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FILM NOIR!
Foto: Deutsches Filminstitut DIF e.V., Bildarchiv

FILM NOIR! (22.06.2012-14.10.2012)

Details

Kategorie:Kunst
Datum:von bis
Ort:
Webseite:deutsches-filminstitut.de/filmmuseum

Gedreht wurden sie zunächst als B-Pictures zu den großen und teuren Hollywoodproduktionen: Als billige Filme, die die Studiobosse den Kinos zusammen mit Blockbustern als Double Feature aufnötigten. Doch die düsteren US-Kriminalfilme der 40er und 50er Jahre haben als „Film noir“ längst Kultstatus erreicht. Nach einer Bogart-Euphorie in den 80er Jahren, hat die Noir-Serie derzeit wieder Aufwind: In Großbritannien kam soeben eine aufwendig restaurierte Fassung von LAURA (USA 1944, R: Otto Preminger) in die Kinos, Arte legte kürzlich eine ausführliche Film-noir-Reihe auf, italienische Film noirs zeigt aktuell die Cinémathèque francaise und die Cinémathèque in Luxemburg präsentiert Noirs von Fritz Lang. Sogar das Fernsehen spielt in vielen Krimiserien mit den Stilmitteln des Noir.

Film noir lebt: Immer wieder in der Filmgeschichte haben sich Regisseure, von Roman Polanski über David Lynch bis Quentin Tarantino beim Stil der schwarzen Serie bedient und ihm neues Leben eingehaucht. Was diesen Stil ausmacht, ist Thema der neuen Sonderausstellung im Deutschen Filmmuseum, FILM NOIR! (22. Juni bis 14. Oktober 2012). Visuell bedient sich der Film noir aus einer Fülle ganz eigener Stilmittel: extreme Licht-Schatten-Kontraste, ungewöhnliche Kamerapositionen und klaustrophobisch enge Räume illustrieren die ausweglose Situation seiner Anti-Helden. Gitter und Linien, düstere Schauplätze und schräge Einstellungen, in denen die Welt aus den Angeln gehoben scheint, prägen dabei den Look des Film noir.

Die Ausstellung rückt den Film ins Zentrum, er ist ihr wichtigstes Exponat. FILM NOIR! wird europaweit zum ersten Mal in einer Ausstellung die wichtigsten Elemente der Bildsprache und Inszenierung des Film noir thematisieren. Keine Frage, dass der Stil des Film noir auch beim Design der Ausstellung die Richtung vorgab: Sie ist gegliedert in vier Teile, gestaltet nach Settings, die für den Film noir typisch sind: Bar, Stadt, Büro, Salon. In der Lounge im dritten Stock empfängt ein Nachtlokal à la 40er Jahre die Besucher: Hier sind Veranstaltungen mit Barbetrieb geplant. Im Ausstellungsraum selbst trennt eine Wand aus Schnüren die „Stadt“ ab, in der die Kuratorinnen Fenster zur Vergangenheit und in die Gegenwart öffnen: Hier können Besucher anhand mehrerer Filmkompilationen filmische Einflüsse und Wirkungen studieren und sehen am Beispiel einiger literarischer Ersterscheinungen, auf welchen Romanen viele Noir-Filme beruhen. Originalplakate von aktuelleren Noir- Werken ergänzen die „Stadt“. „Büro“ und „Salon“ sind mit stilisierten 40er-Jahre Möbeln ausgestattet und zeigen auf je drei Leinwänden Filmausschnitte zu verschiedenen Themen, von der Lichtsetzung über die Kameraführung bis zum Bildaufbau im „Büro“; von Figuren (Femme fatale und Detektiv) über Schauplätze bis zu Erzählformen (Rückblenden, Voice over) im „Salon“.

Selbstverständlich ist auch das grafische Erscheinungsbild der Schau getragen vom Stil des Film noir. So haben sich die Gestalter von chezweitz & partner, Berlin, entschieden, die Ausstellungstexte auf angedeutete Jalousien zu setzen, deren streifiger Schatten in vielen Film noirs das Bild prägt. Die virtuellen „Türen“ zwischen den „Räumen“ werfen ebenso wie die Objekte Lichtkegel oder Schlagschatten. In der Ausstellung dominiert nicht nur eine Farbe: Angelehnt an die schrillen Filmplakate der Noirs verwendeten die Gestalter grelles Grün, Orange, Gelb und dunkles Blau – eine knallbunte Palette.

Objekte, die den Noir-Stil verdeutlichen, ergänzen die Filmkompilationen, die das Herzstück der Ausstellung sind: Neben Plakaten sind das etwa auch Werbematerialien wie Aushangfotos, die dokumentieren, dass der spezifische Stil der schwarzen Krimis genutzt wurde, um Appetit auf die Filme zu machen. Etwa, wenn auf den Szenenfotos ein Jalousien-Schatten auf den Anzug eines Protagonisten fällt oder das Gesicht einer schönen Frau zur Hälfte im Dunkeln liegt. Produktionsunterlagen, darunter auch Drehbücher oder Skizzen zum Bildaufbau, runden die Schau ab. Wie stark schon im Vorfeld der Filmproduktion das düstere Setting (Nacht, Regen, unbeleuchtete Straße) sowie von Linien und Schattenrissen dominierte Bilder definiert wurden, erfahren Besucher hier beim Stöbern.

Filmreihe

Eine Filmreihe zur Sonderausstellung FILM NOIR! spannt den Bogen von den ästhetischen Vorläufern über die klassischen Noirs wie THE POSTMAN ALWAYS RINGS TWICE (Im Netz der Leidenschaft, USA 1946, R: Tay Garnett) und THE BIG SLEEP (Tote schlafen fest, USA 1946, R: Howard Hawks) bis zu aktuelleren Produktionen. Noch immer nimmt die Filmproduktion weltweit zahlreiche Anleihen beim Film noir. Prominente Beispiele sind etwa BASIC INSTINCT (USA 1992, R: Paul Verhoeven) und MULHOLLAND DR. (Mulholland Drive – Straße der Finsternis, USA 2001, R: David Lynch).

Text: Deutsches Filmmuseum Frankfurt

Öffnungszeiten der Ausstellung:

22. Juni bis 14. Oktober 2012

Di 10 – 18 Uhr

Mi 10 – 20 Uhr

Do – So 10 – 18 Uhr

Mo geschlossen

Eintrittspreise: 7 Euro / ermäßigt 5 Euro

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