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März 2019
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Ex Machina

Ex Machina

USA/Großbritannien 2014 - mit Domhnall Gleeson, Oscar Isaac, Alicia Vikander u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Ex Machina
Genre:Thriller, Sci-Fi, Drama, Mystery
Regie:Alex Garland
Kinostart:23.04.2015
Produktionsland:USA/Großbritannien 2014
Laufzeit:ca. 108 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.exmachina-film.de/
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Der unscheinbare Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson) kann es kaum glauben: ausgerechnet er wurde ausgelost, um eine Woche in dem abgeschiedenen Refugium seines Chefs Nathan (Oscar Isaac), dem exzentrischen CEO der größten Internetfirma der Welt, zu verbringen. Doch als er dort ankommt, wird schnell klar, dass er hier nicht zum Urlaubmachen eingeladen wurde. Vielmehr hat ihn Nathan ausgewählt, um an einem revolutionären Experiment teilzunehmen. Dem völlig isoliert lebenden Milliardär ist es gelungen, die erste wirklich künstliche Intelligenz der Welt zu erschaffen, die er in den Körper des Robotermädchens Ava (Alicia Vikander) integriert hat. Caleb soll in ausführlichen Sitzungen herausfinden, ob er Ava ihre "Menschlichkeit" tatsächlich abnimmt. Doch er ahnt nicht, auf welch gefährliches Spiel er sich dabei einlässt…

Bislang hat sich der Schriftsteller Alex Garland nur einen Namen als Drehbuchautor von Filmen wie "28 Days later", "Sunshine" oder "Dredd" gemacht. Für die Umsetzung seines neuesten Drehbuchs "Ex Machina" hat er es sich nicht nehmen lassen, erstmals auch auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Dass es sich bei dem SciFi-Kammerspiel um ein Regiedebüt handelt, ist dem visuell wie dramaturgisch großartigen Film allerdings kaum anzumerken. Mit einnehmender Souveränität gelingt es Garland, die Zuschauer an die Geschichte zu fesseln. Obwohl es im Grunde nur drei Darsteller gibt, die den Film tragen und sich das Geschehen vornehmlich auf sehr begrenztem Raum abspielt, wirkt "Ex Machina" groß und aufregend.

Das liegt zum einen an der Bildsprache, die eine Mischung aus faszinierender Location und perfekt darin integrierten visuellen Effekten ist. Als Drehort wurden ein Hotel und dazugehöriges privates Anwesen inmitten der norwegischen Wildnis gewählt, an dem die Setdesigner nur wenig ändern mussten, um es in Nathans Anwesen in Alaska zu verwandeln. Die Verbindung aus stylischer, mitunter fast schon futuristischer Architektur und der rauen, unberührten Wildnis sorgt für eine ganz einzigartige Atmosphäre, die bedrückend und faszinierend zugleich ist. Was die Effekte angeht, so vergisst man ganz schnell, dass ein Großteil von Avas Körper zumindest zu Beginn des Films am Computer entstanden ist. Ava ist von Anfang an ein faszinierender, sehr menschlicher Charakter, der so glaubhaft umgesetzt ist, dass man als Zuschauer gut nachvollziehen kann, warum Caleb Gefühle für das Robotermädchen entwickelt.

Doch der Film kann nicht nur auf seiner visuellen und tricktechnischen Ebene überzeugen. Auch dramaturgisch wird hier sehr interessante, spannende und intelligente Kost geboten. Sicherlich, für wen gutes Unterhaltungskino von viel Action und Getöse bestimmt wird, der wird sich mit der doch eher gemächlich inszenierten Abhandlung über die Frage, was Menschlichkeit ausmacht, nur schwer anfreunden können. Wer aber tiefgründiges Genrekino liebt, der wird schnell erkennen, dass Alex Garland hier wirklich ein kleines Meisterwerk geschaffen hat. Überzeugen können dabei auch die drei Hauptdarsteller. Domhnall Gleeson ist als leicht naiver Nerd perfekt besetzt, ist er in dieser Rolle doch nicht nur sehr glaubwürdig, sondern auch extrem sympathisch. Und das ist gerade für das Finale von ungeheurer Wichtigkeit. Oscar Isaac, der wie auch Gleeson im neuen "Star Wars" zu sehen sein wird, gibt den exzentrischen Einsiedler einfach wunderbar. Mal Kumpel, mal furchteinflößender Psychopath – Isaac überzeugt auf ganzer Linie und liefert nebenbei noch die wohl skurrilste Tanzeinlage der letzten Jahre ab. Und schließlich ist da noch Alicia Vikander, die Ava mit einer Mischung aus Verletzbarkeit, kindlicher Naivität und undurchschaubarer Berechnung verkörpert. Ein nahezu perfektes Trio, dem zuzusehen einfach ganz viel Vergnügen bereitet.

Zum letzten Akt soll hier natürlich nicht zu viel gesagt sein. Es muss Garland allerdings attestiert werden, dass er – auch wenn er den Film gerne ein, zwei Minuten früher hätte beenden können, da die finale Szene eigentlich nicht mehr nötig ist – ein sehr gutes, konsequentes Ende gewählt hat, das ebenfalls dazu beiträgt, dass "Ex Machina" aus der Masse heraussticht und noch länger im Gedächtnis vieler Zuschauer haften bleibt. Endlich mal ein wirklich originelles Werk, das keine Romanadaption, kein Remake, keine Fortsetzung oder Prequel ist, sondern eine vielleicht nicht ganz neue, aber dennoch mitreißende, in sich abgeschlossene Geschichte mit Tiefgang erzählt. Im zeitgenössischen Unterhaltungskino ist das leider eine Seltenheit geworden. Das hat dann aber auch ein "Absolut sehenswert" mehr als verdient!!!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Ex Machina (USA/Großbritannien 2014)"
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