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Die zwei Gesichter des Januars

Die zwei Gesichter des Januars

Großbritannien/USA/Frankreich 2014 - mit Viggo Mortensen, Kirsten Dunst, Oscar Isaac, Daisy Bevan u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:The two faces of January
Genre:Drama, Thriller
Regie:Hossein Amini
Kinostart:29.05.2014
Produktionsland:Großbritannien/USA/Frankreich 2014
Laufzeit:ca. 97 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.diezweigesichterdesjanuars.de/
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Athen im Jahr 1962. Seit zwei Jahren lebt der Amerikaner Rydal (Oscar Isaac) nun schon in Griechenland und hält sich als Fremdenführer gerade so über Wasser, wobei auch immer wieder sein Charme und gelegentlich sogar kleine Betrügereien zum Einsatz kommen. Als Rydal das Ehepaar Colette (Kirsten Dunst) und Chester MacFarland (Viggo Mortensen) kennen lernt, ist er sofort fasziniert von ihrem kultivierten Auftreten und ihrem offenbar sehr luxuriösen Lebensstil. Doch als Rydal das Paar nach einem gemeinsamen Abend in ihrem Hotel besucht, muss er erkennen, dass der schöne Schein trügt. Und ehe er sich versieht, ist er in einem Netz aus Mord, Betrug und Eifersucht gefangen, das ihn immer mehr in den Abgrund zu reißen droht…

"Die zwei Gesichter des Januars" ist die Adaption des gleichnamigen Romans von Patricia Highsmith, deren Bücher bereits die Vorlage für spannungsgeladene Kinohits wie "Der talentierte Mr. Ripley" oder Alfred Hitchcocks Klassiker "Der Fremde im Zug" geliefert haben. Der Titel bezieht sich auf die zwei Gesichter des Gottes Janus, das eine in die Vergangenheit blickend, das andere in Richtung Zukunft gerichtet. Zwei Gesichter also, die in entgegengesetzte Richtungen blicken, was symbolisch für die undurchsichtige Beziehung zwischen Chester und Rydal steht. Der bislang in erster Linie für seine Arbeit als Drehbuchautor ("Drive", "Snow White and the Huntsman") bekannte Hossein Amini war von der Geschichte, die sich stark auf den Umgang mit menschlichen Schwächen konzentriert, derart angetan, dass er sie unbedingt als sein Regiedebüt inszenieren wollte.

Das Ergebnis ist ein sehr unaufgeregter, edel gefilmter und sehr gut gespielter Thriller, der allerdings insgesamt sehr altmodisch wirkt. Von den Darstellern abgesehen lässt Nichts in diesem Film darauf schließen, dass er aus dem Jahr 2014 stammt. Tempo, Musik, Dialoge – all das wirkt so, wie man es von klassischer Krimikost der 50er und 60er Jahre gewohnt ist. Das soll nicht heißen, dass der Film schlecht wäre. Er entzieht sich nur auf diese Weise ein wenig den gängigen Sehgewohnheiten eines modernen Kinopublikums. Wer nicht ohnehin ein Faible für traditionellere Kinokost hat, der könnte das sehr dialoglastige Treiben durchaus als langweilig empfinden, da sich die Spannung weniger aus dem Handeln der Figuren, als durch die psychologische Ebene der Geschichte entsteht.

Der an Originalschauplätzen in Griechenland und der Türkei gedrehte Streifen hat ein ganz besonderes Flair, in dem sich die Geschichte und auch die Darsteller sehr gut entfalten können. Wenn für Chester die eigentlich so perfekt durchgeplante Situation immer mehr aus den Fingern gleitet und er mehr und mehr seine kultivierte Contenance verliert, dann läuft gerade Viggo Mortensen zu Bestform auf. Aber auch Oscar Isaac ("Inside Llewyn Davis") kann als kleiner Betrüger, der wider Willen in eine sehr viel größere Sache hineingezogen wird, voll und ganz überzeugen. An der Seite dieser beiden starken Darsteller bleibt Kirsten Dunst in ihrer recht undankbaren Rolle zwar ein wenig blass, kann aber dennoch das Beste aus dieser eindimensional gezeichneten Figur herausholen. Es ist den schönen, sehr atmosphärischen Schauplätzen und den Darstellern zu verdanken, dass sich "Die zwei Gesichter des Januars" aus dem Mittelmaß befreien kann.

Denn die Geschichte selbst ist relativ überraschungsarm, sehr konstruiert und allzu konventionell erzählt. An die Finesse, die Hitchcock oder Anthony Minghella bei ihren Highsmith-Verfilmungen an den Tag gelegt haben, reicht Aminis Leidenschaftsprojekt leider nicht heran. Da einige Szenen zu zäh geraten sind, kann sich trotz der sehr stimmigen Schwere nur sehr schwer echte Spannung aufbauen. Zudem bleiben die Charaktere eher unzugänglich, was sich gerade auf den Handlungsverlauf in der zweiten Filmhälfte negativ auswirkt. So ist "Die zwei Gesichter des Januars" unterm Strich ein ordentlicher, aber nicht wirklich fesselnder Thriller, der auf der visuellen und schauspielerischen, nicht aber auf der dramaturgischen Ebene voll überzeugen kann. Wer schön gefilmte Psycho-Dramen der alten Schule liebt, der kommt hier aber voll und ganz auf seine Kosten. Und in diesem Fall gilt dann auch ein zufriedenes: Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Die zwei Gesichter des Januars (Großbritannien/USA/Frankreich 2014)"
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