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Die Frankfurt-Tipp Autoren:

Sabina Brauner

Sabina Brauner lebt seit mehr als 15 Jahren im Rhein-Main Gebiet und davon die längste Zeit in ihrem Wunschstadtteil Bornheim „weil es Dorf, Stadt und Geselligkeit im lebenswertesten Sinn" für sie verbindet. Niemand flaniert mit so offenen Augen durch die Welt wie die gebürtige Niedersächsin, die ihre Mitmenschen am liebsten im Internet an ihren Entdeckungen teilhaben lässt. Die Amerikanistin und Politikwissenschaftlerin gründete 2007 den Blog „So nur in Frankfurt" und ist auch Frankfurts erste Über 40-Modebloggerin auf „Oceanblue Style". Hier schreibt sie vor allem über Lifestyle und Mode.

Yokohama, Gärten und Co: was ich auf meiner Japan-Reise gelernt habe

17.08.2018 | 07:33 Uhr | Freizeit
Yokohama, Gärten und Co: was ich auf meiner Japan-Reise gelernt habe
Yokohama, Gärten und Co: was ich auf meiner Japan-Reise gelernt habe
Yokohama, Gärten und Co: was ich auf meiner Japan-Reise gelernt habe

In dieser Woche findet in Frankfurt am Main ein Festival statt, dass mich besonders emotional werden lässt: Das erste Japan-Festival „Main-Matsuri“. (Alle Informationen zum Festival findet ihr natürlich wie immer hier auf Frankfurt-Tipp.)

Ich freue mich nicht nur über die Gelegenheit, authentisches Streetfood zu genießen oder auf die kulturellen Highlights des dreitägigen Festivals. Es ist auch eine Möglichkeit, meine Sehnsucht nach diesem traumhaft schönen Land, nach Frankfurts einzigartiger, faszinierender Partnerschaft Yokohama und vor allem aber nach meiner japanischen Freundin Satoko ein bisschen zu stillen.

In Frankfurt leben ja unglaublich viele Japaner, die ihre Kinder in Hausen auf die japanische Schule schicken und Fisch gern bei  Venos in Rödelheim kaufen. Kennengelernt hatte ich meine Freundin vor vielen Jahren in einer deutschen Sprachschule. Wie viele japanische Hausfrauen lernte sie ein bisschen Deutsch, während ihr Mann für einige Jahre nach Frankfurt beziehungsweise Europa entsendet worden war. So freundeten wir uns an. Auf meine Frage, was sie an ihrem Leben in Deutschland am meisten schätzen würde, erwiderte Satoko: „Die Ladenschlusszeiten am Sonntag“.

 Japaner würden ihre freien Tage mit Shoppen verbringen. Hier in Deutschland dagegen könnten sie raus mit den Kindern zum Fußball spielen oder einfach in Ruhe den Tag genießen. Gewohnt hat die Familie übrigens in einem niedlichen Reihenhaus in Praunheim, dass sie an die nächste japanische Familie übergab, als sie zurück nach Yokohama gezogen sind.

Überhaupt Yokohama. Was hat Frankfurt für ein Glück, diese ungewöhnlich westlich geprägten Stadt an der Ostküste der Hauptinsel Honshu als Partnerstadt zu haben. Von wunderschönen Parks über das spannende Chinatown bis hin zum Riesenrad am Hafen und seinem gigantischen Pier, komplett aus Holz konstruiert und die Form eines Bootes nachahmend.

Gezähmte Naturschönheiten

Als ich meine Freunde Zuhause in Yokohama besuchte, war der nachhaltigste Moment, dass der Ehemann meiner Freundin immer sofort in den Schlafanzug wechselte, wenn er aus dem Büro kam. Einmal mussten wir kurz zu einer Drogerie, um dort eine Busfahrkarte für mich zu kaufen (!), Da warf er sich einfach nur einen Parka über den Frotteeanzug. Fünf Tage verbrachte ich allein in der alten Kaiserstadt Kyoto. Eine ruhigere Stadt habe ich noch nicht erlebt. Alles läuft seine Bahnen. Gelernt habe ich über die Kultur auch ein wenig: Kein Essen in der Öffentlichkeit, auch nicht die Nase schnäuzen. Im Hochgeschwindigkeitszug „Shinkansen“, der pünktlicher als pünktlich einläuft, herrscht heilige Ruhe, weil alle schlafen. In den Kaufhäusern tragen die Fahrstuhlführer weiße Handschuhe. Natürlich gibt es blaues Essen, da haben die Japaner weniger Berührungsängste als wir hier :-) Und auf den Tokyo Tower in der Hauptstadt sind die Japaner unglaublich stolz.

