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Cinema Jenin - DVD

Cinema Jenin - DVD

Israel/Deutschland 2012

Filminfo

Genre:Dokumentarfilm
Regie:Marcus Vetter
Verkaufsstart:04.01.2013
Produktionsland:Israel/Deutschland 2012
Laufzeit:ca. 106 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch, teilw. OmU (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (1.85:1)
Extras:Interview, Trailer
Regionalcode:2
Label:Senator Home Entertainment
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Amazon Link : Cinema Jenin - DVD

Inhalt: In seiner Dokumentation "Das Herz von Jenin"  im Jahr 2008 erzählte Filmemacher Marcus Vetter die Geschichte des Palästinensers Ismail Khatib, dessen elfjähriger Sohn Ahmed 2005 in einem Flüchtlingslager von Jenin durch eine Kugel der israelischen Armee getötet worden war. Anstatt sich vom Hass auf Israelis überrollen zu lassen, entschloss sich Khatib damals, die Organe seines Sohnes israelischen Kindern zu spenden. Er wollte nicht, dass sein Sohn für Hass und Krieg sterben musste, er wollte dem sinnlosen Tod seines Kindes eine ganz besondere Bedeutung geben und dadurch den Hass durchbrechen. Eine Geschichte, die Vetter unbedingt der Welt erzählen wollte. Der Erfolg seiner preisgekrönten Dokumentation reichte Vetter aber nicht aus. Inspiriert von Ismail Khatib wollte er auch etwas schaffen, das eine nachhaltige Veränderung in der Region erreichen könnte.

"Cinema Jenin" dokumentiert genau dieses Bemühen des Filmemachers. Zusammen mit Ismail Khatib und seinem Übersetzter Fakhir Hamad plante Vetter, das verfallene Kino "Cinema Jenin" wieder aufzubauen und aus dem Haus, das einst als bedeutendstes Lichtspielhaus Palästinas galt, ein Kulturzentrum für die ganze Region zu machen. Ein ambitioniertes Unterfangen, für das nicht nur Geldgeber und freiwillige Helfer, sondern natürlich auch die Genehmigung verschiedener Behörden benötigt wurde. In seinem Film zeichnet Vetter den schwierigen Verlauf des Projekts nach, der von vielen Erfolgen, aber auch von Rückschlägen gekennzeichnet war und bei dem er und seine Helfer mehr als einmal gegen Vorurteile, Misstrauen und Bürokratie kämpfen müssen.

Dabei bietet die Dokumentation sehr bewegende Momente, Augenblicke, die nur verwundern oder regelrecht wütend machen, aber auch sehr entspannte und amüsante Momentaufnahmen. Dadurch entsteht ein sehr einnehmendes Gesamtbild, das nicht nur die Leidenschaft aller Beteiligten für das Projekt, sondern auch dessen Bedeutung für die Region offenbart. Denn "Cinema Jenin" macht deutlich, dass es nicht immer die großen politischen Taten sind, die für eine friedliche Annäherung notwendig sind. Oftmals sind es die scheinbar kleinen Schritte ganz normaler Menschen, durch die wichtige Brücken geschlagen werden.

Dass das Kino, das 2010 unter weltweiter Beachtung knapp 20 Jahre nach seiner Schließung wieder eröffnet worden ist, mit seiner friedensorientierten Botschaft nicht bei allen Bewohnern der Region, aber auch die Bedeutung eines solchen Projekts, das sich gegen Angst und Widerstände behaupten muss. Auch wenn der Film mit seiner oftmals sehr zurückhaltenden Inszenierung nicht ganz über die Kraft verfügt, die das Projekt "Cinema Jenin" an sich auf lange Sicht bewirken soll, so ist Marcus Vetter doch insgesamt ein äußerst mitreißender Dokumentarfilm gelungen, der nicht nur Zuschauern, die sich für den politischen Konflikt und Versuche für dessen Bewältigung interessieren, wärmstens ans Herz gelegt werden kann. Sehenswert!

Bild + Ton: Für eine Dokumentation liegen Bild- und Tonqualität der DVD auf einem absolut zufriedenstellenden Niveau. Gerade bei den ruhigeren Außenaufnahmen ist das Bild sehr sauber, verfügt über eine gute Gesamtschärfe und eine authentische Farbgebung. Bei dunkleren Innenaufnahmen gibt es zwar kleinere Qualitätseinbußen, doch diese halten sich stets auf einem erträglichen Niveau. Der Ton bleibt weitgehend zurückhaltend, doch neben den Interviews und Unterhaltungen sorgen die Umgebungsgeräusche für eine stimmige Atmosphäre. Gut!

Extras: Als Bonus hat die DVD neben dem Trailer und weiteren Programmtipps lediglich ein kurzes Interview mit Regisseur Marcus Vetter (ca. 9 Min.) zu bieten. Dies ist allerdings extrem interessant und stellt dadurch eine gute Ergänzung zur Dokumentation dar. Noch weitere Hintergrundinformationen wären für interessierte Zuschauer aber sicherlich wünschenswert gewesen.

Fazit: "Cinema Jenin" ist eine gute und ambitionierte Dokumentation, die auf mal bewegende, mal erfrischend unterhaltsame Art der Frage nachgeht, ob ein Projekt wie der Aufbau eines alten Kinos den Konflikt zwischen Israel und Palästina tatsächlich positiv beeinflussen kann. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie viel Menschen, die davon überzeugt sind, sich hassen zu müssen, weil sie so verschieden sind, letztendlich doch verbindet und dass es meist die kleinen Schritte sind, die sie wieder näher bringen. Ein in vielerlei Hinsicht interessanter und spannender Dokumentarfilm, der nicht nur an dem politischen Konflikt interessierten Zuschauern wärmstens ans Herz gelegt werden kann.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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