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Cloud Atlas – Blu-Ray

Cloud Atlas – Blu-Ray

USA/Deutschland 2012 - mit Tom Hanks. Halle Berry, Jim Sturgess, Ben Whishaw, Jim Broadbent, Hugh Grant, Doona Bae u.a

Filminfo

Originaltitel:Cloud Atlas
Genre:Abenteuer, Action, Sci-Fi, Drama
Regie:Lana & Larry Wachowski, Tom Tykwer
Verkaufsstart:16.04.2013
Produktionsland:USA/Deutschland 2012
Laufzeit:ca. 172 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch, Englisch (DTS HD-Master Audio 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (2.40:1) 1080p High Defintion
Extras:Making of, Europapremiere, Trailer
Label:Warner Home Video Germany
Webseite:www.cloudatlas-derfilm.de
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Amazon Link : Cloud Atlas – Blu-Ray

Film: Vorwürfe, denen sich das zeitgenössische Unterhaltungskino immer wieder ausgesetzt sieht, sind fehlender Mut, mangelnde Originalität und das ständige Aufwärmen bekannter und viel zu abgenützter Zutaten. In manchen Monaten kommt beim Blick auf das Kinoprogramm tatsächlich der Eindruck auf, als gäbe es kaum etwas anderes als Fortsetzungen oder Remakes. Sicherlich gibt es auch darunter immer wieder ganz hervorragende und extreme unterhaltsame Werke. Doch etwas, das sich neu oder erfrischend anders anfühlt, gibt es wirklich nur noch ganz selten. Das Problem dabei ist aber auch, dass es nicht nur den Machern an neuen Ideen und dem Mut, diese umzusetzen, mangelt, sondern auch, dass sich für ambitionierte, andersartige Filme nur schwer ein breites Publikum finden lässt. Und ohne Publikum werden lieber weiter lukrative Fortsetzungen finanziert.

"Cloud Atlas" ist wieder mal ein Film, der sich den gängigen Sehgewohnheiten komplett entzieht. Ob man das Endergebnis nun faszinierend, wundervoll und schön oder langatmig, verwirrend und schrecklich findet, sei Jedem selbst überlassen. Geschmäcker sind zum Glück ja verschieden. Doch den Vorwurf fehlender Originalität und fehlenden Mutes kann der aufwendigen Produktion nun wirklich nicht gemacht werden. Tom Tykwer inszenierte gemeinsam mit den Geschwistern Lana und Andy Wachowski ("Matrix") sechs miteinander verwobene Geschichten, die einen Zeitraum von 500 Jahren umspannen, wobei viele der prominenten Darsteller wie Tom Hanks, Halle Berry, Hugh Grant, Jim Broadbent oder Doona Bae gleich mehrere Rollen spielen durften. Dabei wurden sie mitunter durch die hervorragende Arbeit der Maskenbildner derart unkenntlich gemacht, dass es in einigen Fällen eine echte Überraschung ist, wenn im Abspann gezeigt wird, wer welche Figuren verkörpert hat.

Den Inhalt des Films kurz zusammen zu fassen, ist nahezu unmöglich und soll an dieser Stelle auch gar nicht erst versucht werden. Auch eine genaue sachliche oder philosophische Analyse, zu der dieses Werk durchaus einlädt, macht in meinen Augen nur wenig Sinn. Denn "Cloud Atlas" ist einer der Filme, die jeder Zuschauer für sich ganz persönlich erfahren wird. Das Problem bei der enormen Flut an Bildern, Handlungssträngen und Bedeutungsebenen ist allerdings, dass es relativ lange dauert, bis sich der Film gesetzt hat. Da kann es schon mal passieren, dass sich der erste Eindruck im Laufe einiger Tage noch ändern kann, sofern das Gesehene einen nur schwer loslässt und man sich auch im Nachhinein noch auf eine genauere Reflektion einlässt. Da bei den meisten Zuschauern aber der unmittelbare Erfahrungswert zählt und der Film damit auch schnell abgehakt wird, könnte es "Cloud Atlas" schwer fallen, bei einem breiteren Publikum seine volle und tatsächliche Kraft zu entfalten. Das magere Einspielergebnis an den Kinokassen scheint diese Befürchtung zu bestätigen.

