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September 2018
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Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht

Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht

Deutschland/Frankreich 2013 - mit Jan Dieter Schneider, Antoinia Bill, Maximilian Scheidt, Marita Breuer, Rüdiger Kriese u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Edgar Reitz
Kinostart:03.10.2013
Produktionsland:Deutschland/Frankreich 2013
Laufzeit:ca. 230 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.DieAndereHeimat.de
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In der Mitte des 19. Jahrhunderts regieren Armut, Hungersnöte und Unterdrückung in ganz Deutschland. Für Hundertausende ist das Auswandern die einzige Möglichkeit, diesem Elend zu entkommen. Auch im Hunsrück träumen viele Menschen von einem besseren Leben in einer neuen Heimat. Zu ihnen gehört auch der junge Jakob (Jan Dieter Schneider), der jede freie Minute nutzt, um zu lesen und die Sprache der Urwaldindianer zu lernen. Er ist fest davon überzeugt, dass er sie eines Tages wird anwenden können, wenn er in den Wäldern Brasiliens sein eigenes Paradies gefunden hat. Doch der Weg dorthin ist weit und Träume alleine reichen nicht aus, um ihn dorthin zu bringen. Besonders Jakobs Vater, der all seine Kräfte in den Erhalt der Familie steckt, hat für die Tagträume seines unnützen Sohnes kein Verständnis. Einzig in Jettchen (Antonia Bill), der Tochter eines verarmten Edelsteinschleifers, scheint Jakob eine verwandte Seele gefunden haben. Doch wann immer ein kleiner Schein Hoffnung das Leben der beiden jungen Menschen erwärmt, schlägt das Schicksal kurzerhand mit erbitterter Härte zu und droht so, jeden Funken ihrer Hoffnung und Sehnsucht zu zerstören…

Mit "Die andere Heimat" führt Filmemacher Edgar Reitz den Geist seiner legendären "Heimat"-Trilogie fort. Wieder steht die Familie Simon aus dem fiktiven Dorf Schabbach im Mittelpunkt, dieses Mal allerdings im Jahr 1840. Für den Dreh wurde das Dorf in mühevoller Detailarbeit aufgebaut, wobei Reitz viel Wert darauf legte, dass nur solche Materialen verwendet wurden, die auch den Menschen im 19. Jahrhundert zur Verfügung stand. Gleiches sollte auch beim Schneidern der Kostüme umgesetzt werden. Somit wurde den Darstellern die größtmögliche Authentizität geboten, in der sie ihr realistisch angelegtes Spiel einbetten konnten. Gedreht wurde mit einer weitgehend natürlichen Beleuchtung in Schwarzweiß, wobei hin und wieder kleine Elemente wie Flammen oder Blumen koloriert wurden. Dadurch werden quasi die kleinen Hoffnungsschimmer, die in dem tristen Alltag der Menschen hier immer wieder aufleuchten, versinnbildlicht.

"Die andere Heimat" ist ein wahrlich ambitioniertes Projekt, das in Hinsicht auf seine Intentionen als absolut gelungen bezeichnet werden kann. Es ist aber auch eins ehr schwieriger und sperriger Film, der seinen Zuschauern viel abverlangt. So ist die sehr getragene Erzählweise über knapp vier Stunden hinweg ebenso anstrengend wie der authentische Dialekt, der bisweilen etwas schwer zu verstehen ist. Zudem sorgt die inhaltliche Tristesse, die von ständigen Schicksalsschlägen beinahe über die gesamte Laufzeit aufrecht erhalten wird, dafür, dass der Film nicht unbedingt als das bezeichnet werden kann, was gemeinhin als unterhaltsam angesehen wird.

Das Mammutwerk ist daher eine ganz spezielle Herausforderung, der sich nur solche Zuschauer stellen sollten, die mit der Erzählweise von Edgar Reitz vertraut sind und seine bisherigen "Heimat"-Filme hoch schätzen. Denn wer weiß, worauf er sich einlässt, dem wird ein wirklich besonderes Werk geboten, das den Zuschauer für vier Stunden zurück in das Jahr 1840 entführt, das Hunger, Leid und Kälte regelrecht spürbar macht und das mit seinem getragenen Tempo einen intensiven Kontrast zum schnelllebigen Alltag setzt. Keine leichte Kinokost und für solche Zuschauer, die sich mit dem etwas sperrigen Stil nicht anfreunden können, bestimmt eine echte Geduldsprobe. Doch wer herausfordernde Programmkinokost und historische Stoffe der ganz besonderen Art liebt, der sollte unbedingt "Die andere Heimat" besuchen!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht (Deutschland/Frankreich 2013)"
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