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Die Frankfurt-Tipp Autoren:

Sabina Brauner

Sabina Brauner lebt seit mehr als 15 Jahren im Rhein-Main Gebiet und davon die längste Zeit in ihrem Wunschstadtteil Bornheim „weil es Dorf, Stadt und Geselligkeit im lebenswertesten Sinn" für sie verbindet. Niemand flaniert mit so offenen Augen durch die Welt wie die gebürtige Niedersächsin, die ihre Mitmenschen am liebsten im Internet an ihren Entdeckungen teilhaben lässt. Die Amerikanistin und Politikwissenschaftlerin gründete 2007 den Blog „So nur in Frankfurt" und ist auch Frankfurts erste Über 40-Modebloggerin auf „Oceanblue Style". Hier schreibt sie vor allem über Lifestyle und Mode.

Hilfe, wo geht’s denn hier zum Film?

02.03.2018 | 10:24 Uhr | Frankfurt
Hilfe, wo geht’s denn hier zum Film?
Hilfe, wo geht’s denn hier zum Film?
Hilfe, wo geht’s denn hier zum Film?

So ein Stern auf dem Walk of Fame? Wäre das was? Wer davon träumt, kommt jetzt bei der Filmpreissaison wieder voll auf seine Kosten. Besonders spannend wird es für Filmfans am Sonntag, wenn in Los Angeles die Briefumschläge rascheln. Alle halten den Atem an, wenn es wieder heißt: „And the winner is…“ Wer sich die Nacht um die Ohren schlagen will, der kommt wie immer im Deutschen Filmmuseum voll auf seine Kosten. Dort beginnt die Live-Übertragung der 90. Verleihung ab zirka halb zwei Uhr morgens.

Wer nach einer solchen Nacht vom Film und der Schauspielerei nicht mehr los kommt, dem erzähle ich heute mal, wie ihr in Frankfurt Schauspielen könnt oder an Statistenrollen kommt.

Wie werde ich Statist für Film, TV und Theater?

In Frankfurt habe ich über viele Jahre selbst semi-professionell Theater gespielt und lege momentan ein kreatives Päuschen ein. Ausgelöst hat meine Lust auf die Bretter, die die Welt bedeuten, ein Theaterkurs an der Volkshochschule, der auch die Möglichkeit für weitere Workshops bot. Körperarbeit, Tanz und die Arbeit an einer Rolle waren wichtig. Parallel dazu, ergattere ich bei einem Casting – jawohl, auch Amateure müssen sich der Tortur des Castings unterziehen und um Rollen bangen – einen Part beim Frankfurt English Speaking Theatre e.V. (FEST). NICHT zu verwechseln mit dem professionellen English Theater an der Gallusanlage.

Derart angefixt wollte ich unbedingt besser schauspielen und belegte einen zweijährigen Kurs bei Patricia Leinhos, die selbst in New York ihre Ausbildung absolviert hat. Wer mal Lust auf eine Komparsenrolle beispielsweise im Tatort der ARD hat, lässt sich am besten in die Kartei des Hessischen Rundfunks aufnehmen. Ein Porträt- und Ganzkörperfoto unbedingt mitschicken. Beim HR habe ich schon die tollsten Sachen erlebt: spannend war es natürlich mit talentierten Schauspielern wie Claudia Michelsen im Club „Velvet“ bei brütender Hitze im Sommer ohne Klimaanlage zu drehen. Im Film „Sprinter“ war ich mit einem netten Mitspieler in einer Tanzszene zu sehen. Ach, bevor ich es vergesse: Die finanzielle Aufwandsentschädigung ist eher nicht der Rede wert.

Bereit für den Nachtdreh?

Wer sich bei einem Nachtdreh die Nacht um die Ohren schlägt, sollte WIRKLICH Lust darauf haben. Auch noch um vier Uhr morgens. Weil "Nachtdreh" im wahrsten Sinne des Wortes solches bedeutet. Das Team arbeitet die Nacht durch bis zum Morgengrauen. Während der Dreharbeiten zum ARD-Film „Alaska Johanson“  konnte ich nach mehr als 14 Stunden am Set endlich Samstagsmorgen um sechs Uhr früh nach Hause fahren und so immerhin schon die Brötchen fürs Frühstück mitbringen. Begonnen hatte der Tag am Freitagnachmittag. Gedreht wurde in einer wunderschönen Villa in Bad Homburg mit Alina Levshin. Neben der Erfahrung, keine Nachtdrehs mehr anzunehmen, hat mich die Komparsenrolle vor allem Respekt für die Arbeit der professionellen Schauspieler und Crew gelehrt, die wirklich morgens um 4 Uhr noch genauso top konzentriert und professionell auftraten wie um 4 Uhr nachmittags. Spannende Beobachtung: Jeder hat an einem Set seine Aufgabe, das heißt: Ein Regieassistent ist zuständig für alles, was die Regiearbeit unterstützt. Da wird nicht der Regisseur mit behelligt. Das ist keine Arroganz, sondern sinnvolle Aufgabenverteilung, damit alles reibungslos funktioniert und bei so vielen Leuten auch die zuständigen Ansprechpartner bekannt sind.  

Eine Komparsenrolle verlangt auch: geduldig warten können, fertig geschminkt und in komische Klamotten gesteckt. Keinen Mucks von sich zu geben am Set und sich auch nicht wie ein Fan zu verhalten und etwa Fotos von den bekannten Schauspielern zu machen.  Wobei Heike Makatsch eh nur ihren Part spielte und sofort wieder hinter die Kulissen verschwand, während ich im Publikum mit Unmengen anderer Komparsen die Reihen in einem Saal füllte.

Leidensfähigkeit schadet nicht, wenn plötzlich Make-up Artists die Haare nach Wünschen des Regisseurs so kämmen wie ich es selbst im Leben nie tragen würde. Oder die Kostümdesignerin mit Hosen und Jacken ankommt, vor denen es einen gruselt. Da heißt es: rein in die Klamotten. So habe ich mit Hochsteckfrisur am Flughafen eine gutsituierte Dame mit Perlenkette gegeben, in einem Tatort eine Ärztin (der Klassiker: war nur von hinten im Bild zu sehenJ) sowie eine polnische Reisende. Und halt im Film mit Frau Makatsch bei einer Preisverleihung das Publikum. Man kann auch sagen, ich war die dritte Frisur von oben rechts im Publikum…..

Ach, wer sich schlecht Text merken kann: Keine Bange. Komparsen sprechen nicht. Sie stehen oder gehen auf Anweisung nur herum. Dafür gibt es leider keinen Oscar, aber Spaß macht es allemal.  Mehr Theater im InsideFFM Blog lest ihr hier und über Komparsenrollen hier.

 Adressen & Infos

· Deutsches Filmmuseum Schaumainkai 1, 60594 Frankfurt

· FEST The Amateur Frankfurt English Speaking Theatre e.V.

· Komparsenrolle Hessischer Rundfunk

· Schauspieltraining:

Volkshochschule Frankfurt,

PLOT, Patricia Leinhos

Theaterschule Frankfurt

 

 

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