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Juni 2018
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Auge um Auge

Auge um Auge

USA/Großbritannien 2013 - mit Christian Bale, Woody Harrelson, Casey Affleck, Forest Whitaker, Zoe Saldana u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Out of the Furnace
Genre:Drama, Thriller
Regie:Scott Cooper
Kinostart:03.04.2014
Produktionsland:USA/Großbritannien 2013
Laufzeit:ca. 117 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.augeumauge-derfilm.de
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Russell Baze (Christian Bale) versucht allen Widrigkeiten zum trotz ein rechtschaffendes Leben in dem wirtschaftlich stark angeschlagenen Braddock, Pennsylvania, zu führen. Die Arbeit im örtlichen Stahlwerk ist hart, bringt aber das Geld, das er für die Pflege von seinem kranken Vater und für seine eigene Zukunft mit der Kindergärtnerin Lena (Zoë Saldana) braucht. Zudem muss er immer wieder für die Schulden aufkommen, die sein Bruder Rodney (Casey Affleck) bei dem Buchmacher John Petty (Willem Dafoe) macht. Russell weiß, dass ihn sein Bruder braucht, da dieser nach vier Einsätzen im Irak mit dem ganz normalen Alltag in Braddock einfach nicht mehr klar kommt. Es ist kein einfaches Leben, das Russell führt. Aber dennoch ist er zufrieden, zumal ihm Lena immer wieder etwas Licht in die allgegenwärtige Düsternis bringt. Doch ein unglücklicher Autounfall bringt alles zum Einsturz. Russell muss ins Gefängnis, wird von Lena verlassen und kann nicht bei seinem Vater sein, als dieser stirbt. Als er endlich entlassen wird, versucht er schnell, sein Leben wieder in die richtige Spur zu bekommen. Doch dann lässt sich Rodney mit dem eiskalten Harlan deGroat (Woody Harrelson) ein und tritt damit Ereignisse los, die nicht nur für ihn, sondern auch für seinen Bruder in einer Katastrophe enden könnten…  

Mit "Auge um Auge" liefert der Drehbuchautor und Filmemacher Scott Cooper den lang erwarteten Nachfolger für sein mehrfach ausgezeichnetes Regiedebüt "Crazy Heart" aus dem Jahr 2009 vor. Beiden Filmen sind eine sehr authentisch wirkende Grundstimmung und eine gefallene Hauptfigur, die sich den Weg zurück ins Leben kämpfen will, gemein. Doch auch wenn es einige thematische Überschneidungen gibt, geht das triste Rachedrama doch ganz andere Wege, als der intensive Musikfilm. Von der ersten Minute an liegt ein bedrückender Schatten über der Geschichte von "Auge um Auge". Man spürt als Zuschauer, dass in Braddock Perspektivlosigkeit und Armut regieren. Trotz der sehr zurückhaltenden Regie schafft es Cooper alleine mit wenigen sehr eindringlichen Bildern zu verdeutlichen, wie hart Russell dafür arbeiten muss, in dieser Welt sein Glück zu finden. Doch obwohl sein Vater krank, sein Bruder durch die Kriegseinsätze depressiv und die finanzielle Lage mehr als angespannt ist, lässt er sich vom Leben nicht kleinkriegen. Kraft dafür sammelt er in den wenigen Momenten reinen Glücks, die er mit Lena verbringen darf.

Dadurch, dass es im ersten Akt so gut gelingt, Russell als aufrechten Kämpfer zu zeigen, der es mit seiner Art schafft, selbst brenzlige Situationen wie dem ersten Aufeinandertreffen mit dem brutalen Hitzkopf Harlan sofort zu entschärfen, wirkt sein tiefer Fall umso tragischer. Man wünscht sich für Russell, dass er es schafft, aus dem tiefen Loch, in das er durch einen unglücklichen Moment der Unachtsamkeit fällt, wieder hinauszusteigen. Dass dies nicht durch sein eigenes Verschulden, sondern durch die Menschen in seinem Umfeld unmöglich gemacht wird, lässt dieses Drama zu einer echten Tragödie werden. Je mehr Russell versucht, wieder nach oben zu kommen, desto tiefer fällt er. Lenas Unvermögen, ihm in der schweren Zeit beizustehen, Rodneys Verlangen, seine inneren Dämonen durch illegale Boxkämpfe zum Schweigen zu bringen und auch das Verbot des Staates, dass Russell an der Beerdigung seines Vaters teilnehmen darf – all das sind Elemente, die verhindern, dass er selbst mit seinem aufrechten Charakter ein gutes Leben führen kann.

Das intensive Spiel der Darsteller, insbesondere von Christian Bale, Casey Affleck und einem extrem furchteinflößenden Woody Harrelson, unterstreichen die extrem düstere und triste Grundatmosphäre der Geschichte. All das trägt dazu bei, dass "Auge um Auge" ein sehr schwerer und unbequemer Film geworden ist. Obwohl es dramaturgisch nicht unbedingt Spannung im klassischen Sinn gibt, ist man als Zuschauer bis zum sehr konsequenten Finale extrem angespannt. Sich hier einfach fallen lassen zu können und zwei Stunden pures Unterhaltungskino genießen zu können, ist hier nicht möglich. "Auge um Auge", produziert von Leonardo DiCaprio und Ridley Scott, ist kein Film zum Abschalten, keine kurzweilige Realitätsflucht, sondern extrem harte Kost, die dem Publikum mit ihrer sehr ruhigen Erzählweise und ihrer überlagernden Hoffnungslosigkeit viel abverlangt. Wer sich darauf einlässt, der wird mit ganz großem Schauspielerkino belohnt und kann mit Sicherheit auch die exzellente Arbeit von Kameramann Masanobu Takayanagi und den atmosphärischen Soundtrack von Dickon Hinchliffe würdigen. In dem Fall gibt es auch ein klares "Sehenswert". Wer aber einen eher massentauglichen Rachethriller mit hohem Unterhaltungswert sucht, der wird von der Schwere dieses Werks garantiert erdrückt werden!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Auge um Auge (USA/Großbritannien 2013)"
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