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Juni 2018
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Anna Karenina

Anna Karenina

Großbritannien/Frankreich 2012 - mit Keira Knightley, Jude Law, Aaron Taylor-Johnson, Kelly Macdonald, Matthew Macfadyen u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Anna Karenina
Genre:Drama, Romantik
Regie:Joe Wright
Kinostart:06.12.2012
Produktionsland:Großbritannien/Frankreich 2012
Laufzeit:ca. 129 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.annakarenina-film.de
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Die Geschichte von "Anna Karenina" gehört nicht nur zu einem der ganz großen Meisterwerke der Weltliteratur. Leo Tolstojs Roman bot auch schon mehrfach die Vorlage für mal mehr, mal weniger gelungenen Filmadaptionen. Nun hat sich auch Joe Wright, der sich schon mit Filmen wie "Stolz und Vorurteil" und "Abbitte" als Meister des emotionalen Ausstattungskinos bewiesen hat, des zeitlosen Stoffes angenommen und hat mit einem Drehbuch des preisgekrönten Dramatikers Tom Stoppard eine sehr eigenwillige Interpretation abgeliefert, die viele Stärken, aber auch einige eklatante Schwächen aufweist.

An der Geschichte selbst hat sich im Kern wenig geändert: Im Jahr 1874 lebt die schöne Anna Karenina (Keira Knightley) ein privilegiertes Leben an der Seite des hochrangigen Regierungsbeamten Karenin (Jude Law) in St. Petersburg. Um die Ehe ihres umtriebigen Bruders Oblonskij (Matthew Macfadyen) zu retten, reist Anna nach Moskau, nicht ahnend, dass sie dadurch ihre eigene Ehe aufs Spiel setzen wird. Denn als sie in Moskau den attraktiven Kavallerie-Offizier Wronskij (Aaron Taylor-Johnson) kennen lernt, fühlt sie sich sofort zu dem jungen Mann hingezogen. Selbst eine überstürzte Rückreise nach St. Petersburg kann an ihrem Gefühlschaos wenig ändern, zumal ihr Wronskij bald nachreist. Es beginnt eine leidenschaftliche Affäre, die nicht nur für die beiden Liebenden dramatische Folgen haben wird...

"Anna Karenina" ist wahrlich kein leicht verfilmbarer Stoff, da die sehr umfangreiche Romanvorlage mehrere Geschichten miteinander zu einem äußerst komplexen Ganzen verwebt. Tom Stoppard hat es aber geschafft, in seinem Drehbuch die Essenz des Romans herauszufiltern. Freilich sind zahlreiche Aspekte des Buches verloren gegangen, dennoch wirkt diese Interpretation weder lückenhaft, noch gehetzt. Wright und Stoppard waren dabei zwei Aspekte besonders wichtig. Zum einen wollten sie sich, im Gegensatz zu den meisten Verfilmungen zuvor, nur auf die Figur der Anna konzentrieren, sondern auch der Liebesgeschichte um Levin (Domhnall Gleeson) und Kitty (Alicia Vikander) viel Raum schenken. Zum anderen sollte weder an den üblichen Drehorten in Russland, noch an den Schauplätzen in England, an denen Wright seine früheren Filme inszeniert hatte, gedreht werden. Vielmehr sollte ein Ort gefunden werden, der die russische Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts versinnbildlichen sollte.

Der perfekte Ort dafür war für Wright ein altes Theaterhaus. In diesem sollte seine Version der Geschichte vorrangig spielen, wobei sich die Bühne vor den Augen der Zuschauer in die verschiedenen Schauplätze der Geschichte verwandeln sollte. So baute der Theater-versierte Stoppard Kulissenbauer genauso in die Handlung ein, wie die Bereiche vor und hinter der Bühne. Das Theater wird hier von einem Mikrokosmos zu einer ganzen Welt voller Wunder und Schönheit, die "Anna Karenina" zu einem wahren Fest fürs Auge macht.

Doch dieser faszinierende Effekt nutzt sich nach einiger gewissen Zeit ein wenig ab und dann wird klar, dass der Film trotz seiner visuellen Eleganz und seiner originellen Inszenierung eine große Schwäche hat. Diese liegt in der Charakterzeichnung, die derart unterkühlt ausgefallen ist, dass es schwer fällt, eine emotionale Bindung zu den Figuren aufzubauen. So schön der mal glückliche, mal dramatische Liebesreigen auch anzusehen ist, es fehlt einfach der zündende Funke, der es dem Zuschauer warm ums Herz werden lässt. Bei über zwei Stunden Laufzeit hat das freilich zur Folge, dass sich eine gewisse Langeweile einstellen kann.

Es ist Joe Wright hoch anzurechnen, dass er sich gewagt hat, die ausgetretenen Pfade des großen Kostümdramas zu verlassen, um seinem Publikum ein erfrischendes, originelles und visuell beeindruckendes Filmerlebnis zu bieten. Das ist ihm dann auch wirklich gut gelungen. Wäre der Film auf seiner emotionalen Ebene gleichermaßen gelungen, so hätte "Anna Karenina" zweifelsohne das Zeug zum Klassiker gehabt. So ist das Ganze reines Augenfutter, das in der ersten Stunde noch fesseln und gut unterhalten kann, dann aber deutlich an Kraft verliert. Dennoch - alleine für den originellen Ansatz gibt es ein verdientes: Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Anna Karenina (Großbritannien/Frankreich 2012)"
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