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Liebe

Liebe

Frankreich/Deutschland/Österreich 2012 - mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert u.a

Filminfo

Originaltitel:Amour
Genre:Drama
Regie:Michael Haneke
Kinostart:20.09.2012
Produktionsland:Frankreich/Deutschland/Österreich 2012
Laufzeit:ca. 127 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.liebe.x-verleih.de
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Georges (Jean-Louis Trintignant) und Anne (Emmanuelle Riva), beide um die 80, verbringen ihre Zeit in liebevoller Zweisamkeit. Die Musikprofessoren im Ruhestand genießen ihre kleinen Rituale und ihren ruhigen Alltag, den sie sich auch davon nicht verderben lassen, wenn sie nach einem Konzertbesuch feststellen müssen, dass bei ihnen eingebrochen worden ist. Das Glück wird an einem ganz normalen Vormittag zerstört, als Anne einen an sich kleinen Anfall hat, an den sie sich anschließend nicht mehr erinnern kann. Es folgt eine Operation, nach der Nichts mehr so ist, wie es einmal war. Anne, nun halbseitig gelähmt, ringt ihrem Mann das Versprechen ab, sie nie wieder in ein Krankenhaus oder gar ein Altersheim zu stecken. Georges verspricht es ihr und kümmert sich fortan aufopfernd um seine Frau. Immer mehr entgleitet sie ihm, immer weniger hat sie mit der Frau gemein, mit der er sein Leben geteilt hat. Doch eines ändert sich nie: Georges innige Liebe zu seiner Anne…

"Liebe" ist in vielerlei Hinsicht ein typischer Michael Haneke Film. Nicht nur die Namen der beiden Hauptfiguren hat das Drama mit vielen seiner Vorgänger gemein, auch die zum Teil sehr langen Einstellungen und der mitunter schwer zu ertragende Realismus können als für den Regisseur übliche Stilmittel bezeichnet werden. Der Unterschied ist hier lediglich ihre Wirkung. Denn was gerade bei "Funny Games", in gewisser Hinsicht aber auch bei "Cache" geschockt hat oder bei "Das weiße Band" extrem bedrückend wirkte, verfügt "Liebe" über eine ganz eigene Atmosphäre. Es ist schwer, manchmal sogar regelrecht unerträglich, dem langsamen Sterben von Anne zuzusehen. Dennoch hinterlässt der Film auch ein sehr schönes Gefühl, ist doch schließlich das Handeln von Georges angesichts dieser schwierigen Situation ein Ausdruck tiefster und aufrichtigster Liebe. Und die überträgt sich auch auf den Zuschauer, der dadurch auch das Leiden von Anne besser ertragen kann.

Die großartigen Leistungen von Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva, die fast ausschließlich in einem der Wohnung von Hanekes nachempfundenen Set agieren, machen das in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Drama zu einem herausragenden Stück anspruchsvollen Schauspielkinos. So ist der Film für alle Liebhaber von erstklassigem und forderndem Arthaus-Kino absolut sehenswert.

Nichtsdestotrotz muss auch gesagt sein, dass es viele Zuschauer schwer haben dürften, sich auf den Film und seine Geschichte einzulassen. Für mich etwa ist Kino in erster Linie ein Ort, um der Realität zu entfliehen. So sehr ich die Arbeit der Darsteller und die herausragende Inszenierung erkennen und schätzen kann, so fällt es mir einfach schwer, einen Film zu sehen, in dem ich einem Menschen über zwei Stunden lang beim langsamen Sterben zusehen muss. In Momenten größter Verletzlichkeit, intimster Zweisamkeit diesem Paar beizuwohnen, hat für mich bisweilen fast etwas Voyeuristisches. Dass ich das so empfunden habe, ist allerdings gleichzeitig auch wieder ein Zeugnis der hohen Qualität des Films, von dem authentischen und extrem starken Spiel der Darsteller und der realitätsnahen Inszenierung des Regisseurs.

Wer im Kino der Realität entfliehen möchte, für den ist Michael Haneke ganz eindeutig der falsche Regisseur. Wer sich aber auf die schwierige und mitunter sehr harte Inszenierung einlassen kann und will, der wird ganz bestimmt entdecken können, welche Kraft die Liebe im Leben und im Film haben kann – eine Kraft, die über den Tod hinaus geht.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Liebe (Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)"
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