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Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

Neuseeland/USA 2012 - mit Martin Freeman, Ian McKellen, Richard Armitage, James Nesbitt, Cate Blanchett, Andy Serkis ...

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:The Hobbit: An Unexpected Journey
Genre:Fantasy, Abenteuer, Action
Regie:Peter Jackson
Kinostart:13.12.2012
Produktionsland:Neuseeland/USA 2012
Laufzeit:ca. 166 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.DerHobbit-eineUnerwarteteReise.d
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Einleitung: In der Regel versuche ich stets, in meinen Rezensionen so objektiv wie möglich zu sein. Das ist natürlich in sofern schwierig, da jede Form von Kunst, ob Musik, Literatur oder eben Kino, immer eine ganz subjektive Erfahrung ist. Aber es gibt genügend Aspekte, die objektiv betrachtet werden können und die am Ende den Schluss zulassen, für welche Zielgruppe ein Film gemacht ist und ob diese an ihm Gefallen finden kann. Es gibt aber ab und an Filme, bei denen ich jede Form von Objektivität fallen lassen muss, da mir meine eigene Begeisterung da schlichtweg im Weg steht. "Der Hobbit – Eine unerwartete Reise" ist ein solcher Film. Seit über einem Jahr habe ich auf den Moment, in dem ich den Film sehen durfte, hingefiebert, habe mich wie ein Kind über jedes Bild, jeden Trailer und jeden von Peter Jacksons Videoblogs gefreut. Als großer Fan der "Herr der Ringe"-Filme, der auch die vielen Enden in "Die Rückkehr des Königs" keine Sekunde zu lang fand, konnte ich es kaum erwarten, wieder ein paar Stunden nach Mittelerde zurückkehren zu können. Daher wird die folgende Rezension eine sehr persönliche sein, die sich in erster Linie an "Herr der Ringe"-Fans richtet und an alle, die auch als Erwachsene im Kino noch eine kindliche Begeisterungsfähigkeit entwickeln können.

Die Geschichte: In "Der Hobbit – Eine unerwartete Reise" beginnt Bilbo Beutlin (Ian Holm) damit, für Frodo (Elijah Wood) seine Abenteuer als junger Hobbit aufzuschreiben. Seine Geschichte beginnt damit, wie ihn Gandalf der Graue (Ian McKellen) aufsucht und ihn zu einem großen Abenteuer einlädt. Zwar lehnt Bilbo (Martin Freeman) dankend ab. Trotzdem stehen am Abend plötzlich dreizehn Zwerge vor seiner Tür, die zunächst seine Vorratskammer plündern und ihm dann, unter Führung von Gandalf und dem legendären Zwergenkrieger Thorin Eichenschild (Richard Armitage), ihr eigentliches Vorhaben unterbreiten: gemeinsam wollen sie zum legendären Einsamen Berg reisen, wo sie das einstige Zwergenreich Erebor von dem Drachen Smaug zurückerobern wollen. Zunächst hat Bilbo keinerlei Interesse daran, sein Leben für die Zwerge zu riskieren, kann sich dann aber der Faszination eines möglichen Abenteuers nicht entziehen. Und so schließt er sich Thorin und den anderen Zwergen an und beginnt die Reise zum Einsamen Berg – eine Reise, auf der er sich Trollen, Orks und vielen anderen tödlichen Gefahren stellen muss. Doch die Begegnung, die sein Schicksal und das von Mittelerde nachhaltig verändern wird, steht ihm erst noch bevor…

