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Juni 2018
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Der Vorname

Der Vorname

Frankreich/Belgien 2012 - mit Patrick Bruel, Valérie Benguigui, Charles Berling, Judith El Zien, Guillaume De Tonquédec u.a

Filminfo

Originaltitel:Le Prenom
Genre:Komödie
Regie:Matthieu Delaporte & Alexandre De La Patellière
Kinostart:02.08.2012
Produktionsland:Frankreich/Belgien 2012
Laufzeit:ca. 109 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.dervorname-derfilm.de
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Dass Verfilmungen von Theaterstücken im Kino sehr gut funktionieren können, wenn auch die räumliche Beschränkung der Bühne übernommen wird, hat kürzlich erst Roman Polanski in "Der Gott des Gemetzels" bewiesen. Und auch Matthieu Delaporte und Alexandre De La Patellière zeigen mit der Adaption ihres erfolgreichen Stücks "Der Vorname", dass sich großes Unterhaltungskino auch auf kleinstem Raum abspielen kann.

Die Komödie erzählt von einem gemeinsamen Abendessen, zu dem Élisabeth, genannt Babou (Valérie Benguigui), und ihr Mann Pierre (Charles Berling) Élisabeths Bruder Vincent (Patrick Bruel), dessen Frau Anna (Judith El Zien) und Claude (Guillaume De Tonquédec), einen Jugendfreund der Familie, einladen. Einen Grund zum Feiern gibt es eigentlich auch, da Vincent und Anna ihr erstes Baby erwarten. Doch als Vincent offenbart, welchen Vornamen sie dem Kind geben wollen, bricht dadurch eine hitzige Diskussion los. Diese nimmt bald ungeahnte Proportionen an, als inmitten leidenschaftlicher Streitgespräche lang verborgene Geheimnisse und unterdrückte Emotionen freigelegt werden…

Nach einer amüsanten Eingangssequenz, die einen Pizzaboten auf dem Weg durch Paris begleitet und dabei schon die Bedeutung von Namen in das schnell geschnittene Geschehen einarbeitet, beschränkt sich die Geschichte danach fast vollständig auf das Wohnzimmer von Babou und Pierre. Doch wer jetzt befürchtet, dass mit diesem räumlichen Minimalismus auch der Unterhaltungswert auf eine überschaubare Größe schrumpft, der irrt gewaltig. Denn die Wortgefechte, die sich die kleine Gruppe hier liefern, sind derart clever und unterhaltsam geschrieben, dass der Zuschauer auf hohem Niveau bestens amüsieren darf. Das wird auch noch dadurch unterstützt, dass zwischen den Darstellern eine extrem gute Chemie existiert, was nur wenig verwunderlich ist, da sie schon, mit Ausnahme von Charles Berling, das Stück gemeinsam auf der Bühne gespielt haben und so mit ihren Rollen und deren Beziehungen untereinander bestens vertraut sind.

Besonders Allround-Talent Patrick Bruel liefert als Vincent eine großartige Darstellung ab. Er ist eine Mischung aus charmanten Schlitzohr und überheblichem Egomanen, was seinen eigentlich witzig gemeinten Aktionen eben die Brisanz verleiht, die am Ende für so manche Eskalation an dem turbulenten Abend sorgt. Das ganze Ensemble agiert extrem gut gelaunt und sehr mitreißend, aber dennoch ist es besonders Bruel, der nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

"Der Vorname" ist nicht nur von der Thematik, sondern auch von der Inszenierung her in manchen Momenten sehr Französisch, was zum einen den Erfolg in der Heimat erklärt, es zum anderen aber auch schwer machen könnte, diesen Erfolg international zu wiederholen. Zudem sind Humor und Gestus der Figuren mitunter ein wenig überdreht, wodurch der Film nicht ganz den Biss und die Tiefe von "Der Gott des Gemetzels" erreicht. Doch wie auch Polanskis Theateradaption ist auch diese Komödie erfüllt von Momenten, in denen sich nicht nur Zuschauer in Frankreich wiedererkennen dürften. Es sind Momente, in denen die Charaktere ganz universelle Unzulänglichkeiten offenbaren, in denen die Masken fallen und ganz normale Menschen mit allen Fehlern, Ecken und Kanten erkennbar werden. Und genau in diesen, oftmals sehr, sehr witzigen Momenten, funktioniert "Der Vorname" über alle Grenzen hinweg extrem gut.

Wer für einen unterhaltsamen Kinoabend keine große Action braucht, sondern sich über clevere Dialoge und realitätsnahe Absurditäten amüsieren kann, der sollte unbedingt eine Einladung zu diesem chaotischen Abendessen annehmen. Und wer gerade bei der Nachwuchsplanung ist und noch nicht sicher weiß, welchen Namen das Baby bekommen soll, für den ist der Film ohnehin Pflichtprogramm – zeigt er doch auf ganz wunderbare Art, welche Folgen die falsche Namenswahl haben kann. Daher gilt: trotz einiger kleiner Hänger absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Der Vorname (Frankreich/Belgien 2012)"
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