Die Natur des Landes mit ihren feinen Blüten und Bäumen mutete so fremd und filigran an – ich erkenne sie in den kunstvollen traditionellen Kimonos, in den hauchdünnen Papierkunst Origami oder der feinen Schreibkunst wieder. Die gezähmte Schönheit der Natur entfaltet sich ja vor allem in der Pracht der Tempelgärten und Parks. Eine Ahnung von deren Schönheit können wir ja auch in Frankfurt erhaschen, im chinesischen Garten mit seinem Wasserfall und der traditionellen Zickzackbrücke (ab Sommer 2019 soll der Garten auch endlich wieder geöffnet werden) oder dem Koreanischen, der wegen mutwilliger Zerstörung nur begrenzt zugänglich ist derzeit. Meine ganz persönlichen asiatischen Momente in Frankfurt hatte ich euch aufgeschrieben.

Sehr spannend und beruhigend erlebt habe ich die japanische Sprache: Die Zeichen handschriftlich einzuüben war fast wie eine Meditation, weil es Konzentration und Sorgfalt erforderte. Und ein Charakteristikum der japanischen Kultur: Gleichmäßigkeit, Harmonie und keine individuellen Abweichungen beim Schwung – meine Lehrerin geriet immer fast aus dem Häuschen, wenn ich den Stift nicht penibel genau an der vorgeschriebenen Stelle ansetzte. Fremd für mich als Europäerin. Dass in Japan alles seinen Platz hat, empfand ich stellenweise als sehr angenehm. (Natürlich bin ich mir auch der Nachteile bewusst.) Aber also Ausländerin hatte ich ja eh Narrenfreiheit.

Puschen für alles

Ich habe also viel Platz in meinem Herzen für Japan, nur eine Kleinigkeit hat mich in meinem japanischen Bed & Breakfast in Kyoto fast zum Wahnsinn getrieben: die Sachen mit den Schlappen - Straßenschuhe aus, Puschen an im Haus. So weit so gut. Daran kann sich frau noch gewöhnen. Aber dann: Hauspuschen vor dem Bad aus, Toilettenpuschen an! Es kann sich niemand vorstellen, wie viele Verwünschungen ich ausgestoßen habe, als ich mal wieder mit den Hauspuschen in die Toilette getrampelt war…und weil auch das Internet nur begrenzt Platz hat, muss ich für heute schließen mit meinem Blick auf das Land, dass dieses Wochenende zum Festival in Frankfurt am Cronberg-Platz lädt und doch selbst gar keine eigenen Straßennamen kennt.

Habe ich euch Lust auf die asiatische Kultur und ihre Eigenarten gemacht? Dann verrate ich euch jetzt schon, was ich mir auch im September auf keinen Fall entgehen lassen werde: Das Asian Food Festival! Der Knüller daran ist die Location: Im Brentano-Bad steigt die Genuss-Sause, die den farbenfrohen Charakter der asiatischen Welt feiern will und der Völkerverständigung dienen soll. Bis dahin also und für heute: Jyane!

Lebensmittel / Speisen

- Superkato, Kornmarkt 3, 60311 Frankfurt

- Diverse Geschäfte in der Fahrgasse, 60311 Frankfurt

Gute Restaurants gibt es mittlerweile so viele in Frankfurt, dass ich meinen ganz persönlichen Favoriten nennen möchten, weil ich dort immer mit meinen japanischen Freunden gegessen habe:

- Iwase, Vilbeler Straße 31, 60313 Frankfurt

Dunkle Ecken, coole Bars - Wo Frankfurt am Urbansten ist
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