Ein langer Weg zurück nach Mittelerde: Nach dem enormen Erfolg der "Herr der Ringe"-Trilogie lag es natürlich nahe, dass auch "Der Hobbit" den Weg auf die Leinwand finden würde. Doch der Weg dorthin war lang und sehr steinig. Rechtsstreitereien mit den Nachlassverwaltern von J.R.R. Tolkien, Probleme mit Gesetzen in Neuseeland und auch finanzielle Schwierigkeiten des produzierenden Studios zögerten den Start der Produktion immer wieder heraus. Dann aber gab es endlich gute Neuigkeiten: Guillermo Del Toro ("Pan`s Labyrinth") war als Regisseur verpflichtet worden, Peter Jackson würde die neue Reise nach Mittelerde als Produzent und Co-Autor begleiten. Die Produktion konnte nun endlich beginnen. Doch dann folgte die nächste Hiobs-Botschaft: Del Toro legte seine Arbeit als Regisseur nieder, noch bevor sie wirklich begonnen hatte. Nachdem nun die Gerüchteküche einige unheilvoll klingende Nachfolger ins Rennen schickte, beruhigten sich die Fangemüter erst, als Peter Jackson verkündete, er selbst würde jetzt doch die Regie übernehmen. Endlich waren alle Weichen gestellt und der Dreh konnte beginnen. Zwar gab es auch nachdem die erste Klappe gefallen war noch einige Rückschläge, wie das verheerende Erdbeben in Neuseeland, doch das, was viele Fans schon fast nicht mehr für möglich gehalten hatten, wurde jetzt endlich Wirklichkeit: "Der Hobbit" kommt in die Kinos!

3D und die HFR-Technologie: Peter Jackson hat seine "Hobbit"-Filme mit neuester Stereo-Kameratechnik in 3D gedreht. Dabei nutzt er die 3D Optik vornehmlich dazu, um den Zuschauer tief in die Welt der Hobbits, Zwerge und Orks eintauchen zu lassen. Jackson verzichtet weitgehend auf die typischen 3D Spielereien, nur ganz vereinzelt zeigt mal ein Schwert ins Publikum oder es fliegen Köpfe von Bilbos Weste in Richtung Publikum. Doch insgesamt ist 3D hier endlich mal wieder kein reines Gimmick, sondern eine echte visuelle Bereicherung.

Ob das auch für die HFR-Technologie gilt, die hier erstmals zum Einsatz kommt, das steht auf einem anderen Blatt. Im Gegensatz zu üblichen Filmen, die 24 Einzelbilder pro Sekunde zeigen, laufen bei der hohen Bildfrequenz ganze 48 Einzelbilder pro Sekunde über die Leinwand. Davon profitiert ganz eindeutig die Bildschärfe, da nun auch Details erkennbar werden, die ansonsten einfach verschluckt werden. Was allerdings verloren geht, ist der typische Kino-Look, an den man sich in den letzten acht Jahrzehnten einfach gewöhnt hat. Das Bild wirkt in einigen Momenten einfach zu real, zu sehr wie eine qualitativ hochwertige Heimvideoaufnahme, so dass auch das magische, das fantasievolle ein wenig verloren geht. Technisch ist das Ganze eine Revolution, keine Frage, doch ob das auch für die Bildästhetik gilt, sei dahin gestellt. Nach einem Film kann und sollte das auch noch nicht endgültig bewertet werden.

Fakt ist, dass gerade bei Nahaufnahmen der HFR-Look noch deutliche Mängel aufweist. Absolut überzeugen kann die hohe Bildfrequenz allerdings in solchen Szenen, in denen Computereffekte in das Geschehen integriert sind. Gollum sah noch nie so lebensecht aus und auch der vom Look her offensichtlich am Computer zum Leben erweckte Ork-König ist so nahtlos in das Geschehen integriert, dass man aus dem Staunen kaum wieder heraus kommt. Dennoch freue ich mich persönlich darauf, mit den Film beim nächsten Mal in der Version mit 24 Bildern pro Sekunde anzusehen, wie er in solchen Kinos gezeigt wird, die technisch noch nicht in der Lage sind, die HFR-Version abzuspielen.

Wer sich für die HFR-Version entscheidet, der wird sich erst einmal ein paar Minuten an den ungewöhnlichen Look gewöhnen müssen. Der Detailreichtum ist mitunter für das Auge noch etwas überfordernd, doch spätestens nach 15 Minuten dürfte die erste Gewöhnungsphase überstanden sein. Ob der Look gefällt, oder nicht, ist dann eine ganz persönliche ästhetische Auffassung. Ein Erlebnis ist der Film auf diese Art aber allemal.

