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127 Hours – Blu-Ray

127 Hours – Blu-Ray

USA/GB 2010 - mit James Franco, Kate Mara, Amber Tamblyn, Clémence Poésy ...

Filminfo

Originaltitel:127 Hours
Genre:Drama
Regie:Danny Boyle
Verkaufsstart:29.07.2011
Produktionsland:USA/GB 2010
Laufzeit:ca. 94 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Anzahl der Disc:1 (+ DVD)
Sprachen:Deutsch (5.1 DTS), Englisch (5.1 DTS HD Master Audio), Türkisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch
Bildformat:16:9 (1.85:1)
Extras:Audiokommentar, Making of, entfallene Szenen, Featurette, Kurzfilm
Regionalcode:A,B,C
Label:20th Century Fox Home Entertainment
Webseite:www.127Hours.de
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Amazon Link : 127 Hours – Blu-Ray

Film: Nach dem großen Erfolg des mehrfach preisgekrönten "Slumdog Millionär" waren die Erwartungen an den nächsten Film von Kult-Regisseur Danny Boyle ("Trainspotting") freilich sehr hoch. Doch anstatt ein Nachfolger von ähnlicher Größe abzuliefern, hat sich Boyle eher für ein klaustrophobisches Kammerspiel, ein intensives Ein-Mann-Stück entschieden, das Dank seiner originellen Inszenierung wieder ein ganz großes Stück Kino geworden ist. 

"127 Hours" basiert auf der wahren Geschichte des Extremportlers Aron Ralston, hier großartig verkörpert von James Franco, der im April 2003 eine ganz besondere Wandertour durch den abgelegenen Canyonlands National Park in Utah unternehmen wollte. Nachdem er ein kleines Stück der Strecke mit zwei jungen Frauen (Kate Mara und Amber Tamblyn) zurück legt, legt er den gefährlicheren Teil der Strecke ganz alleine zurück. Und dann geschieht das, was sich Aron selbst in seinen schlimmsten Alpträumen nicht hat vorstellen können. In einer engen Schlucht klemmt ein abstürzender Felsbrocken seinen Arm ein und Aron ist gefangen. Die nächsten 127 Stunden werden zu einem Überlebenskampf, der ihn an die Grenzen seiner Belastbarkeit führt – und weit darüber hinaus... 

Mit seiner ganz speziellen Bildsprache gelingt es Boyle erstklassig, in die Psyche von Aron Ralston einzudringen, den Zuschauer in seine immer wirrer werdende Gedankenwelt eindringen zu lassen und den Kampf ums Überleben im wahrsten Sinne des Wortes spürbar zu machen. Genau dadurch wird dieser Film aber auch zu einer echten Herausforderung für das Publikum. Auch wenn die Berichte aus den USA, wo das Finale für einige Ohnmachtsanfälle und spontanes Übergeben bei etlichen Kinobesuchern geführt haben soll, etwas übertrieben klingen, so kann ich von meiner Warte aus bestätigen, dass Atemnot und zittrige Hände keine seltene Begleiterscheinung dieses Films sind. 

Die große Kunst dabei ist, dass Boyle eigentlich recht wenig zeigt, besonders in dem Moment – und das kann verraten werden, schließlich ist die Geschichte seinerzeit durch die Weltpresse gegangen – in dem sich Ralston seine eingeklemmte Hand amputiert. Das perfekte Zusammenspiel aus Bild und Sound erzeugt erst in der Vorstellung der Zuschauer die Bilder, die so schockieren. Zu sehen selbst sind sie nicht. Die klaustrophobische Szenerie wird immer wieder durch Erinnerungsfetzen oder Halluzinationen von Ralston aufgebrochen. Allerdings sind hier die realen Momente und die Fetzen, die sich in seinem immer wirrer zu werden scheinenden Verstand abspielen, so geschickt miteinander verwoben, dass sich daraus ein packendes, faszinierendes Ganzes ergibt, das nur als Meisterleistung von Regie, Schnitt, Kamera und Sound bezeichnet werden kann. 