Sicherlich lässt sich über bestimmte Aspekte des Films eine klare Aussage treffen. Die Ausstattung, die Spezialeffekte, die bereits erwähnte Arbeit der Maskenbildner und auch die meisten Darsteller können eigentlich nur positiv bewertet werden. Doch ob das auch für den Gesamteindruck gilt, hängt sehr viel mehr als bei anderen Filmen vom persönlichen Erleben des Films ab. Damit ist "Cloud Atlas" in etwa vergleichbar mit Terrence Malicks "The Tree of Life", der das Publikum ja auch extrem gespalten hat. Allerdings findet das Erleben des Films nicht wie bei Malick vornehmlich auf einer spirituellen Ebene statt. Bei "Cloud Atlas" kommen noch zahlreiche weitere Ebenen dazu, auf der dieser äußerst komplexe Film auf ganz persönliche Art empfunden werden kann. Und während die Einen von den Geschichten, den Bildern, der Musik oder einer Botschaft, die man zu erkennen glaubt, berührt und mitgerissen wird, lösen der Wust an ständig wechselnden Erzählsträngen, an philosophischen, religiösen oder ethischen Untertönen in der Geschichte oder der hier und da doch etwas dick aufgetragene Pathos bei anderen Langeweile, Unverständnis oder im schlimmsten Fall sogar pures Ärgernis aus.

Statt einer allgemein gehaltenen Empfehlung kann ich daher nur meine ganz persönliche Empfindung aussprechen. Mich hat "Cloud Atlas" auf einer rein technischen Ebene absolut fasziniert. Es hat mich zudem gefreut, dass mir hier etwas vorgesetzt wurde, das sich, obwohl es aus vielen bekannten Zutaten besteht, irgendwie neu und einfach anders angefühlt hat. Ich würde nicht so weit gehen, zu behaupten, dass ich alle Zusammenhänge zwischen den einzelnen Erzählsträngen und ihre zugrundeliegende Bedeutung verstanden hätte. Dennoch hat der Film mich nicht komplett verwirrt zurückgelassen. Vielmehr habe ich mich von den Bildern und einigen sehr starken Handlungselementen ein wenig erschlagen gefühlt. Ich musste den Film sich erst einmal setzen lassen, bevor ich zu dem Schluss gekommen bin, dass "Cloud Atlas" für mich persönlich ein ganz großartiger Film ist – dass ich aber gleichzeitig auch Jeden verstehen kann, den dieses Werk so gar nicht erreicht hat. Daher meine Empfehlung: wenn Sie das Gefühl haben, dass es immer nur das Gleiche zu sehen gibt, dann wagen Sie das Risiko und sehen sich "Cloud Atlas" an. Denn selbst, wenn Sie nicht zu denen gehören, die am Ende total begeistert sind, so können Sie zumindest nicht behaupten, etwas Vergleichbares schon einmal in dieser Form gesehen zu haben. Und das ist doch auf jeden Fall das Geld  für die DVD/Blu-Ray wert!

Bild + Ton: In technischer Hinsicht kann die Blu-Ray voll und ganz überzeugen. Das Bild ist absolut sauber, Verschmutzungen oder Bildstörungen sucht man hier vergebens. Die Bildschärfe liegt auf sehr hohem Niveau, selbst in dunkleren Momenten lassen sich kleinere Details noch sehr gut erkennen. Und auch die Farbgebung und eine gute Bildtiefe bestätigen diesen sehr positiven Eindruck. Gleiches gilt auch für den DTS HD-MA 5.1 Mix, der nicht nur die Dialoge und die Musik klar und kraftvoll erklingen lässt, sondern auch mit zahlreichen gut abgemischten Soundeffekten und atmosphärischen Umgebungsgeräuschen für viel Bewegung im Surround-Bereich sorgt. Sehr gut!

Extras: In Sachen Bonusmaterial enttäuscht die Blu-Ray ein wenig. Einzig ein Blick auf die Europapremiere des Films (ca. 6 Min.), sowie vier viel zu kurze Making of Clips, die sich mit der Action (ca. 4 Min.), den Stars (ca. 3:30 Min.), der Story (ca. 5 Min.) und den verschiedenen Rollen (ca. 6 Min.), die von den Hauptdarstellern gespielt werden, beschäftigen, hat die Disc zu bieten. Da die Making of Clips zuvor schon im Internet zu sehen waren, gibt es hier also nichts wirklich Neues zu sehen – dabei schreit ein Film wie "Cloud Atlas" geradezu nach einer ausführlichen Begleitdokumentation. Schade!

Fazit: "Cloud Atlas" ist ein Film, an dem sich die Geister scheiden. Doch ganz egal, ob man von den verschachtelten Geschehen, das sich auf verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen abspielt, fasziniert oder genervt ist, es bleibt unbestreitbar, dass Tom Tykwer und die Wachowski Geschwister ein ganz besonderes Werk geschaffen haben, das nicht nur visuell in einer eigenen Liga spielt und sich nur schwer mit anderen Filmen vergleichen lässt. Auf der Blu-Ray präsentiert sich der im Kino leider eher enttäuschend gelaufene Film in erstklassiger Bild- und Tonqualität, einzig das Bonusmaterial wird der Qualität des Hauptfilms nicht gerecht. Trotzdem gibt es unterm Strich ein: absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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