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Faszination Spinnen
Foto: Peter Jaeger, Senckenberg

Faszination Spinnen (03.03.2012-03.06.2012)

Details

Kategorie:Events - Besonderes
Datum:von bis
Ort:
Webseite:www.senckenberg.de

Beim Blick in die acht Augen einer Vogelspinne stellen sich den meisten leicht die Nackenhaare auf. Ein ganzer Raum voll lebender Achtbeiner erwartet ab dem 3. März die Besucher des Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. Doch genauer hinschauen lohnt sich, denn hinter dem Glas der 40 Terrarien offenbaren sich außergewöhnliche Details des Körperbaus, der Lebensweise und der Fähigkeiten dieser erstaunlichen Tiere aus nächster Nähe. In der Wanderausstellung sind etwa 30 Vogelspinnenarten aus Asien, Afrika und Amerika sowie mehrere Skorpione und vier Arten der selten gezeigten Schwarzen Witwe zu sehen.

Faszination und Ekel liegen nah beieinander, wenn es um diese Tiere geht. Spinnen polarisieren. Peter Jäger, Senckenberg-Arachnologe, findet die komplexen Lebewesen seit seinem sechsten Lebensjahr atemberaubend: „Schon früher faszinierten mich Farben und Formen der unterschiedlichen Spinnen-Arten, besonders die bunt gefärbten Vogelspinnen. Die Verschiedenartige Vogelspinne (Avicularia versicolor) ist als Jungtier blau metallisch gefärbt und wird im Laufe ihrer Entwicklung rot-grün. Daher auch der wissenschaftliche und deutsche Name.“

Doch nicht nur die Farben der Tiere sind erstaunlich, sondern auch einige ihrer Sinne und Fähigkeiten. Vogelspinnen sind Lauerjäger. Sie warten in ihrem Versteck, bis ein Beutetier vorbeikommt und schlagen dann zu. Mit den Giftklauen injizieren sie das Gift, das für den
Menschen nicht tödlich ist, jedoch Insekten und kleine Wirbeltiere lähmt. Da die Achtbeiner trotz ihrer acht Augen schlecht sehen, müssen sie sich auf andere Sinnesorgane bei der Beutejagd verlassen: Frequenz, Stärke, Richtung und sogar relative Entfernung eines summenden Insekts nimmt die Vogelspinne mit ihren Hörhaaren wahr, die sich auf allen acht Beinen befinden. Riechhaare verraten die chemische Zusammensetzung der Umgebung, und Hafthaare unter den Fußgliedern ermöglichen der Spinne mehr als ihr eigenes Körpergewicht kopfüber zu halten.

Einer der Stars der Lebendschau ist die imposante Goliath-Vogelspinne Theraphosa blondi aus dem Amazonasgebiet, deren Weibchen bis zu 30 Zentimeter groß werden können. Sie ist die größte Vogelspinne der Welt. Die kleinste ausgestellte Spinne ist die Schwarze Witwe Latrodectus mactans, deren Biss lebensbedrohlich für den Menschen werden kann. Der schwarzglänzende Kaiserskorpion Pandinus imperator gehört auch zu den Spinnentieren und beeindruckt durch kräftige Scheren und seinen Stachel. Sein Gift ist aber für den Menschen ungefährlich. Im Schwarzlicht leuchtet er gelb.

Wie die Tiere ihre Beute verzehren, erleben Besucher hautnah bei der Fütterung der Spinnen. Ausstellungs-Betreuer, die sich während der Öffnungszeiten um die Krabbeltiere kümmern, beantworten alle neugierigen Fragen und verraten Hintergrundinformationen zur Lebensweise der Vogelspinnen und Skorpione.

Großformatige Farbfotos schmücken die Wände der Ausstellung. Die Bilder hat der Senckenberg-Arachnologe Peter Jäger auf seinen Forschungsreisen aufgenommen. Vor allem in den Höhlen und Urwäldern Laos war der Spinnenforscher seit 2003 bereits acht Mal unterwegs und hat dort über 40 neue Arten entdeckt – zusätzlich zu den etwa 190 weiteren, die er in anderen Ländern aufgespürt hat. Texttafeln informieren über seine Forschung sowie die fast 200 Jahre alte Spinnen-Sammlung des Senckenberg Naturmuseums und Forschungsinstituts.

Dioramen mit lebensecht präparierten Spinnen-Exemplaren zeigen kurze und selten zu beobachtende Momente, die so für die Ausstellung situativ eingefroren wurden. Zum Beispiel Vogelspinnen bei der Balz: Eine heikle Angelegenheit für das Männchen, denn es muss mit einem Trommelwirbel seiner Vorderbeine der Auserwählten schnell und unmissverständlich klar machen, dass es kein Futter, sondern der zukünftige Vater ihrer Kinder sein will.

Auch ein in unseren Wäldern heimischer Spinnen-Winzling kommt in der Ausstellung ganz groß raus. Die nur etwa drei Millimeter kleine Zwergspinne Walckenaeria acuminata ist in hundertfacher Vergrößerung als kunstvolles Modell zu sehen. Feinste Details wie Sinneshaare, Kopulationsorgane oder der wie ein Stiel ausgezogene Vorderleib können so ganz ohne Mikroskop betrachtet werden. Anfang Juni wandert das Modell gemeinsam mit der Ausstellung für drei Monate in das Japanische Palais nach Dresden. Im Oktober kehrt Walckenaeria gemeinsam mit den Dioramen nach Frankfurt zurück und nimmt ihren Platz in der Dauerausstellung ein.

Zur Ausstellung erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen und Spinnen-Kino-Themenabenden. Mehr unter: www.senckenberg.de/veranstaltungen

Öffnungszeiten
Täglich 9 – 17 Uhr
Mittwoch bis 20 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage* bis 18 Uhr
* Das Museum kann an bestimmten Feiertagen geschlossen sein. Infos auf der Homepage!

Eintrittspreise
Museum + Spinnen
Erwachsene: 8 €
Kinder: 4 €
Familien: 20 €
Nur Kombitickets erhältlich

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