Die negativen Aspekte: Da gibt es eigentlich nicht viel – zumindest in meinen Augen. Neben der etwas gewöhnungsbedürftigen Optik sind mir eigentlich nur zwei Dialogszenen negativ aufgefallen, da sie irgendwie nicht nach Mittelerde passen wollen. In der ersten erzählt Gandalf Bilbo eine Geschichte über Bilbos Vorfahren, die er damit endet, dass er offenbart, wie das Golfspiel erfunden worden sei. Das ist in diesem Moment zwar ein ganz netter Gag, passt aber ebenso wenig in diese Fantasiewelt, wie Zwerg Ori, der im englischen Original bei den Elben nach ein paar Chips verlangt. Auch hier gilt wieder: an sich ein ganz lustiger Moment, der aber eher vermuten lässt, dass die Zwerge aus Großbritannien und nicht aus Mittelerde stammen.

Es gibt neben diesen beiden Momenten noch ein paar weitere Aspekte, die ich persönlich überhaupt nicht als negativ werten würde, die aber bei einigen anderen Zuschauern (und Kritikern) mit Sicherheit auf Kritik stoßen werden. Dazu gehört die Tatsache, dass der Ton des Films insgesamt sehr viel leichter und weniger düster ist, als bei den "Herr der Ringe"-Filmen, was natürlich an der literarischen Vorlage liegt und an der Tatsache, dass in der Geschichte weitaus weniger auf dem Spiel steht. Zudem sind der Humor und die gesamte Inszenierung etwas kindlicher (aber nicht kindischer!) und verspielter, was in dem leicht verwirrten Zauberer Radagast mit seinem Hasenschlitten einen vorläufigen Höhepunkt findet. Von einigen kritischen Stimmen wurde Radagast sogar mit Jar Jar Binks aus dem ersten Prequel der "Star Wars" Saga verglichen. Doch diese Kritik ist vollkommen übertrieben. Auch wenn der Zauberer im Vergleich zu Gandalf und Saruman etwas albern daher kommt, so ist er doch weit davon entfernt, derart nervig und unnötig zu sein, wie Jar Jar.

Auch an dem Anfang scheiden sich ein wenig die Geister. Insbesondere solche Kritiker und Zuschauer, die das Ende von "Die Rückkehr des Königs" zu lang empfunden haben, bezeichnen das erste Drittel von "Der Hobbit – Eine unerwartete Reise" als extrem zäh. Da ich jede Minute genieße, die ich in dieser Welt verbringen darf, erging mir das nicht so. Man sollte sich aber darauf einstellen, dass sich Peter Jackson Zeit nimmt, um die Geschichte zu erzählen und dass er die erste Begegnung zwischen Bilbo und den Zwergen in eben der Ausführlichkeit schildert, die auch im Buch erkennbar ist. Wem sie dort schon zu lang vorkommt, der könnte in der Filmversion freilich auch Probleme haben.

Das Positive: Der Rest des Films ist eigentlich über jede Kritik erhaben. Wie gesagt, ich bin da mit Sicherheit ein wenig voreingenommen. Doch da das Flair der "Herr der Ringe"-Filme nicht nur durch den für Fans wirklich schönen Anfang oder das Auftauchen von Figuren wie Elrond und Galadriel, sondern auch durch die Gestaltung der verschiedenen Teile von Mittelerde und der darin lebenden Kreaturen wieder perfekt auflebt, dürfte es für Fans der Trilogie kaum einen Grund geben, diesen ersten Teil der Vorgeschichte nicht zu mögen. Es gibt jede Menge Action, bei der es zum Teil auch schon mal etwas heftiger zur Sache geht, atemberaubende Landschaftsaufnahmen, großartige Spezialeffekte und eine ausgewogene Mischung aus Humor, Spannung und Fantasy.

Bei der Besetzung haben Peter Jackson und sein Team auch beste Arbeit geleistet. Martin Freeman ("Sherlock", "Tatsächlich…Liebe") ist der perfekte Bilbo Beutlin. Mit seiner Mimik und Gestik schafft er es perfekt, einerseits die Liebe des Hobbits zur Einsamkeit, zu seinem gemütlichen Zuhause und seine Abneigung gegen Alles, was seine Ruhe stört, andererseits aber auch seine Neugierde und die in ihm schlummernde Abenteuerlust auszudrücken. Aber auch Richard Armitage ("Robin Hood") ist als Krieger Thorin einfach nur großartig. In der letzten Szene des Films gibt es einen Moment zwischen Thorin und Bilbo, die einfach nur Gänsehaut pur ist.

