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Kino Kontrovers 4: Twentynine Palms – DVD

Kino Kontrovers 4: Twentynine Palms – DVD

USA/Frankreich/Deutschland 2004 - mit Katia Golubeva, David Wissak ...

Filminfo

Originaltitel:Twentynine Palms
Genre:Drama
Regie:Bruno Dumont
Verkaufsstart:10.11.2011
Produktionsland:USA/Frankreich/Deutschland 2004
Laufzeit:ca. 114 Min.
FSK:ab 18 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch, Französisch/Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (2.35:1)
Extras:Making of, Dokumentation, Postergalerie, Trailer, Booklet mit Essay zum Film
Regionalcode:2
Label:Euro Video
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Amazon Link : Kino Kontrovers 4: Twentynine Palms – DVD

Film: Der Fotograf David (David Wissak) und sein Model Katia (Katia Golubeva) fahren auf Motivsuche für einen Werbespot durch die Wüste Kaliforniens. Da sie beide nicht die gleiche Sprache sprechen und sich nur fragmentarisch unterhalten können, kommt es immer wieder zu Missverständnissen und Streitereien, gefolgt von Versöhnungen und wildem Sex. Dieser sich stetig wiederholende Zyklus lässt das Paar in einen Zustand der Monotonie verfallen, der dadurch, dass sie in die von Einsamkeit und Leere geprägten Umgebung nicht wirklich hineinpassen wollen, noch verstärkt wird. Dass die Situation irgendwann eskalieren wird, scheint da nur eine Frage der Zeit. Doch welches grausame Inferno sie tatsächlich erwartet, ahnen David und Katia nicht einmal ansatzweise…

"Twentynine Palms", der dritte Spielfilm von Bruno Dumont, ist ein zutiefst pessimistisches Werk über die innerliche Leere zweier Menschen, über eine sinnentleerte Welt, in der Sex nicht zum Austausch von Emotionen, sondern zum Überspielen sprachlicher Barrieren dient. Gleichzeitig ist der Film aber auch das Portrait eines Amerikas, wie es im Film nur selten gezeigt wird. Ein Land, in dem Konsum und latent schlummernde Aggression auf tief empfundene Leere treffen. Dies vermittelt das faszinierend fotografierte Drama auf beinahe schon geniale Weise.

Denn der Zuschauer merkt davon fast zwei Stunden lang kaum etwas. Er wird mit einer nicht wirklich existenten Handlung konfrontiert, bei der sich die Bedrohung nur unterschwellig aufbaut, nur um dann in einem verstörenden Finale zu explodieren. Zwei nicht wirklich sympathische Hauptfiguren, die wie Fremdkörper in einer trostlos schönen Wüstenlandschaft wirken, die sich in Missverständnissen verlieren, streiten oder sich in jede Form von Erotik vermissen lassenden Sexszenen verlieren. Das klingt nicht nur nicht wirklich spannend, das ist in der tat langatmig und ermüdend. Doch man hat als Zuschauer dennoch nicht das Bedürfnis, den Film auszuschalten. Denn Dumont gelingt es, eine unterbewusste Bedrohung aufzubauen, die in Form des schwarzen Vans immer wieder auftaucht und erahnen lässt, dass irgendwann doch etwas passieren muss. Und wenn es dann geschieht, wünscht man sich die Zeit der angeblichen Bedeutungslosigkeit wieder zurück.

Denn indem Dumont mit extremer Langsamkeit auf das Finale zusteuert, entwickelt dies dann eine derart verstörende Kraft, dass es wirklich nur schwer zu ertragen ist. "Twentynine Palms" ist wahrlich kein leichter Film, doch wer sich auf die langsame Inszenierung und die emotionale Leere der Hauptfiguren einlassen kann und sich an der doch recht deutlichen Darstellung von Sex und Gewalt nicht stört, der wird vielleicht auch der Faszination dieses Arthaus-Dramas erliegen.

Bild + Ton: Der Film lebt in den meisten Momenten von seinen Bildern. Dass diese gut zur Geltung kommen und in Sachen Schärfe, Kontraste und Farbgebung überzeugen können, lässt die DVD visuell sehr gut dastehen. Der Ton wird oft von stillen Momenten dominiert, kleinere Umgebungsgeräusche sorgen aber immer wieder für die richtige Atmosphäre. Unspektakulär, aber gut!

Extras: Neben dem Booklet mit einem sehr ausführlichen Essay zum Film und dem Regisseur gibt es auf der DVD noch ein umfassendes Making of (ca. 45 Min.), sowie eine interessante WDR-Dokumentation über den Regisseur (ca. 45 Min.). Dazu kommen noch der Trailer und eine Postergalerie. Sehr gut!

Fazit: "Twentynine Palms" fordert seinen Zuschauern schon jede Menge ab. Zunächst einmal Geduld, am Ende dann starke Nerven, um das verstörende Finale ertragen zu können. Ein Film, bei dem nicht unbedingt die doch recht graphischen Sexszenen der Grund sind, um ihn als "kontroverses Kino" bezeichnen zu können. Die DVD ist technisch gut umgesetzt und hat zudem sehr umfangreiches und sehenswertes Bonusmaterial zu bieten.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

  • Kino Kontrovers 4: Twentynine Palms – DVD
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