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Die Frau in Schwarz – DVD

Die Frau in Schwarz – DVD

Großbritannien/Kanada 2011 - mit Daniel Radcliffe, Ciarán Hinds, Liz White, Janet McTeer u.a

Filminfo

Originaltitel:The Woman in Black
Genre:Horror, Thriller, Mystery
Regie:James Watkins
Verkaufsstart:09.08.2012
Produktionsland:Großbritannien/Kanada 2011
Laufzeit:ca. 92 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch (Dolby Digital 5.1, DTS), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (2,35:1)
Extras:Audiokommentar, Interviews, Freaturettes, Trailer
Regionalcode:2
Label:Concorde Home Entertainment
Webseite:www.frauinschwarz-derfilm.de
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Amazon Link : Die Frau in Schwarz – DVD

Film: Wenn ein Schauspieler derart mit einer Rolle verbunden ist, wie Daniel Radcliffe mit der des Harry Potter, dann ist der Aufbruch zu neuen Ufern meist extrem schwer. Auch wenn klar sein dürfte, dass Radcliffe auf ewig Harry bleiben wird und einen ähnlichen Erfolg kaum wird wiederholen können, wagt er sich nun überzeugend auf neues Terrain. Zwar bleibt er dem Übernatürlichen auch in "Die Frau in Schwarz" treu, dennoch hat dieser kleine aber feine Gruselfilm mit den Abenteuern des Zauberschülers kaum etwas gemein.

In der Verfilmung des Bestsellers von Susan Hill spielt Radcliffe den jungen Londoner Anwalt Arthur Kipps, der von seiner Kanzlei in das verschlafene Örtchen Crythin Gifford geschickt wird, um dort den Nachlass der verstorbenen Besitzerin des abgelegenen Eel Marsh House zu regeln. Doch noch bevor er überhaupt in dem Haus angekommen ist, merkt er, dass in dem Ort etwas nicht stimmt. Sein gebuchtes Zimmer bekommt er nur nach etlichen Schwierigkeiten und der Anwalt, der der ihm eigentlich als Ansprechpartner vor Ort helfen sollte, wimmelt ihn wirsch ab. Doch davon lässt sich Arthur nicht von seiner Aufgabe abhalten. Doch als er in dem düsteren Herrenhaus ankommt, häufen sich die mysteriösen Vorkommnisse und der junge Anwalt wird immer tiefer in das Geheimnis um die geheimnisvolle Frau in Schwarz hinein gezogen, die er immer wieder zu sehen glaubt…

Mit "Die Frau in Schwarz" kehrt das kürzlich reanimierte Kultstudio Hammer wieder zu seinen Wurzeln zurück. Die Romanverfilmung ist klassischer Gruselhorror vom Feinsten. Es gibt kein blutiges Gemetzel, keine kreischenden Teenies die vor einem meuchelnden Maskenmann fliehen müssen und auch nicht die derzeit etwas überstrapazierten Untoten, ganz gleich ob die Blutsaugenden oder Fleischfressenden. Regisseur James Watkins setzt statt dessen lieber auf knarrende Türen, unheilvolle Schatten oder plötzlich auftauchende Gesichter und erzeugt damit einen erfreulich hohen Gruselfaktor.

Sicherlich, weder ist die Geschichte besonders originell, noch überrascht einer der Schreckensmomente wirklich. Als geneigter Genrefan weiß man eigentlich immer genau, was gleich kommt. Und dennoch funktioniert das Ganze. Wahrscheinlich werden nur ganz besonders abgebrühte Zuschauer nicht immer wieder zusammen zucken, die Hände in die Sitzlehne krallen oder mit angespannten Nerven dem düsteren Treiben folgen. Hätte Watkins auf die allerletzte Szene verzichtet, die zwar in gewisser Weise konsequent, aber etwas arg kitschig wirkt, so hätte "Die Frau in Schwarz" als perfekter altmodischer Gruselfilm durchgehen können.

Was Daniel Radcliffe angeht, so sieht man natürlich zu Beginn wieder Harry Potter in ihm. Das lässt sich einfach nicht vermeiden. Doch mit der Zeit tritt der Zauberschüler immer weiter in den Hintergrund und der Zuschauer kann sich voll und ganz von dem schaurigen Treiben um die mysteriöse Frau in Schwarz gefangen nehmen lassen. Radcliffe muss hier zwar keine ganz besonders große Schauspielkunst an den Tag legen. Doch dass man ihm am Ende den jungen Anwalt, Witwer und Familienvater abnimmt, ist schon eine Leistung, die es zu würdigen gilt. In erster Linie spielen hier aber nicht die Darsteller, sondern die faszinierenden Bilder aus dem düsteren Herrenhaus und seiner unheimlichen Umgebung die Hauptrolle. Sie machen, gemeinsam mit dem stimmigen Sounddesign und einiger dezent eingesetzten Computereffekte, aus einem eher dünnen Drehbuch einen effektiven Gruselfilm, den sich Liebhaber des eher gediegenen, altmodischen und dennoch sehr wirkungsvollen Horrors nicht entgehen lassen sollten. Sehenswert!

Bild + Ton: Das sehr saubere Bild der DVD gefällt mit einer guten Gesamtschärfe, die trotz der vielen dunklen Momente auch bei der Darstellung von Details überzeugen kann. Die Schwarzwerte sind gut abgestimmt, die Farbgebung atmosphärisch auf dunklere, etwas kühlere Töne reduziert. Die gruselige Atmosphäre des Films profitiert von den gut eingesetzten Soundeffekten, die in der DTS-Abmischung etwas besser zur Geltung kommen, als in dem ebenfalls guten Dolby Digital 5.1-Mix. Insgesamt wird das tonale Geschehen aber von Dialogen, der Filmmusik und ruhigeren Momenten dominiert. Gut!

Extras: Das bonusmaterial der DVD besteht aus einem Audiokommentar von Regisseur James Watkins und seiner Drehbuchautorin Jane Goldman, die u.a. darüber sprechen, wie der Roman für die Drehbuchfassung adaptiert worden ist und wie wichtig es ihnen war, den Zuschauern auch ohne viel Blut und extreme Brutalität das Fürchten zu lehren. Zu dem ordentlichen Kommentar, der optional mit deutschen Untertiteln angesehen werden kann, kommen noch drei kurze Featurettes über den Spuk (ca. 3 Min.), die Dreharbeiten (ca. 9 Min.), sowie über Daniel Radcliffe und seine Rolle (ca. 4 Min.). Einige Werbe-Interviews mit den Darstellern und dem Regisseur (ca. 16 Min.), sowie der Trailer zum Film und weitere Programmtipps runden das ordentliche Angebot ab.

Fazit: "Die Frau in Schwarz" ist ein wunderbar altmodischer Gruselthriller, der trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit ab und an richtig gut zu schocken weiß und dabei fast vollständig auf Blut und Brutalität verzichtet. Für wen es nicht immer die maskierten Killer und Folterwerkzeuge sein müssen, dem kann diese düstere Gespenstergeschichte wärmstens ans Herz gelegt werden. Die DVD ist technisch gut umgesetzt, das Bonusmaterial ist nicht besonders umfangreich, aber okay. Dafür gibt es ein verdientes: Empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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