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Am Ende eines viel zu kurzen Tages

Am Ende eines viel zu kurzen Tages

Irland/Deutschland 2011 - mit Thomas Brodie-Sangster, Andy Serkis, Aisling Loftus, Sharon Horgan, Jessica Schwarz u.a

Filminfo

Originaltitel:Death of a Superhero
Genre:Drama
Regie:Ian FitzGibbon
Kinostart:30.08.2012
Produktionsland:Irland/Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 96 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.kurzer-tag-derfilm.de
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Donald (Thomas Brodie-Sangster) steckt voller Wut. Er grenzt sich von seinen Eltern und seinen Mitschülern ab. Eigentlich ist das nicht wirklich ungewöhnlich für einen fünfzehnjährigen Jungen. Doch Donald hat einen triftigen Grund für seine Wut: sein kurzes Leben wird schon bald ein viel zu frühes Ende finden. Mit dem nahenden Tod versucht Donald auf seine ganz eigene Art klar zu kommen. Er flieht sich in eine Welt, die er sich durch sein Zeichentalent selber erschafft, eine Welt, in der er als muskulöser Superheld unbesiegbar ist. Als ihn seine verzweifelten Eltern wieder einmal zu einem Psychologen schicken, findet Donald nach anfänglichem Zögern in dem unkonventionellen Dr. Adrian King (Andy Serkis) eine Vertrauensperson, der er seine Ängste und dunklen Gedanken offenbaren kann. Tatsächlich scheinen ihm die Sitzungen bei Adrian zu helfen. Donald öffnet sich ein wenig mehr seiner Umwelt und lernt dadurch auch seine rebellische Mitschülerin Shelly (Aisling Loftus) kennen. Endlich fühlt sich Donald wie ein echter Teenager. Doch sein Erzfeind, der unschlagbare Tod, lauert hinter jeder Ecke und macht dem Jungen schnell klar, dass er eben kein Superheld ist...

"Am Ende eines viel zu kurzen Tages" ist die Verfilmung des gefeierten Jugendbuchs "Superhero" des neuseeländischen Autors Anthony McCarten, der für die Adaption auch das Drehbuch verfasst hat. Auf sehr einfühlsame Art erzählt Regisseur Ian FitzGibbon in seinem dritten Spielfilm die Geschichte eines Jungen, der im Angesicht des Todes die Liebe kennen lernt und so erfährt, wie lebenswert und schön das Leben sein kann. Was sehr leicht zu seichtem Kitsch hätte verkommen können, ist dank der sensiblen Regie und der originellen Inszenierung zu einem authentischen und trotz seiner Traurigkeit sehr schönen Film über das Leben und die Liebe geworden.

FitzGibbon lässt seine Hauptfigur all die Höhen und Tiefen durchleben, die den Alltag jedes ganz normalen Teenagers bestimmen. Dass Donald dem Tode geweiht ist, ist zwar allgegenwärtig und kann alleine aufgrund des Aussehens des Jungen nie vergessen werden. Dennoch sind es oft die kleinen Dinge, die ganz normalen Ängste und Hoffnungen, die sein Denken und Handeln bestimmen. Und all das verarbeitet er in der von ihm geschaffenen Comicwelt, die von dem deutschen Animationsstudio Trixter großartig umgesetzt worden ist. Die Animationen sind klassische, handgezeichnete Bilder, die dem Zuschauer einen Blick in Donalds Seele, seine Ängste und seine tief sitzende Wut offenbaren.

Diese Bilder sorgen in Verbindung mit dem starken Spiel von Thomas Brodie-Sangster ("Tatsächlich...Liebe") dafür, dass Donald zu einer sehr greifbaren Figur wird, deren Schicksal den Zuschauer berührt, ohne dass sich dieser emotional zu sehr manipuliert fühlt. Sicherlich könnten einige Momente, gerade zum Ende hin, als manipulativer Kitsch bezeichnet werden. Doch da FitzGibbon auch diese Momente eher zurückhaltend inszeniert und sie perfekt in das Gesamtbild integriert, wirken sie eigentlich nur berührend und schön und keineswegs überzogen und kitschig.

Neben dem mehr als überzeugenden Thomas Brodie-Sangster hat FitzGibbon aber auch die übrigen Darsteller sehr gut ausgewählt. Andy Serkis liefert als Psychiater eine hervorragende Leistung ab. Zwar erinnert er schon äußerlich arg an Robin Williams in "Good Will Hunting" und auch insgesamt kann die Beziehung zwischen Adrian und Donald mit dem Gus van Sant Film verglichen werden. Doch auch das fällt wenig störend auf. Vielmehr kann hier gesagt werden: besser gut kopiert, als schlecht selbst gemacht. Die junge Aisling Loftus komplettiert das den Film tragende Darsteller-Trio mit einem sehr charmanten und natürlich wirkenden Spiel, das schnell deutlich macht, warum Donald in Gegenwart von Shelly zumindest kurzzeitig seiner Traurigkeit und Wut entfliehen kann.

"Am Ende eines viel zu kurzen Tages" ist ein bewegender, trauriger, zum Teil aber auch erstaunlich amüsanter und sehr, sehr schöner Film. Ein Drama, das nicht nur Einblicke in die zerrissene Seele eines Teenagers offenbart, sondern gleichzeitig auch zeigt, wie schön das Leben sein kann, wenn man es nur zulässt. Ob als Buch oder Film, diese Geschichte ist: absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Am Ende eines viel zu kurzen Tages (Irland/Deutschland 2011)"
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