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Im Netz der Leidenschaft – Bilder und Geschichten aus 50 Jahren Bundesliga
Foto: picture alliance / dpa / Tell

Im Netz der Leidenschaft – Bilder und Geschichten aus 50 Jahren Bundesliga (24.05.2012-05.08.2012)

Details

Kategorie:Kunst
Datum:von bis
Ort:
Webseite:www.mfk-frankfurt.de/

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Bundesliga, die am 28. Juli 1962 von den Delegierten der DFB-Landesverbände gegründet wurde, zeigt das Museum für Kommunikation Frankfurt gemeinsam mit der dpa Picture-Alliance Fotografien und Geschichten aus 50 Jahren Fußballprofiliga. Im Vordergrund stehen weder die Chronologie von Meisterschaften noch die Statistik der Spieltage. Zu sehen sind emotionale Bilder: des Jubels und der Begeisterung oder Szenen tiefster Trauer und Verzweiflung, Dokumente von Skandalen und Kuriositäten, die von fünf Jahrzehnten Leidenschaft und Dramatik zeugen. Die Fotos zeigen, wie sich der emotionale Ausdruck der Akteure auf und neben dem Platz durch die Dauerpräsenz der Medien und ihre Inszenierungen verändert hat. Die Schau, die vom 24. Mai bis 5. August 2012 zu sehen ist, präsentiert 100 ausgewählte historische und aktuelle Bundesligafotos aus dem umfangreichen Archiv der picture alliance. Eine kleine Auswahl von Objekten, wie beispielsweise die Torjägerkanone von Eintracht Frankfurt und der legändere gebrochene Torpfosten von Mönchengladbach, ergänzen die Fotos. Die Exponate vermitteln das, was uns über das scheinbar simple Spiel um Punkte hinaus bewegt und verbindet.

DIE GRÜNDUNG DER BUNDESLIGA

Dortmund, 28. Juli 1962: Mit großer Mehrheit wurde von den Delegierten der DFB-Landesverbände der Antrag angenommen, eine deutsche Fußballprofiliga zu gründen. Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Chile im selben Jahr war der Ruf nach einer einheitlichen höchsten Spielklasse lauter geworden. Die Zeit drängte, denn andere Länder wie England (Premier League seit 1888), Spanien (Primera División seit 1928) oder Italien (Serie A seit 1929) waren den Deutschen hinsichtlich der Professionalisierung des Fußballs weit voraus. Ein Streitpunkt war die Frage, welche 16 Vereine zur ersten Bundesligasaison 1963/64 aufgenommen werden sollten. Neben einer Zwölfjahresbewertung, in die neben den Spielergebnissen auch die Qualität der Stadien einfloss, gab es den Beschluss, dass jede Region und jede Stadt nicht mehr als einen Verein in die Bundesliga schicken dürfe. Nicht Bayern München, sondern 1860 München und nicht Kickers Offenbach, sondern Eintracht Frankfurt gehörten zu Gründungsvereinen. Weitere Vereine der ersten Bundesligasaison waren: Eintracht Braunschweig, Werder Bremen, Hamburger SV, Borussia Dortmund, 1. FC Köln, Meidericher SV, Preußen Münster, FC Schalke 04, 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Saarbrücken, Karlsruher SC, 1. FC Nürnberg, VfB Stuttgart und Hertha BSC. Als einziger unter den 16 Gründungsvereinen spielt der Hamburger SV bis heute ohne Unterbrechung in der ersten Bundesliga.

TRAINER & LEGENDEN


In 50 Jahren Bundesliga kamen und gingen viele Fußballtrainer. Doch nur wenige konnten sich in den Annalen der Bundesligageschichte als „Trainerlegende“ verewigen. Einigen gelang das bereits zu Lebzeiten, andere wurden erst posthum richtig berühmt. In den 1960ern und 1970ern dominierten die väterlichen Fußballlehrer sowie Trainer, die als Respektspersonen oder auch als „harte Hunde“ bekannt waren. Heute werden die respektierten „Kumpeltrainer“ als das neue Erfolgsmodell angesehen. Sie arbeiten taktisch und psychologisch geschult und gehen mit Verständnis auf die Bedürfnisse der neuen Spielergeneration ein. Vor die Frage nach ihrem persönlichen Favoriten gestellt, nennen Fußballfans Namen wie Max Merkel, Udo Lattek, Ernst Happel oder Otto Rehhagel. Die Wahl ist abhängig von der jeweiligen Generation und der Vorliebe für einen Verein. Jürgen Klopp oder Thomas Tuchel werden gegenwärtig im Gegensatz zur harten Trainerschule etwa von Felix Magath, als neuer Trainertyp angesehen. Ob sie zu Legenden werden, entscheiden die Zeit, ihre Erfolge und ihre Eigenarten. Denn eines vereint alle Legenden: ein unverwechselbarer eigener Stil.

