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Dezember 2018
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Diplomatie

Diplomatie

Frankreich/Deutschland 2014 - mit Niels Arestrup, André Dussollier, Burghart Klaussner, Robert Stadlober, Charlie Nelson u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Volker Schlöndorff
Kinostart:28.08.2014
Produktionsland:Frankreich/Deutschland 2014
Laufzeit:ca. 84 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.diplomatie-film.de/
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Es ist die Nacht vom 24. auf dem 25. August 1944: Die alliierten Truppen stehen vor den Toren des von den Nazis besetzten Paris. Adolf Hitlers Befehle sind eindeutig: es gibt nur einen klaren Sieg oder eine alles zerstörende Niederlage. Entweder bleibt Paris in der Hand der deutschen Truppen oder es wird komplett dem Erdboden gleich gemacht. Alle Vorbereitungen dafür sind getroffen und alle wichtigen Orte – die Brücken über die Seine, die Kathedrale Notre-Dame, der Louvre oder auch der Eifelturm – sind vermint. General Dietrich von Choltitz (Niels Arestrup) soll dafür sorgen, dass der Befehl Hitlers auch ausgeführt wird. Doch die Alliierten wollen unbedingt verhindern, dass die Stadt zerstört und viele unschuldige Menschen ihr Leben verlieren. Der schwedische Generalkonsul von Paris Raoul Nordling (André Dussollier) soll dabei helfen, von Choltitz davon abzuhalten, seinen Befehlen Folge zu leisten. Doch kann es tatsächlich ein Mann alleine schaffen, eine Zerstörung ungeahnten Ausmaßes zu verhindern?

Mit der Verfilmung des Theaterstücks "Diplomatie" von Cyril Gély hat Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel") ein kleines Meisterstück geschaffen. Das in erster Linie von Dialogen getragene Drama verlässt nur selten das Hauptquartier von General von Choltitz im Pariser Hotel Meurice. Zudem wird das Geschehen über einen Großteil der Laufzeit einzig von zwei Figuren bestimmt. So entsteht ein stilistisch intimes Kammerspiel mit einer ungeheuren dramaturgischen Größe. Die kurzen Blicke, die von Choltitz und Nordling auf Paris werfen und die wenigen Szenen, die außerhalb des Hotels spielen, lassen erahnen, was in dieser Nacht auf dem Spiel steht. Doch erst das intensive Nervenduell zwischen den beiden Hauptfiguren macht aus "Diplomatie" einen hochspannenden Psycho-Krimi, der gerade aufgrund seiner kleingehaltenen Inszenierung ganz großes Kino geworden ist.

Auch wenn es diese nächtliche Konfrontation zwischen den beiden realen Figuren nicht wirklich gegeben hat und die Geschichte trotz einiger belegter Fakten in erster Linie Fiktion ist, ändert das nicht wirklich etwas an der Wirkung und vor allem an der Bedeutung des Films. Denn auch, wenn die Geschichte zum Ende des Zweiten Weltkriegs angesiedelt ist, handelt es sich bei "Diplomatie" um einen extrem aktuellen Stoff, der eindrucksvoll zeigt, wie wichtig der direkte Dialog für die Lösung von Konflikten ist und wie entscheidend es dabei ist, die richtigen Worte zu wählen und sich auf sein Gegenüber einzulassen. Das wird in dem Film so deutlich, weil seine ganz große Stärke die Dialoge sind. Das Drehbuch von Schlöndorff und Gély ist intelligent geschrieben und verfügt neben den vielen sehr ernsthaften und bewegenden Sequenzen der langen Unterhaltung auch über einige überraschend gewitzte Momente, die dem Zuschauer ein paar kleine, die Spannung auflockernde Lacher erlaubt.

Es gibt viele Dramen, die sich auf einen einzelnen Handlungsort beschränken und die dadurch den Eindruck hinterlassen, im Fernsehen besser aufgehoben zu sein, als auf der großen Leinwand. Man könnte nun meinen, dass das auch bei "Diplomatie" der Fall ist, zumal der Film ohnehin in Zusammenarbeit mit verschiedenen deutschen und französischen Sendeanstalten entstanden ist. Doch das Kammerspiel wirkt im Kino nicht einen Moment deplatziert. Die Mischung aus fesselnder Inszenierung, einnehmender Kameraarbeit und detailgetreuer Ausstattung hebt in Verbindung mit der Geschichte den Film locker über das Niveau eines Fernsehspiels und rechtfertigt daher auch den Preis für eine Kinokarte. Wer anspruchsvolles Schauspielerkino schätzt und Polit-Thriller mag, bei denen nicht mit Waffen, sondern mit Worten gekämpft wird, der sollte sich diesen herausragenden Film nicht entgehen lassen. Absolut sehenswert!  

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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