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Dezember 2018
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Im weißen Rössl – Wehe, du singst!

Im weißen Rössl – Wehe, du singst!

Deutschland/Österreich 2013 - mit Diana Amft, Tobias Licht, Edita Malovcic, Fritz Karl, Armin Rohde u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Komödie, Musikfilm
Regie:Christian Theede
Kinostart:07.11.2013
Produktionsland:Deutschland/Österreich 2013
Laufzeit:ca. 97 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.imweissenroessl.senator.de
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Das Leben meint es nicht gut mit der Berlinerin Ottilie Giesecke (Diana Amft). Gerade hat ihr Freund auf recht unschöne Art mit ihr Schluss gemacht und in wenigen Tagen steht eine wichtige Präsentation ins Haus, die über ihre berufliche Karriere entscheiden könnte. Kein Wunder also, dass Ottilies Nerven gerade blank liegen. Da kann sie es eigentlich gar nicht gebrauchen, dass ihr Vater Wilhelm (Armin Rohde) unangemeldet auftaucht und sie zu einem Kurztrip an den Wolfgangsee überreden will. Schweren Herzens lässt sich Ottilie auf die Einladung ein und sie staunt nicht schlecht, als sie sich kurze Zeit später in einer Welt wiederfindet, in der sich der Himmel im kitschigsten Blau zeigt und die Menschen ihre permanente Fröhlichkeit aus vollem Halse in die Welt hinaus singen. Als sie den attraktiven Dr. Otto Seidler (Tobias Licht) trifft, ist dieser von Ottilies Ruppigkeit derart angetan, dass er ihr kurzerhand einen Heiratsantrag macht. Für das Großstadtmädchen der letzte Beweis dafür, dass sie hier in der puren Kitsch-Hölle gelandet ist und nur von Verrückten umgeben ist. Doch je mehr Zeit sie im "Weißen Rössl" verbringt, desto mehr färbt die pure Lust am Leben, der Liebe und dem Singen auch auf Ottilie ab. Und so wird sie zum Teil einer Geschichte, in der es nicht nur um unerfüllte Liebe, sondern auch um den Fortbestand des "Rössls" geht…

Mit "Im weißen Rössl – Wehe, du singst!" wagt sich Regisseur Christian Theede an eine Neuinterpretation des beliebten Singspiels von Ralph Benatzky aus dem Jahr 1930, das wiederum auf einem Lustspiel von 1896 basierte. Mehrfach ist das Stück bereits verfilmt worden, wobei sich die Adaptionen von 1952 und die von 1960 mit Peter Alexander in der Hauptrolle ganz besonderer Beliebtheit erfreuen. Damit war eine erneute Verfilmung des Stoffes gleich in zweifacher Hinsicht ein echtes Wagnis. Denn zum einen sind Singspiele im deutschen Kino einfach nicht mehr besonders populär. Selbst große Musicalinszenierungen, die in den USA Millionen in die Kinos locken, haben es hierzulande schwer, ein breites Publikum zu finden. Auf der anderen Seite muss sich eine Neuverfilmung gerade bei solchen Zuschauern, die andere Versionen der Geschichte kennen und lieben, zwangsläufig mit den anderen Adaptionen messen lassen.

So war es auf jeden Fall eine gute Entscheidung, dem Film dadurch eine eigene Note zu verleihen, dass man das "Weiße Rössl", seine Gäste und Angestellten wie auch die ganze Umgebung um den Wolfgangsee als völlig überstilisierte Parallelwelt darstellt, in der sich die Figuren als wandelnde Klischees über alle Vorurteile, die man vor einem musikalischen Heimatfilm haben mag, lustig machen dürfen. Dabei wird aber das, was diese heile Welt für Viele so schön macht, nicht respektlos durch den Kakao gezogen, sondern mit einer liebevollen Verbeugung persifliert. Das ist schräg, kitschig und irgendwie auch sehr lustig.

Den bekannten Liedern aus dem Singspiel wurde ein moderner Anstrich verpasst und zusätzlich durften Musiker wie Bela B. auch neue Songs zu dem melodiösen Treiben beisteuern. Wenn das funktioniert, dann richtig gut. Doch in vielen Momenten ist die Inszenierung nicht konsequent genug, wirkt einfach zu brav und etwas bieder, was dann doch im deutlichen Gegensatz zum satirischen Grundton der Geschichte steht. In solchen Momenten scheint sich Christian Theede nicht entscheiden zu können, ob er nun einfach eine moderne Hommage, oder doch eine Persiflage präsentieren möchte.

Doch auch, wenn der Komödie noch etwas mehr Biss und eine entschlossenere Inszenierung gut getan hätten, so ist "Im weißen Rössl – Wehe, du singst!" als leicht trashige Musical-Komödie nicht ohne Unterhaltungswert. Das liegt auch an den Darstellern, die hier mit offensichtlichem Spaß die bekannten Melodien in die Berge hinausgeträllert haben. Während Diana Amft auf die für sie typische Art wieder mit leicht chaotischem Charme überzeugen kann, ist besonders Fritz Karl als Oberkellner Leopold in eben der Rolle, die Peter Alexander so unvergessen gemacht hat, ein echter Gewinn für den Film. Aber auch Tobis Licht, Edita Malovcic und Gregor Bloéb als selbstverliebter Sigismund sorgen dafür, dass die gute Laune am Wolfgangsee über kleine Fremdschäm-Momente und Peinlichkeiten triumphiert.

Sicherlich, "Im weißen Rössl – Wehe, du singst!" ist kein großes Kopfkino und sicherlich auch nicht die große Komödie, die der Film hätte sein können. Doch wer deutsche Musikfilme schätzt und es dabei gerne auch mal etwas alberner mag, dem kann diese etwas abgedrehte Version vom "Weißen Rössl"  durchaus ans Herz gelegt werden.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Im weißen Rössl – Wehe, du singst! (Deutschland/Österreich 2013)"
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