KAMPF & FAIR PLAY


In seinem Mutterland England galt Fußball von Beginn an als ein Kampfsport. Zugleich aber erschien den britischen Gentlemen das Wie des Spiels oft wichtiger als der Gewinn. Höchstes Ziel war das Ideal des „Fair Play“. Durch die Einführung von verbindlichen Spielregeln konnte Mitte des 19. Jahrhunderts das Verletzungsrisiko verringert werden. Als Kontrollinstanz setzte England 1874 das erste Mal einen Schiedsrichter ein, der Spielstrafen, wie Strafstöße und Platzverweise, aussprechen durfte. Als besonders heftig umkämpfte Spiele gelten die sogenannten „Derbys“, wenn rivalisierende Vereine einer Region sich gegenüberstehen. Der Name stammt von der englischen Stadt Derby, in deren Region Derbyshire schon im Mittelalter alljährlich zwei Gemeinden versuchten, mit einem Ball das gegnerische Tor – einen Mühlstein – zu treffen. Mit bis zu tausend Teilnehmern und drei Meilen Entfernung zwischen den Orten steht dieses ungewöhnliche Spiel bis heute Pate für viele spannende und umkämpfte Lokalderbys im Fußball.

FAN & KULT


Laut Wikipedia ist ein Fan „… ein Mensch, der längerfristig eine leidenschaftliche Beziehung zu einem […] Fanobjekt hat und in die emotionale Beziehung zu diesem Objekt Ressourcen wie Zeit und/oder Geld investiert.“ Es ist die Faszination des Kollektiverlebnisses, das ihn anzieht und den Fußball zum Massenereignis macht. Der Fußball ist dabei viel mehr als nur ein Spiel, sondern er wird für viele Fans zum Inbegriff von Wünschen und Hoffnungen, ja zur Ersatzreligion heraufbeschworen. Dieses Phänomen spiegelt sich in den zahlreichen Ritualen der Verehrung wider: die Fans skandieren mantrische Gesänge, der Trainer „predigt“ in der Kabine, während die Spieler bisweilen „angebetet“ werden. Dazu gibt es Maskottchen und Objekte, um die sich diverse Mythen ranken. Die Identifikation mit einem Verein wird als sinnstiftend erlebt und zählt mehr als alles andere. Für den Schriftsteller Umberto Eco ist daher der Fußball „… einer der am weitesten verbreiteten religiösen Aberglauben unserer Zeit. Er ist heute das wirkliche Opium des Volkes.“

JUBEL & TRAUER


Es ist erstaunlich, welche Reaktion ein kugelförmiger Gegenstand beim Überschreiten der Torlinie unter erwachsenen Menschen auslösen kann. Kaum zappelt der Ball im Netz, brennen sich neben der Erinnerung an das Tor auch die Bewegung des Schützen, die Blicke des geschlagenen Torwarts und die Verzweiflung des Gegners in das Gedächtnis ein. Erst recht, seit die flüchtigen Momente medial festgehalten und beliebig oft gezeigt werden können. Historische Fotos vom Torjubel zeigen noch wenig Markantes. Die Szenen ähneln sich und wirken aus heutiger Sicht fast statisch. Man sieht fast immer das gleiche Bild: Spieler mit hoch gestreckten Armen, die sich freuen und umarmen. In den 1960er Jahren sind nur wenige Spieler für ihren ausgelassenen Torjubel bekannt, wie Lothar Emmerich für seinen „Lassowurf“. Im heutigen Medienzeitalter werden solche Momente jedoch zunehmend bewusst und publikumswirksam inszeniert. Ob ein „Schrauber“ bei Luca Toni, der Salto von Miroslav Klose, der Klinsmann-„Diver“ oder einstudierte Choreografien mit Mannschaftskollegen an der Eckfahne – der Torjubel der Spieler wird zunehmend zu ihrem Markenzeichen ausgebaut.

