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März 2019
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A Most Wanted Man

A Most Wanted Man

Großbritannien/Deutschland 2014 - mit Philip Seymour Hoffman, Rachel McAdams, Willem Dafoe, Daniel Brühl, Robin Wright u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:A Most Wanted Man
Genre:Thriller, Drama
Regie:Anton Corbijn
Kinostart:11.09.2014
Produktionsland:Großbritannien/Deutschland 2014
Laufzeit:ca. 122 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.amostwantedman.senator.de
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Auch zehn Jahre nach den verheerenden Terroranschlägen vom 11. September 2011 ist die Angst groß, dass die Geheimdienste noch einmal derart versagen könnten, wie seinerzeit in Hamburg, von wo aus 2011 die Anschläge von Mohammed Atta und seiner Terrorzelle unbemerkt vorbereitet wurden. Umso lauter läuten die Alarmglocken, als der Flüchtling Issa Karpov (Grigoriy Dobrygin), halb Russe und halb Tschetschene, in Hamburg auftaucht und Kontakt mit der hiesigen islamischen Gemeinde aufnimmt. Karpov will an das illegal erworbene Vermögen seines verstorbenen Vaters herankommen. Für die Geheimdienste ist klar, dass dieses Geld für die Finanzierung von Terroranschlägen genutzt werden soll. Günther Bachmann (Philip Seymour Hoffman), Leiter einer halboffiziellen Spezialeinheit des deutschen Geheimdienstes, soll die Wahrheit herausfinden und die Strippenzieher im Hintergrund enttarnen. Der Druck von seinen Vorgesetzten wie auch von der CIA wird immer größer, während Bachmann die idealistische Anwältin Annabel Richter (Rachel McAdams) und den zwielichtigen Banker (Willem Dafoe) dazu benutzen will, um seinen Auftrag erfolgreich abzuschließen. Doch ist Karpov wirklich Täter oder vielleicht doch nur ein Bauernopfer für die Geheimdienste?

Wie schon bei "The American" setzt Regisseur Anton Corbijn auch bei seiner John le Carré Verfilmung "A Most wanted Man" nicht unbedingt auf Tempo, sondern auf eine atmosphärische Spannung. Der erfolgreiche Fotograf setzt auch hier wieder auf stimmungsvolle Bilder, abermals untermalt mit von Herbert Grönemeyer komponierter Filmmusik, was den Darstellern genügend Raum lässt, um sich hier voll entfalten zu können. Und davon profitiert der Film spürbar, auch wenn man ihm einige Längen und eine gewisse Geschwätzigkeit unterstellen könnte. Denn auch wenn ein paar der Unterhaltungen über die Finanzierung von Terroristen, die Arbeit der Geheimdienste und korrupte Banken gerne gegen ein klein wenig klassische Thriller-Action hätten eingetauscht werden können, ist der Polit-Thriller doch schon aufgrund der starken Schauspieler und der beklemmenden Paranoia-Atmosphäre extrem spannend.

Besondere Aufmerksamkeit wird dabei natürlich dem viel zu früh verstorbenen Philip Seymour Hoffman zuteil, der hier in einer seiner letzten großen Rollen zu sehen ist. Dass es der Oscar-Preisträger schafft, die Zuschauer eigentlich nur durch seine bloße Präsenz derart zu fesseln, dass kleinere Längen schnell vergessen sind, macht noch einmal schmerzhaft deutlich, welches Talent die Filmwelt mit Hoffman verloren hat. Doch nicht nur aus ihm kann Anton Corbijn eine großartige Leistung herauskitzeln. Auch Willem Dafoe, Grigoriy Dobrygin, Rachel McAdams und Robin Wright machen aus dem Thriller ganz großes Schauspielerkino. Die hochkarätigen deutschen Nebendarsteller wie Daniel Brühl, Herbert Grönemeyer, Nina Hoss, Vicky Krieps ("Die Vermessung der Welt") oder Kostja Ullmann unterstreichen das noch äußerst eindrucksvoll.

Die auf dem 2008 veröffentlichten Roman "Marionetten" basierende Geschichte um die Machenschaften internationaler Geheimdienste könnte von ihrer Thematik aktueller nicht sein. Die interessanteste Ebene dabei ist die Fragestellung, welche Mittel gerechtfertigt sind, um das Leben von vielen Tausenden zu retten. Diverse Abhörmethoden, Entführung, Manipulation von Menschen und Beweisen – all das sind Mittel, derer sich Bachmann und sein Team hier bedienen. Doch der Film macht es sich nicht so einfach, solche Aktionen einfach als verwerflich darzustellen. Vielmehr wird der Zuschauer immer wieder in eine emotionale Zwickmühle manövriert und kann auch nach dem Film noch lange darüber nachdenken oder mit seiner Begleitung darüber diskutieren, was im Kampf gegen den Terror erlaubt sein sollte, welchen Preis unbescholtene Bürger bereit sein sollten, für Sicherheit zu zahlen und welche Grenzen hier besser nicht überschritten werden sollten. Mindestens genauso interessant ist aber die Frage, wer hier eigentlich Strippenzieher und wer Marionette ist. Und auch die Antwort auf diese Frage ist nicht so einfach, wie es zunächst den Anschein haben mag.

All das macht aus "A Most wanted Man" einen erstklassigen Polit-Thriller, der mit seiner intensiven Bildsprache, seiner hochkarätigen Besetzung und mit seiner intelligenten Dramaturgie punkten kann. Wer sich nicht davor scheut, auch bei Unterhaltungskino die kleinen grauen Zellen in Betrieb zu halten, der sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen. Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "A Most Wanted Man (Großbritannien/Deutschland 2014)"
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