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Il Futoro – Eine Lumpengeschichte in Rom

Il Futoro – Eine Lumpengeschichte in Rom

Italien/Deutschland/Chile/Spanien 2013 - mit Rutger Hauer, Manuela Martelli, Luigi Ciardo, Nicolas Vaporidis, Alessandro Giallocosta u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Il Futuro
Genre:Drama
Regie:Alicia Scherson
Kinostart:12.09.2013
Produktionsland:Italien/Deutschland/Chile/Spanien 2013
Laufzeit:ca. 99 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.realfictionfilme.de
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Als ein vor einigen Jahren aus Chile nach Italien emigriertes Ehepaar bei einem tragischen Autounfall ums Leben kommt, müssen sich die hinterbliebenen Kinder Bianca (Manuela Martelli) und Thomas (Luigi Ciardo) nun ganz alleine in Rom zurechtfinden. Mit aller Mühe versucht besonders Bianca, den gewohnten Alltag aufrecht zu erhalten. So bleiben die Teenager in der elterlichen Wohnung, gehen zur Schule und treffen sich mit Freunden. Kleine Jobs sollen dabei helfen, die notwendigen finanziellen Mittel für ein Überleben ohne Jugendamt zu sichern. Doch als Tomás immer mehr Zeit in dem Fitnessstudio, in dem er als Putzkraft arbeitet, verbringt, ändert sich die Situation drastisch. Denn nicht nur, dass der Junge seiner älteren Schwester gegenüber immer rebellischer wird. Er lädt auch einfach zwei Freunde aus dem Studio ein, vorrübergehend bei ihnen in der kleinen Wohnung einzuziehen. Die Beiden merken schnell, dass die Geschwister unter enormen Geldsorgen leiden und so machen sie ihnen einen riskanten Vorschlag: Bianca soll als Prostituierte eine Beziehung zu dem erblindeten Maciste (Rutger Hauer), einem ehemaligen B-Movie-Helden, aufbauen, damit sie so an das Geld, das er angeblich in seinem Haus bunkert, herankommen. Widerwillig stimmt Bianca dem Plan zu. Tatsächlich gelingt es ihr, die Sympathie und das Vertrauen des gealterten Filmstars zu gewinnen. Doch eines wurde bei dem angeblich narrensicheren Plan nicht bedacht: dass auch Bianca anfangen könnte, für ihr Opfer Gefühle zu entwickeln…

"Il Futuro" ist die Adaption des "Lumpenromans", dem letzten Werk des Autors Roberto Bolano. Regisseurin Alicia Scherson hat aus der Buchvorlage ein sehr ruhiges, etwas zähes Drama gebastelt, das aber dennoch über eine gewisse Nachhaltigkeit verfügt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein junges Mädchen, das nach dem Tod der Eltern viel zu schnell erwachsen werden muss. Sie muss in einer von der globalen Wirtschaftskrise gebeutelten Gesellschaft, die sie fast völlig im Stich lässt, für sich und ihren kleinen Bruder sorgen. Zeit zum Trauern bleibt da genauso wenig wie die Gelegenheit, einfach nur die Dinge zu tun, die man als Teenager-Mädchen eben so macht. Eine etwas unterkühlt wirkende Regie und das stoische, aber dennoch brodelnde Spiel von Hauptdarstellerin Manuela Martelli bauen eine auf sehr reale Art hoffnungslos wirkende Grundstimmung auf. Im Gegensatz dazu wirkt das Haus des blinden Schauspielers und seine von der Vergangenheit dominierte Aura beinahe schon wie eine Fantasiewelt an. So ist es absolut nachvollziehbar, warum sich Bianca hier so schnell fallen lassen kann, warum sie sich vor dem viel älteren Mann nicht fürchtet oder ekelt, sondern sich bei ihm geborgen fühlt.

"Il Futuro" ist kein besonders leichter Film. Gerade zum Ende hin verliert die Geschichte zunehmend ihre klar erkennbare Struktur und gipfelt in einem Finale, das den Zuschauer ein wenig ratlos zurück lässt. Mag sein, dass gerade dadurch erreicht wird, dass man auch nach dem Abspann noch lange und intensiv über diesen Film nachdenkt. Auf der anderen Seite bleibt nach den vielen starken Momenten, die der Film zu bieten hat, ein etwas unbefriedigender Gesamteindruck zurück, den das Drama schon alleine aufgrund der sehr guten Darstellerleistungen nicht verdient hat. Gerade die Szenen zwischen Manuela Martelli und Rutger Hauer stecken dank der Schauspieler voller Zärtlichkeit und emotionaler Tiefe, die trotz der etwas sperrigen Inszenierung enorm mitreißend sind.

So ist diese "Lumpengeschichte in Rom" ein sehr interessantes Werk, der streckenweise auch mitreißend und sehr bewegend ist. Die Charakterentwicklung von Bianca ist spannend und überzeugend umgesetzt. Dennoch macht die trockene und sperrige Inszenierung den Zugang für ein breiteres Publikum nahezu unmöglich, weshalb der Film nur Liebhabern des italienischen Arthausdramas wärmstens ans Herz gelegt werden kann!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Il Futoro – Eine Lumpengeschichte in Rom (Italien/Deutschland/Chile/Spanien 2013)"
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