MEDIEN & MILLIONEN


Fußball ist in Deutschland nicht nur der populärste Freizeitsport, sondern er wird in den Medien auch am ausführlichsten gewürdigt. Der Sport bewegt sowohl die Herzen von Fans, Zuschauern und Kommentatoren, als auch die Bankkonten von Vereinen, Verbänden, Rechteagenturen, Fernsehsendern, Werbetreibenden und Unternehmen. Seit der Anfangszeit der Bundesliga geht die Professionalisierung des Sports Hand in Hand mit professionellem Marketing und einer wachsenden medialen Aufmerksamkeit. Fußball, Medien und Marketing sind zu einem neuen Bündnis zusammengewachsen und haben sich zu einem bedeutenden ökonomischen Faktor entwickelt. Aktuell zahlen die Sender den in der DFL zusammengeschlossenen 36 Clubs und Kapitalgesellschaften der ersten und zweiten Bundesliga pro Saison rund 412 Millionen Euro, ab der Spielzeit 2013/2014 werden es 628 Millionen sein, in den kommenden vier Jahren fließen also rund 2,5 Milliarden Euro für die Übertragungsrechte an die Vereine. Angesichts dieser rasanten Entwicklung der medialen Vermarktung steigen nicht nur die Honorare für die Beteiligten, sondern auch der Druck auf Spieler, Trainer und Management wächst, ebenso wie auf die Schiedsrichter, deren Entscheidungen – millionenfach per Zeitlupe beobachtet – den Ausgang eines Spiels maßgeblich beeinflussen können.

KURIOSES & SKANDALE


Im Laufe eines halben Jahrhunderts hat die Bundesliga manche Veränderung durchlaufen. Die Stadien wurden größer und komfortabler, Spielstandanzeigen wechselten von analog zu digital und der Rasen kann heute sogar beheizt werden. Für die Vereine sind dies wichtige Marksteine in ihrer Geschichte. Was hingegen bei den Zuschauern neben den sportlichen Höhepunkten in Erinnerung bleibt, sind kuriose und skandalöse Geschichten rund um Ball und Spiel. Unvergessen sind Spiele, die wegen Nebels oder eines Pfostenbruchs abgebrochen werden mussten, oder Skandale, vom Golfballwurf in Freiburg bis zur Affäre um den Schiedsrichter Robert Hoyzer. Unvergessen bleiben Geschichten über kuriose Tore, wie das Einwurf-Tor von Uwe Reinders oder das „Phantomtor“ von Thomas Helmer, und mit Schrecken erinnert man sich an die schweren Verletzungen der Spieler Ewald Lienen oder Ditmar Jakobs. Manche Geschichten rufen noch immer ein Schmunzeln hervor: Der unglückliche Tonnentritt von Jürgen Klinsmann, Staffelhunde, die den unschuldigen Spieler Friedel Rausch ins Hinterteil bissen oder Torhüter Sepp Maier, der während eines Spieles eine verirrte Ente zu fangen versuchte.

Zur Ausstellung gibt es ein abwechslungsreiches Begleitprogramm: ein Lesung von Peter Lohmeyer, ein Fußball-Diner und eine Musikveranstaltung mit Klaus Walter.

Die offizielle Eröffnung findet am selben Tag (Mittwoch, 23. Mai 2012), um 19 Uhr statt: Felix Moese (Radio FFH) im Gespräch mit Maik Franz (Hertha BSC Berlin), Jörg Jakob
(stellv. Chefredakteur kicker-sportmagazin), Roland Holschneider (dpa-Cheffotograf, Fotoredaktion Frankfurt) und Ansgar Brinkmann (ehem. FSV Mainz 05, Eintracht Frankfurt).

Ausstellungsdauer: 24. Mai 2012 bis 5. August 2012
Öffentliche Führungen: sonntags 15 Uhr und mittwochs 16 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9 – 18 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertage 11 – 19 Uhr
Eintritt: 3 EUR, ermäßigt 1,50 EUR

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