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Das Märchen der Märchen – DVD

Das Märchen der Märchen – DVD

Großbritannien/Italien/Frankreich 2015 - mit Salma Hayek, Vincent Cassel, Toby Jones, John C. Reilly, Stacy Martin, Shirley Henderson u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung - Film:
Ausstattung:

Filminfo

Originaltitel:Tale of tales
Genre:Fantasy, Abenteuer, Drama
Regie:Matteo Garrone
Verkaufsstart:10.03.2016
Produktionsland:Großbritannien/Italien/Frankreich 2015
Laufzeit:ca. 129 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (2.35:1)
Extras:Making of, Interviews, Hinter den Kulissen, Trailer
Regionalcode:2
Label:Concorde Home Entertainment
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Amazon Link : Das Märchen der Märchen – DVD

Film: Es war einmal… ein Land voller Magie und mystischen Wesen. Hier existieren drei Königreiche in friedlicher Eintracht nebeneinander. Die Königin von Longtrellis (Salma Hayek) wünscht sich nichts sehnlicher, als ein Kind. Doch leider konnte ihr der König (John C. Reilly) bislang keines schenken, weshalb er zu ungewöhnlichen Mitteln greift: das Herz eines Seeungeheuers soll eine sofortige Schwangerschaft bringen. Doch so ein Zauber fordert natürlich seinen Preis. Im benachbarten Strongcliff frönt der König (Vincent Cassel) seiner Vorliebe für schöne Frauen, ist dabei aber ein wenig gelangweilt, da er sich sicher ist, mittlerweile jede Frau aus seinem Königreich in seinem Bett gehabt zu haben. Doch dann verliebt er sich hals über Kopf in eine mysteriöse Frau, deren Gesicht er bislang nicht zu sehen bekommen hat. Doch ihre Stimme alleine reicht aus, um ihn völlig verrückt zu machen. Er ahnt nicht, dass es sich bei der Angebeteten um die hässliche Greisin Dora (Hayley Carmichael) handelt, die mit ihrer Schwester Imma (Shirley Henderson) völlig zurückgezogen lebt. Doch dann macht ein Zauber sie zu einer schönen jungen Frau (Stacy Martin) – mit ungeahnten Folgen. Und auch in Highhill hat der alleinerziehende König (Toby Jones) mit ganz besonderen Problemen zu kämpfen. Nach dem Tod seines geliebten Riesenflohs ruft er zu einem Wettbewerb auf: wer anhand der abgezogenen Haut des Flohs erraten kann, um welches Tier es sich bei dem Wesen gehandelt hat, darf seine Tochter Violet (bebe Cave) heiraten. Zu dumm nur, dass ausgerechnet ein wilder Oger als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgeht…

Für seinen neuesten Film hat der gefeierte Filmemacher Matteo Garrone ("Gomorrah") drei der insgesamt 50 Märchen aus dem Buch "Il Racconto die Racconti", zu Deutsch "Das Märchen der Märchen", von Giambattista Basile (1570 – 1632) zu einem skurril-grotesken Bilderrausch verwoben. Obwohl es Feen, Fabelwesen und eine schöne Königin gibt, ist dieser Film wahrlich nichts für Kinder. Denn Garrone geizt neben schönen und fantasievollen Bildern auch nicht mit Grausamkeiten und Erotik, mit düsterer Verzweiflung und todbringender Liebe. Kein Wunder, sind das doch alles Zutaten der Vorlage, die schon die Gebrüder Grimm zu einigen ihrer Märchen inspiriert hat. Mit tollen Kostümen, einer großartigen Ausstattung und atmosphärischen Drehorten ist "Das Märchen der Märchen" visuell gesehen wirklich ein Fest für die Sinne.

Das gilt für den Rest der Inszenierung allerdings nur bedingt. In vielen Szenen setzt Garrone auf schwelgerische Langsamkeit, was den Erzählfluss stellenweise arg zäh erscheinen lässt. Gleichzeitig werden einige Handlungselemente nur angedeutet, weshalb sich einige Zuschauer ab und an fragen könnten, was das Ganze eigentlich soll. Natürlich handelt es sich bei den Geschichten um Märchen mit viel Symbolismus und Raum für Interpretationen. Da muss nicht alles bis ins kleinste Detail erklärt werden. Doch da durch einige enorme Längen bei so Manchem einfach das Interesse daran schwinden dürfte, sich große Gedanken über die Bedeutung der Geschichten zu machen, kann die Dramaturgie etwas dünn wirken.

Die sperrige Inszenierung trübt den Unterhaltungswert des in anderen Aspekten so gelungenen Märchenfilms deutlich. Was eigentlich nur Vergnügen bereiten sollte, ist oft einfach nur anstrengend, was auch die tollen Bilder irgendwann nicht mehr gänzlich auffangen können. Sicherlich, es kann Garrone angerechnet werden, dass er einen solchen Film jenseits des Mainstreams inszeniert hat und so etwas wirklich Eigenes und Besonderes geschaffen hat. Und es wird garantiert auch Zuschauer geben, die genau das an diesem Werk schätzen werden. Doch es wäre sicherlich auch machbar gewesen, künstlerischen Anspruch und kreative Eigenständigkeit mit einer Zugänglichkeit für ein noch breiteres Publikum zu verbinden. So ist "Das Märchen der Märchen" ein künstlerisch wertvoller, inhaltlich aber etwas zu elitärer und dadurch unterkühlter Film geworden, der es aus visueller Sicht verdient hätte, mehr Zuschauer ansprechen zu können. Daher gibt es auch unterm Strich nur mit kleinen Abstrichen noch ein "Sehenswert"!

Bild + Ton: Das Bild der DVD ist absolut sauber und präsentiert das Geschehen in warme, kraftvolle Farben getaucht. Dadurch wird die ganz besondere Atmosphäre und Bildsprache des Films sehr gut unterstrichen. Die Gesamtschärfe liegt auf einem sehr guten Niveau, wobei auch kleinere Details in der Regel gut zur Geltung kommen. Der Ton liegt in einem angenehm lebhaften Dolby Digital 5.1 Mix vor, der die Stimmen gut verständlich auf den Soundtrack und die diversen kleineren Soundeffekte abgestimmt aus den Lautsprechern erklingen lässt. Gut!

Extras: Auch wenn der Film seine Schwächen hat, so kann doch zumindest das Bonusmaterial auf ganzer Linie überzeugen. Herzstück der Extras ist ein wirklich sehenswertes Making of (ca. 54:02 Min.), das angenehm promo-frei auf den Dreh spezieller Szenen und andere Aspekte der Produktion eingeht. Daneben gibt es noch vier Interviews mit Vincent Cassel, Toby Jones, John C. Reilly und Stacy Martin (zusammen ca. 11:38 Min.), einen kurzen Blick hinter die Kulissen (ca. 3 Min.), sowie den Trailer zum Film. Gut!

Fazit: "Das Märchen der Märchen" ist ein Fantasy-Märchen jenseits des Mainstream. Matteo Garrone hat hier etwas ganz Eigenes, Besonderes geschaffen, sowohl in positiver, als auch in negativer Hinsicht. Denn neben den vielen positiven Aspekten hat sein Film auch mit vielen sperrigen, langatmigen Szenen zu kämpfen, die den Unterhaltungswert oft deutlich nach unten drücken. Trotzdem ist der Film auf seine ganz eigene Art faszinierend genug, um das größtenteils auffangen zu können. Die DVD präsentiert dieses Märchen für Erwachsene in guter Bild- und Tonqualität und hat bei den Extras noch ein sehr gutes Making of im Angebot. Dafür gibt es ein klares: Empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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