Neben den Beiden treten die übrigen Zwerge ein wenig in den Hintergrund. Doch können gerade James Nesbitt als Bofur und Aidan Turner ("Being Human") als Kili auch mit wenig Dialogen zeigen, dass sie mehr sind, als nur amüsante Stichwortgeber. Man darf sich schon jetzt darauf freuen, wenn diese und die anderen Figuren in den nächsten Filmen noch etwas mehr Platz eingeräumt bekommen.

Noch ein kurzes Wort zu den Spezialeffekten. Gerade bei den am Computer generierten Figuren wird deutlich, dass die Technik nicht nur seit "Die Rückkehr des Königs", sondern auch seit "Avatar" noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht hat. Ob Gollum, der Ork-König oder Thorins Widersacher Azog, sie alle sind Dank modernster Technik und ihren Motion-Capture-Darstellern nahezu perfekt umgesetzt. Gleiches gilt auch für die Landschaften über und unter der Erde, die wieder mit einer Mischung aus echten Drehorten, Kulissen und Computereffekten erschaffen wurden.

Die Musik: Neben Peter Jackson, vielen kreativen Köpfen im Hintergrund und einigen Darstellern ist auch Komponist Howard Shore wieder zurück nach Mittelerde gereist. Und seine Musik für "Der Hobbit – Eine unerwartete Reise" macht deutlich, was für ein wichtiger Teil Shores Klänge für Jacksons Mittelerde ausmachen. Die Vermischung aus bekannten mit neuen Themen transportiert den Fans von der ersten Sekunde an wieder sofort in die Welt, die man mit viel Wehmut in "Die Rückkehr des Königs" verlassen hat. Das neue Hauptthema, das erstmals erklingt, wenn die Zwerge bei Bilbo ein melancholisches Lied anstimmen, und das im Abspann in Neil Finns Song "Song of the lonely Mountain" ebenfalls aufgegriffen wird, ist einfach großartig und reiht sich mühelos in die längst zu modernen Soundtrack-Klassikern avancierten Themen der "Ringe"-Trilogie ein.

Fazit: "Der Hobbit – Eine unerwartete Reise" war für mich der sehnlichst erwartete Film des Jahres. Meine Erwartungen waren hoch, auch wenn ich immer wieder versucht habe, sie ein wenig zu dämpfen, um am Ende nicht enttäuscht zu werden. Dennoch habe ich bis zu dem Moment, in dem im Kino das Licht ausgegangen ist, nur das Beste erhofft – und bin nicht enttäuscht worden. Sicherlich wird es viele Zuschauer geben, die etwas an dem Film, seinem Humor, seinen Effekten oder seiner Länge auszusetzen haben. Wer aber die "Herr der Ringe"-Filme dafür geliebt hat, wie sie es einem erlaubt haben, für ein paar Stunden in eine andere Welt einzutauchen, der wird dieses Gefühl auch hier wieder verspüren. Und dieses absolute Glücksgefühl, das der Film dann hervorruft, wird nach der wunderbaren Schlusseinstellung eigentlich nur durch die Erkenntnis getrübt, dass es jetzt wieder ein Jahr dauert, bis die Reise weitergeht. Der Film ist Kinomagie pur, die Spaß macht, spannend ist und es einem auch als Erwachsenen erlaubt, zu träumen. Und dafür gibt es von mir natürlich nur eine mögliche Nerd-Wertung: Absolut sehenswert!

Copyright für alle Bilder:

©2012 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved

The Hobbit: An Unexpected Journey and The Hobbit, and the names of the characters, events, items and places therein, are trademarks of the Saul Zaentz Company d/b/a Middle-earth Enterprises und license to New Line Productions, Inc.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Der Hobbit – Eine unerwartete Reise (Neuseeland/USA 2012)"
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