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Juni 2018
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Enemy

Enemy

Kanada/Spanien 2013 - mit Jake Gyllenhaal, Mélanie Laurent, Sarah Gadon, Isabella Rossellini u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Enemy
Genre:Mystery, Drama, Thriller
Regie:Denis Villeneuve
Kinostart:22.05.2014
Produktionsland:Kanada/Spanien 2013
Laufzeit:ca. 90 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.enemy-film.de
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Der Geschichtsprofessor Adam (Jake Gyllenhaal) kämpft verzweifelt gegen die Routine seines Alltags an. Weder seine Vorlesungen, noch die regelmäßigen Schäferstündchen mit seiner Freundin Mary (Mélanie Laurent) erwecken in ihm so etwas wie Leidenschaft. Als ihm ein Kollege von einem Film erzählt, den sich Adam unbedingt einmal ansehen müsse, nimmt die Langeweile ein abruptes Ende. Denn in dem Film entdeckt der junge Professor einen Nebendarsteller, der ihm auf beinahe schon gespenstische Art ähnlich sieht. Fasziniert von dieser Entdeckung macht sich Adam daran, herauszufinden, wer sein mysteriöser Doppelgänger ist. Als er Anthony (Jake Gyllenhaal) findet, bringt er auch dessen Leben gehörig durcheinander. Und mit ihrer ersten Begegnung beginnt ein Verwirrspiel, bei dem die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit immer mehr zu verschwimmen scheinen…

Bevor Denis Villeneuve sein Thriller-Drama "Prisoners" inszeniert hat, hat er in Toronto ebenfalls mit Jake Gyllenhaal sein englischsprachiges Regiedebüt "Enemy" gedreht. Basierend auf dem Roman "Der Doppelgänger" von José Saramago ("Die Stadt der Blinden") hat Villeneuve einen Psychotrip inszeniert, der ein wenig wie das geistige Kind von David Lynch und David Cronenberg anmutet. Schon die mystische Eingangssequenz schafft eine bedrückend-faszinierende Atmosphäre, die im weiteren Verlauf der Geschichte mehr und mehr verdichtet wird. Gepaart mit der einnehmenden Bildsprache ist es für den Zuschauer nahezu unmöglich, sich nicht von der rätselhaft-hypnotischen Stimmung gefangen nehmen zu lassen.

Jake Gyllenhaal bettet in diese packende Umgebung gleich zwei großartige Darstellungen ein. Sowohl als gelangweilter Uni-Professor, als auch als etwas großspuriger Schauspieler kann Gyllenhaal voll und ganz überzeugen. Wie gut er spielt, wird spätestens dann deutlich, wenn sich die unterschiedlichen Persönlichkeiten seiner zwei Figuren zu vermischen scheinen und es keine deutliche Abgrenzung zwischen den beiden Charakteren mehr gibt. Unterstützt wird Gyllenhaal gleich von drei starken Darstellerinnen, wobei besonders Mélanie Laurent ("Inglorious Basterds") bleibenden Eindruck hinterlässt. Visuell, atmosphärisch und schauspielerisch ist "Enemy" also ganz großes Kino.

Doch der Film hat auch ein ganz großes Problem, über das nicht alle Zuschauer werden hinwegsehen können. Es ist unmöglich, die Geschichte auf Anhieb zu verstehen. Und auch bei längerem Nachdenken werden sich im besten Falle Vermutungen und wage Thesen erschließen. Sicherlich, Villeneuve hält seinen Film bewusst kryptisch und möchte sein Publikum zum nachdenken und philosophieren anregen. Und es mag auch manche Zuschauer geben, die in der sich durch den Film durchziehenden Spinnensymbolik die Lösung des Ganzen finden und sich nicht verwirrt am Kopf kratzen, wenn auf einmal eine riesige Spinne über Toronto zu sehen ist, die gleich darauf aber auch wieder verschwunden ist. Auch mag sich im Thema der Vorlesung, die Adam zu Beginn des Films hält, ein wichtiger Anhaltspunkt verbergen. Dennoch ist das Ganze mitunter derart undurchdringbar, dass es Manchem den Spaß an diesem handwerklich erstklassigen Psychothriller nehmen könnte.

Auch wenn sich das Schlussbild langfristig ins Gedächtnis einbrennt, ist der surreale Charakter von "Enemy" am Ende eher verstörend, als faszinierend. Der Film ist trotz vieler ruhiger Momente sehr spannend, bietet aber keine Auf- und damit auch Erlösung. Somit ist das Werk intellektuell befriedigend, rein aus Unterhaltungssicht dagegen völlig unbefriedigend. Es ist ein absolut unangepasstes und ganz besonderes Werk, an dem sich die Geister extrem scheiden werden. Und deshalb richtet sich das "Sehenswert" auch nur an solche Zuschauer, die das Undurchsichtige und das Surreale lieben und denen es gleich ist, wenn am Ende eines Filmes eigentlich nur Fragezeichnen bleiben.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Enemy (Kanada/Spanien 2013)"
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