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Erbarmen

Erbarmen

Dänemark/Deutschland/Schweden 2013 - mit Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares, Sonja Richter, Mikkel Boe Følsgaard, Søren Pilmark u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Kvinden i buret
Genre:Thriller
Regie:Mikkel Nørgaard
Kinostart:23.01.2014
Produktionsland:Dänemark/Deutschland/Schweden 2013
Laufzeit:ca. 97 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.erbarmen-derfilm.de/
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Als bei einem Einsatz durch sein hitzköpfiges Verhalten ein Kollege getötet und ein weiterer schwer verletzt wird, wird Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) von seinem Vorgesetzten in die neu gegründete Sonderabteilung Q strafversetzt. Dort soll er sich um ungelöste Fälle kümmern, die er ohne große Ermittlungen zum Abschluss bringen soll. Eine äußerst undankbare Aufgabe, die den Polizisten nicht gerade von seinen schweren Schuldgefühlen ablenkt. Dass ihm mit dem Syrer Hafez el-Assad (Fares Fares) ein Assistent zur Seite gestellt wird, macht die Sache für den Einzelgänger nicht gerade einfacher. Und so macht er das, was er am besten kann: er stürzt sich mit vollem Einsatz auf einen der ungelösten Fälle: das spurlose Verschwinden der Politikerin Merete Lynggaard (Sonja Richter). Angeblich soll sie auf einer Passagierfähre Selbstmord begangen haben. Doch schnell finden Carl und Assad Hinweise, die sie an dieser Version zweifeln lassen. Doch nicht nur die Tatsache, dass es ihr Vorgesetzter gar nicht gerne sieht, dass die beiden Cops ihr Kellerarchiv für die Ermittlungen wieder verlassen, macht die Lösung dieses Rätsels zu einer schier unlösbaren Aufgabe – dabei ahnt Carl noch nicht, dass gerade ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit begonnen hat…

Nachdem schon die "Millennium"-Trilogie von Stieg Larsson nicht nur als Buch, sondern auch im Kino ein voller Erfolg war, gelingt jetzt auch anderen Krimis aus dem hohen Norden der Sprung von den Bestsellerlisten auf die Kinoleinwand. Die Romane von Jussi Adler-Olsen rund um die Ermittler Carl Mørck und Hafez el-Assad von der Sonderabteilung Q sind dafür geradezu prädestiniert, erfreuen sich doch die Bücher dieser Reihe mit jedem neuen Band stetig steigender Beliebtheit. In Zusammenarbeit mit dem ZDF wurden bereits die ersten beiden Bände verfilmt und die Adaption von Band 3 "Erlösung" wird bereits vorbereitet. Es liegt also bereits vor seinem Start ein großer Erfolgsdruck auf "Erbarmen". Auf der einen Seite stehen die hohen Erwartungen der zahlreichen Fans der Romanvorlage, auf der anderen Seite die der Produktionsfirmen, die auch die nächsten Teile lukrativ im Kino auswerten wollen. Stellt sich nun die Frage, ob "Erbarmen" diesen Erwartungen entsprechen kann?

Natürlich lässt sich im Vorfeld nie sagen, ob ein Film ein kommerzieller Erfolg werden wird. In künstlerischer Hinsicht aber lässt sich das durchaus bewerten. Und da kann "Erbarmen" voll und ganz überzeugen. Sicherlich, das Ganze hat einen gewissen TV-Charakter und unterscheidet sich kaum von anderen nordischen Thrillern, die den Fernsehzuschauern regelmäßig das Blut in den Adern gefrieren lassen. Dennoch funktioniert der erste Einsatz von Sonderabteilung Q gerade im dunklen Kinosaal besonders gut, da das grausame Schicksal von Merete Lyngaard gerade hier voll und ganz seine klaustrophobische Wirkung entfalten kann. Selbst wer das Buch schon gelesen hat und damit den Ausgang der Geschichte kennt, wird hier gebannt mitfiebern und bisweilen vor Spannung regelrecht in den Kinosessel gedrückt.

Natürlich musste Regisseur Mikkel Nørgaard einige Kürzungen vornehmen, um das über 400 Seiten starke Buch in einen 97minütigen Film zu verwandeln. Diese Komprimierung hat der Geschichte aber nicht wirklich geschadet, zumal die verschachtelte, sich auf zwei Zeitebenen abspielende Erzählweise beibehalten wurde. Durch sie wird auch der Film zu einem spannenden Puzzlespiel, das bis zum Finale keine einzige Sekunde Langeweile zu bieten hat. Man merkt dem Film an, dass Drehbuchautor Nikolaj Arcel, der bereits Stieg Larssons "Verblendung" in ein packendes Drehbuch umgewandelt hat, sein Handwerk wirklich versteht. Sicherlich, wirklich innovativ ist das Ganze nicht. "Erbarmen" ist eben ein typischer Vertreter eines Genres, dessen Regeln er auf mitreißende Art folgt, ohne eigene Impulse hinzuzufügen. Dennoch funktioniert die Geschichte sowohl als Buch, als auch als Film einfach richtig gut.

Mit zwei tollen Hauptdarstellern, zwischen denen die Chemie einfach stimmt, und einer dichten, atmosphärischen Inszenierung bietet "Erbarmen" solide Thriller-Unterhaltung, die Lust auf mehr macht. Wenn dieses Niveau gehalten wird, dürfen Mørck und Assad gerne noch öfter im Kino ermitteln – auch wenn es sich strenggenommen um eine Fernsehproduktion handelt. Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Erbarmen (Dänemark/Deutschland/Schweden 2013)"
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