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Dezember 2018
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Fuck for Forest

Fuck for Forest

Polen/Deutschland 2012 - mit Tommy Hol Ellingsen, Leona Johansson, Dany DeVero, Natty, Kaajal u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Dokumentarfilm
Regie:Michal Marczak
Kinostart:13.06.2013
Produktionsland:Polen/Deutschland 2012
Laufzeit:ca. 86 Min
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.neuevisionen.de
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Schon Ende der 1960er waren die Gegner des Vietnamkriegs davon überzeugt, dass die freie Liebe ein wirksames Mittel gegen Gewalt darstellen könnte. Ihr Slogan "Make love, not war" hat sich derart ins kollektive Gedächtnis eingebrannt, dass er auch heute noch immer wieder bei Demonstrationen und anderen Antikriegs-Aktionen bemüht wird. Auch die Aktivisten von "Fuck for Forest" wollen mit dem Liebemachen die Welt ein wenig besser machen. Die 2004 von Leona Johansson und Tommy Hol Ellingsen in Norwegen gegründete NGO, die mittlerweile ihren Hauptsitz in Berlin hat, beschränkt sich in ihrem Vorhaben allerdings nicht auf Slogans. Vielmehr wollen sie ihre Ideale direkt mit Hilfe von Sex in die Tat umsetzen. Dafür bieten sie im Internet pornographische Bilder und Videos an, für dessen Konsum der User zahlen oder eigene Bilder anbieten muss. Der Umsatz kommt dann diversen Umweltschutzprojekten zugute.

Die Mitglieder der Gruppe leben in einer ganz eigenen Welt, die für Außenstehende fremd, ein wenig verrückt und vielleicht auch komplett unverständlich, so gut ihre Ambitionen auch sein mögen. Hier setzt der polnische Filmemacher Michael Marczak mit seiner Dokumentation "Fuck for Forest" an. Er hat die Gruppe einige Monate lang begleitet, zunächst ohne, später dann mit Kamera. Er offeriert dem Zuschauer einen sehr ehrlichen, interessanten und unterhaltsamen Einblick in Leben und Wirken der NGO, begleitet sie bei diversen Aktionen und zeigt dabei, wie die Mitmenschen auf diese Neo-Hippies reagieren. Zeitgleich offenbart der Film aber auch die Ablehnung durch die eigene Familie, die in einem Fall sogar zum kompletten Bruch mit den Eltern geführt hat – ein hoher Preis, den die Aktivisten für ihre Ideale bezahlen müssen.

Marczak verzichtet bewusst auf direkte Interviews und untermalt seine Beobachtungen lediglich mit einem sachlichen und sehr aufschlussreichen Voice-Over Kommentar. Dadurch verhindert er gekonnt, dass es so wirkt, als würden die Protagonisten auf welche Art auch immer vorgeführt werden. Sicherlich, es wirkt schon ein wenig amüsant, Jemanden dabei zu beobachten, wie er an Blumen und Pflanzen vorbei läuft und davon spricht, wie unglücklich diese sind. Und auch eine ganz besondere Kellerperformance mutet schon ein wenig befremdlich an. Doch Marczaks Inszenierung schafft es eben auch in solchen Momenten, dass der Zuschauer das Ganze nicht lächerlich oder verwerflich findet, sondern ein gewisses Verständnis für die Ziele der Gruppe und für ihre Weltanschauung entwickelt.

Das ist an sich schon sehr interessant und sehenswert. Doch richtig gut wird die Dokumentation erst, wenn sich die Freunde auf den Weg in die tiefsten Amazonas-Wälder macht, um dort mit dem Geld, das sie mit ihren Bildern und Videos eingenommen haben, für die dort lebenden Ureinwohner ein Stück Land zu kaufen. Hier treffen Ideale und Realität auf überraschende wie schmerzhafte Art und Weise aufeinander, wodurch der Film eine ganz neue Bedeutungsebene erhält. So ist "Fuck for Forest" am Ende dann sehr viel mehr, als das einfache Porträt einer ungewöhnlichen Gruppierung, sondern eine universelle Geschichte darüber, wie schwer es ist, auch die besten Ideale gegen alle Widerstände aufrecht zu erhalten. Eine mal amüsante, mal bewegende, immer unterhaltsame und interessante Dokumentation, die nicht nur Zuschauern, die ein Interesse auch an ungewöhnlichen Arten von Umweltschutz haben, empfohlen werden kann. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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