dramatischen Ereignisse wurden in den Zeitungen noch ausgeschmückt. Schon im Jahr des Untergangs kamen die ersten zwei Spielfilme über den Untergang in die Kinos. Seither haben zahllose Filme, Bücher, Lieder und Theaterstücke die Ereignisse jener Nacht immer wieder neu erzählt, umgedichtet und neu interpretiert, so dass reale Ereignisse und Fiktion kaum noch zu trennen sind.

Der Mythos

Der Untergang der Titanic ist im allgemeinen Gedächtnis geblieben. Die Metapher der sinkenden Titanic wird immer dann bemüht, wenn Überheblichkeit in eine vermeidbare Katastrophe führt. Ihr Untergang schon auf der Jungfernfahrt wurde als beginnender Untergang eines verbreiteten Technik- und Fortschrittsglaubens empfunden. Viele hielten das Schiff für unsinkbar, nach dem Untergang schien ihr Name Beweis für den Größenwahn ihrer Erbauer. Das Schiff mit seiner Klassenteilung wurde als schwimmender Mikrokosmos der Gesellschaft interpretiert. Obwohl auch die vier Milliardäre an Bord ertranken, starben prozentual ungleich mehr mittellose Auswanderer als Passagiere der Ersten Klasse.

Der Seefunk

Die Telegramme von und zu der Titanic wurden über den Äther übertragen und konnten von jedem, der sich im Radius des Senders befand mitgehört werden. Die Morsesignale wurden von den Funkern auf Telegrammformularen notiert und zusätzlich in einem Protokollbuch festgehalten. Mit einer Reichweite von 700 km verfügte die Titanic über einen der stärksten Schiffssender ihrer Zeit. Um eine Küstenstation oder ein weiter entferntes Schiff zu erreichen, wurden über andere Schiffe die Nachrichten ausgetauscht und weitergeleitet. Auch die Titanic verfuhr so um Nachrichten zu empfangen oder zu senden, weshalb es von jedem der Telegramme mehrere Niederschriften gibt.

Die Telegramme der Ausstellung

Die Firma Marconi Co. trug für die Vorbereitung der britischen Seeuntersuchung alle Niederschriften der Telegramme zusammen und ordnete sie, um den genauen Hergang der Katastrophe zu rekonstruieren. Die präsentierten Telegramme waren ein Teil des Archivs der Marconi Wireless Telegraph Co. und wurden von der Museumsstiftung 1992 auf einer Auktion im Londoner Auktionshaus Christie’s erworben. 159 Original-Telegramme aus der Unglücksnacht sowie ein zehnseitiger handschriftlicher Bericht von Harold S. Bride, dem überlebenden Zweiten Funker, befinden sich in der Sammlung des Museums. Die übrigen Telegramme sind mit dem verbliebenen Marconi-Archiv Teil der Bodleian Library in Oxford.

Die Titanic-Telgramme in der Dauerausstellung des Museums

In der Dauerausstellung des Museums werden ganzjährig 20 der 159 Telegramme sowie ein Modell der Titanic präsentiert. Hintergründe zur Technik des Seefunks und zum Untergang des Schiffs geben einen plastischen Einblick in die Geschehnisse des Unglücks. Während der Sonderausstellung werden an dieser Stelle zwanzig weitere Telegramme, die üblicherweise im Depot des Museums lagern, zu sehen sein. (Text. Museum für Kommunikation Frankfurt)

Öffentliche Führungen: sonntags 15 Uhr und mittwochs 16 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9 – 18 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertage 11 – 19 Uhr
Eintritt: 3 EUR, ermäßigt 1,50 EUR

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