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März 2019
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Der Teufelsgeiger

Der Teufelsgeiger

Deutschland/Österreich/Italien 2013 - mit David Garrett, Jared Harris, Joely Richardson, Christian McKay, Veronica Ferres, Andrea Deck u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Bernard Rose
Kinostart:31.10.2013
Produktionsland:Deutschland/Österreich/Italien 2013
Laufzeit:ca. 122 Min
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.teufelsgeiger-film.de
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Sein Geigenspiel war derart virtuos, dass ihm diabolische Kräfte unterstellt wurden und sein Erscheinungsbild war derart anziehend, dass ihm die Frauenwelt zu Füßen lag. Niccolò Paganini, auch der "Teufelsgeiger" genannt, war schon zu Lebzeiten eine Legende. Und auch heute noch gilt der Geiger und Komponist als einer der ganz Großen seiner Zunft. Ein guter Grund also, um ihm ein filmisches Denkmal zu setzen. Dem hat sich nun der Regisseur Bernard Rose angenommen, der sich bereits in "Ludwig Van B. – meine unsterbliche Geliebte" mit einem musikalischen Genie beschäftigt hatte. Für Rose war klar, dass er für die Rolle des Teufelsgeigers keinen Schauspieler engagieren wollte, der nur so tut, als könne er Geige spielen. Stattdessen wollte er lieber einen Violinisten mit großem Können und Charisma, der, wenn möglich, auch noch über etwas schauspielerisches Talent verfügen sollte.

Die Wahl fiel auf David Garrett, den Rockstar unter den Violinisten, der für diese Rolle geradezu prädestiniert zu sein schien. Garrett verkörpert den Virtuosen auf dem Höhepunkt seiner Karriere. In ganz Europa wird er gefeiert und von den Frauen geliebt und seine Person ist ein regelrechter Mythos geworden, der fasziniert und die Konzertsäle füllt. Einzig in London ist Paganini noch nicht aufgetreten. Das will der britische Impresario John Watson (Christian McKay) im Jahr 1830 auf jeden Fall ändern. Er riskiert sein gesamtes Vermögen und seinen Ruf, um Paganini für ein Gastspiel in London gewinnen zu können. Doch Paganinis gerissener Manager Urbani (Jared Harris) hält Watson immer länger hin. Er lässt seinen Schützling Vorschüsse kassieren, doch an eine Reise nach London denkt der Virtuose deshalb noch lange nicht. Gerade, als Watson und seine Familie am Rande der Existenz stehen, wendet sich das Blatt: Paganini und Urbani kommen nach London. Trotz lautstarker Proteste von Frauenrechtlerinnen, die in Paganini die Ausgeburt eines Sexisten sehen, scheint Paganinis Gastspiel dann auch tatsächlich der große Erfolg zu werden, den sich Watson erhofft hat. Doch als sich der Geiger in Watsons schöne Tochter Charlotte (Andrea Deck) verliebt und Urbani durch sie seinen Einfluss auf Paganini schwinden sieht, wendet sich das Blatt…

"Der Teufelsgeiger"  ist ein ambitioniertes Werk, das steht außer Frage. Bernard Rose kombiniert Aspekte aus Paganinis Biografie mit Motiven aus "Faust" zu einer Mischung aus Biopic, romantischem Drama und mystischem Historienfilm, die mit einer stimmigen Ausstattung und der mitreißenden Musik Paganinis punkten kann. David Garrett ist sichtlich darum bemüht, seine erste Hauptrolle überzeugend zu meistern, doch wirklich viel Gelegenheit bekommt er dazu nicht. Wenn er nicht Geige spielt, wird seine Rolle in erster Linie darauf beschränkt, mit ins Gesicht hängenden Haaren vor lauter Weltschmerz zu leiden oder über die Menschen zu jammern, die sein Talent nicht verstehen. Wirkliche Vielschichtigkeit kann Garrett alleine schon aufgrund des Drehbuchs nicht an den Tag legen, was leider dazu führt, dass sein Spiel nur dann voller Leben steckt, wenn er zur Violine greift.

Auch der ansonsten sehr verlässliche Jared Harris darf sich hier nicht gerade von seiner besten Seite zeigen. Seine Darstellung des diabolischen Urbani ist viel zu theatralisch, zu aufgesetzt, um wirklich überzeugen zu können. Wirklich positiven Eindruck hinterlässt eigentlich nur Andrea Deck, die hier nicht nur stimmlich ein überzeugendes Debüt abliefert. Den Darstellern darf aber an sich kein Vorwurf gemacht werden. Dass ihr Spiel einfach nicht funktioniert, liegt in erster Linie an dem Drehbuch und an der Regie, die mit dem Stoff hoffnungslos überfordert zu sein scheint. Es wird immer wieder deutlich, wohin die Ambitionen von Bernard Rose gingen, mit welcher Leidenschaft er hier zur Sache gegangen ist. Doch dem fertigen Film fehlt es einfach an Seele, an emotionaler Spannung und an Charakteren, für die man sich als Zuschauer wirklich interessiert.

Wirklich schlecht ist "Der Teufelsgeiger" dadurch noch lange nicht. Es gibt viele Szenen, die für sich genommen gut funktionieren und zahlreiche Schauwerte, die durch die Musik noch intensiviert werden. Doch mehr als nette, etwas belanglose Unterhaltung kann der Film einfach nicht bieten. Wer eine auf Fakten gegründete Filmbiografie über Paganini erwartet wird dabei ebenso enttäuscht, wie Liebhaber des großen romantischen Ausstattungskinos. "Der Teufelsgeiger" ist weder Fisch noch Fleisch – und daher auch nur bedingt sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Der Teufelsgeiger (Deutschland/Österreich/Italien 2013)"
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