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Jackie – Wer braucht schon eine Mutter

Jackie – Wer braucht schon eine Mutter

Niederlande/USA 2012 - mit Carice Van Houten, Jelka Van Houten, Holly Hunter u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Jackie
Genre:Komödie, Tragikomödie
Regie:Antoinette Beumer
Kinostart:18.07.2013
Produktionsland:Niederlande/USA 2012
Laufzeit:ca. 100 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.jackie-derfilm.de/
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Die Zwillingsschwestern Sofie (Carice Van Houten) und Daan (Jelka Van Houten) könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Single Sofie nur für ihren Job lebt und statt auf Gefühle auf ihre durchkalkulierte Karriereplanung setzt, sehnt sich Daan nach Harmonie und Fröhlichkeit. Aufgewachsen bei ihren beiden schwulen Vätern haben die Schwestern ihre Mutter nie kennen gelernt. Doch das soll sich 33 Jahre nach ihrer Geburt ändern, als sie ein Anruf aus den USA erreicht: ihre leibliche Mutter Jackie (Holly Hunter) liege mit einem komplizierten Knochenbruch im Krankenhaus und hat niemanden, der sich um sie kümmert. Daan gelingt es, Sofie zu überreden, gemeinsam nach Amerika zu fliegen um die Frau kennen zu lernen, die sie für ihre Väter ausgetragen hat. Für die Schwestern beginnt damit eine Reise, in denen ihr Leben und auch ihre Beziehung zueinander komplett auf den Kopf gestellt werden…

"Jackie – Wer braucht schon eine Mutter" ist ein Road-Movie der ganz besonderen Art. Regisseurin Antoinette Beumer, die in ihrer Heimat zuletzt große Erfolge mit dem Remake des flämischen Thrillers "Loft" feiern konnte, erzählt die Geschichte von einer ungewöhnlichen Familienzusammenführung mit viel Humor, aber auch jeder Menge Gefühl, ohne dabei in den zu befürchtenden Kitsch abzudriften. Drei Aspekte sorgen ganz besonders dafür, dass der Film so gut funktioniert. Der erste und wohl wichtigste Aspekt ist die Chemie zwischen Carice und Jelka Van Houten. Die Beiden mögen im wahren Leben keine Zwillinge sein, doch dass sie Schwestern sind, ist ihrem perfekt harmonisierenden Spiel mehr als positiv anzumerken. Obwohl Sofie und Daan völlig unterschiedliche Charaktere sind, wirken sie als Schwestern absolut glaubhaft, was nicht nur bei den emotionaleren Momenten, sondern auch beim komödiantischen Timing von großem Vorteil ist.

Der zweite Aspekt ist, dass auch in der deutschen Fassung die Zweisprachigkeit der Originalfassung erhalten geblieben ist. Holly Hunter und alle anderen englischsprechenden Schauspieler wurden nicht synchronisiert, sondern lediglich untertitelt. Dadurch gewinnt der Film an Authentizität und Atmosphäre, die auch noch durch den dritten Aspekt gefördert werden. Dabei handelt es sich um einen Blick auf die USA, wie er im Kino nur selten zu sehen ist. Fernab aller Hollywood-Klischees reisen Sofie und Daan mit Jackie durch ein Land, in dem die Menschen irgendwie ganz normal und eben nicht wie die Typischen Hollywood-Schönheiten aussehen, in denen es sehr viel sichtbare Armut und raue, aber wunderschöne Landschaften gibt.

Der durch diese drei Aspekte sehr positiv ausgefallene Eindruck wird nur dadurch getrübt, dass Beumer hier und da doch auf ein paar fast schon ärgerliche Klischees zurückgreift, die der Film für seinen Unterhaltungswert oder seine emotionale Wirkung überhaupt nicht nötig gehabt hätte. So ist es schon zu Beginn einer Szene, in der sich Daan in einer Bar als Sängerin versucht, während Sofie mit einem Gast tanzt, klar, dass sie beim Verlassen der Bar vor einer Gruppe arg aufdringlicher Hillbillys belästigt werden. Nicht nur, dass diese Sequenz vom Ton her einfach nicht in den Kontext passen will, sie wirkt auch im Gegensatz zu den meisten anderen Szenen des Films komplett vorhersehbar und abgegriffen.

Auch wenn das Ende nicht unbedingt ein Paradebeispiel für Glaubwürdigkeit ist und die Wandlung, die Sofie und Daan auf ihrer Reise durchmachen, fast schon etwas Märchenhaftes an sich hat, so überwiegt am Ende doch ein sehr positiver Gesamteindruck. Die drei Hauptdarstellerinnen sind einfach großartig, wobei besonders Holly Hunter mit ihrer schrulligen, wortkargen Darbietung bleibenden Eindruck hinterlässt, die schönen Aufnahmen der Wüste von New Mexico und der tolle Soundtrack, auf dem sich Jelka Van Houten auch noch als sehr talentierte Sängerin beweist, machen aus "Jackie – Wer braucht schon eine Mutter" einen sehr schönen Gute Laune Film, an dem nicht nur weibliche Fans von charmanten Arthaus-Komödien ihre Freude haben können. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Jackie – Wer braucht schon eine Mutter (Niederlande/USA 2012)"
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