Doch natürlich wäre all das recht wirkungslos, könnte der Hauptdarsteller nicht auf ganzer Linie überzeugen. James Franco wächst immer mehr zu einem der besten Schauspieler seiner Generation. Wie er hier fast ganz alleine den Film trägt, ohne sich von der einnehmenden Inszenierung in den Hintergrund drängen zu lassen, ist zu Recht mit einer Oscar-Nominierung belohnt worden. Francos intensives Spiel fügt sich perfekt in den Bilderrausch ein und macht "127 Hours" zu einem wahrlich unvergesslichen Kinoerlebnis. 

Kein echtes Wohlfühlkino, keine bahnbrechende Action, keine schmucken 3D Effekte – und dennoch einer der besten Filme der letzten Monate. Eine echte Herausforderung für den Zuschauer, eine Meisterleistung aller Beteiligten vor und hinter der Kamera und daher auch: absolut sehenswert! 

Bild + Ton: Technisch liegt diese Blu-Ray auf ganz hohem Niveau. Das Bild ist absolut sauber, die Farben sind gerade in den ersten Minuten großartig abgemischt und auch kleinste Details kommen großartig zur Geltung. Beim Ton wird deutlich, welch großartige Leistung hier die Sound-Mixer abgeliefert haben. Die Klangkulisse sorgt für eine beklemmende Atmosphäre im Heimkino und macht "127 Hours" so auch auf Blu-Ray zu einem ganz besonderen Filmerlebnis. Sehr gut! 

Extras: Das Bonus-Angebot startet mit einem informativen, allerdings auch etwas trockenem Audiokommentar von Regisseur Danny Boyle, Produzent Christian Colson und Co-Drehbuchautor Simon Beaufoy, die sich neben zahlreichen technischen Aspekten insbesondere mit der dramaturgischen Umsetzung der realen Geschichte beschäftigen. Dabei wird auch der Einfluss des echten Aron Ralston thematisiert, der den Machern viele hilfreiche Informationen zur Verfügung gestellt hat, aber bei einer Szene auch darum bat, diese nicht in den Film aufzunehmen. Solche Details machen den Kommentar durchaus hörenswert, auch wenn er insgesamt etwas sehr sachlich bleibt und nur wenig echten Unterhaltungswert bietet. 

Weiter geht es mit einigen geschnittenen Szenen, zu denen auch ein alternatives Ende gehört. Dieses hat eine Länge von 21 Minuten und geht daher auch sehr viel weiter, als das kürzere Finale des Films. Zwar hat Boyle gut daran getan, das Ende kompakt und dadurch sehr viel wirkungsvoller zu halten. Doch das alternative Ende verfügt über einige sehr gute und kraftvolle Momente, die mehr als sehenswert sind. 

Das gilt auch für die knapp 15minütige Dokumentation über die Rettung von Aron Ralston. Während der Film die Ereignisse aus Arons Sicht beleuchtet, wird dem Zuschauer hier erzählt, wie Familie und Freunde die Zeit erlebt haben und verzweifelt nach Aron gesucht haben. Zu dieser äußerst interessanten Kurzdokumentation gesellt sich noch ein knapp 30minütiges Making of, das seinen Hauptschwerpunkt auf die großartige Leistung von James Franco legt. 

Eine echte Überraschung im Bonusbereich ist der Oscar-prämierte Kurzfilm "God of Love" von Luke Mathney, der rein gar Nichts mit "127 Hours" zu tun hat, aber dennoch eine schöne und sehenswerte Zugabe darstellt. 

Fazit: "127 Hours" ist ein packendes Drama, das mit seiner grandiosen visuellen Umsetzung und dem hervorragenden Hauptdarsteller von der ersten bis zur letzten Sekunde zu packen weiß. Die Blu-Ray ist technisch erstklassig umgesetzt, das Bonusmaterial ist sehr gut und fast durchweg sehenswert. Und daher gilt für diese Scheibe dann auch: absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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