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Machine Gun Preacher – DVD

Machine Gun Preacher – DVD

USA 2011 - mit Gerard Butler, Michelle Monaghan, Michael Shannon, Kathy Baker, Souleymane Sy Savane ...

Filminfo

Originaltitel:Machine Gun Preacher
Genre:Drama
Regie:Marc Forster
Verkaufsstart:24.08.2012
Produktionsland:USA 2011
Laufzeit:ca. 124 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (2.35:1)
Extras:Interview, Making the Music, Musikvideo, Trailer
Regionalcode:2
Label:Universum Film
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Amazon Link : Machine Gun Preacher – DVD

Film: Bislang war das Leben des ehemaligen Drogendealers Sam Childers (Gerard Butler) als Mitglied einer Biker-Gang von Drogen und Gewalt bestimmt. Doch nach einem längeren Gefängnisaufenthalt findet er, auch durch die Hilfe seiner streng gläubigen Frau Lynn (Michelle Monaghan) zu Gott und scheint dadurch endlich seinen Frieden und die Möglichkeit auf ein normales Leben gefunden zu haben. Er gründet eine eigene Baufirma, mit der er bald so erfolgreich ist, dass er seiner kleinen Familie ein schönes Eigenheim bieten kann. Doch als er in den Sudan reist, um dort mit seinen handwerklichen Talenten zu helfen, wird er Zeuge der grausamen Taten der Rebellengruppe LRA, unter der ganz besonders Frauen und Kinder zu leiden haben. Sam ist klar: er kann nicht einfach wieder zu seinem Alltag zurückkehren. Er baut eine eigene Kirche, in der Hoffnung, mit ihr Geld für die Kinder im Sudan sammeln zu können. Doch auch das reicht ihm bald nicht mehr. Er reist selbst zurück in das Krisengebiet und versucht mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, sich den feindlichen Milizen zur Wehr zu setzen – zur Not auch mit Gewalt... 

Der Name "Machine Gun Preacher" lässt zunächst eine weitere Grindhouse-Hommage im Stil von "Machete" oder "Hobo with a Shotgun" erwarten. Doch der auf der wahren Lebensgeschichte von Sam Childers basierende Film erweist sich schnell als intensives Drama, das sich zwar einiger plakativer Gewaltmomente bedient, diese aber insbesondere dazu einsetzt, um das tatsächliche Grauen, dem die Menschen im Sudan ausgesetzt sind, so authentisch wie möglich einzufangen. Regisseur Marc Forster, der in seiner bisherigen Karriere immer wieder den Spagat zwischen Unterhaltung und Anspruch geschafft hat, hat sich diese schwere Thematik bewusst ausgesucht, um nach seiner Arbeit am letzten "James Bond"-Film eine komplett andere Arbeitserfahrung zu machen. Weg von großen Studios, weg vom reinen Unterhaltungskino. Und so ist es auch wenig verwunderlich, dass "Machine Gun Preacher" gerade zu Beginn stilistisch und atmosphärisch an Forsters ersten großen Erfolg, das Drama "Monster's Ball" erinnert. 

Forster schafft es sehr gut, seinem in den USA und Südafrika gedrehtem Drama einige besonders intensive Momente abzugewinnen, die auch seinem Hauptdarsteller Gerard Butler einiges abverlangen. Doch Butler besteht diese Bewährungsprobe mit Bravour und liefert als bewaffneter Kreuzritter eine extrem starke Performance ab. Was ihm dabei ein wenig im Weg steht, ist die Figur des Sam Childers selbst. So bewundernswert es auch ist, wie sehr sich der Ex-Sträfling für die Kinder im Sudan einsetzt, so sind seine Methoden mitunter doch zumindest ein wenig fragwürdig. Was ihn aber zumindest im Film zu einer problematischen Figur macht, ist, dass er sich im Verlauf der Geschichte nicht wirklich geändert zu haben scheint. Er ist auch nachdem er zu Gott gefunden hat noch immer extrem aufbrausend und gewaltbereit und behandelt seine Familie, die immer zu ihm gehalten hat und die ihn mit ganzen Kräften unterstützt, wie den letzten Dreck. 

Wie weit das der Realität entspricht, kann hier nicht nachvollzogen werden. Die Bilder des echten Sam Childers und seiner Familie, die im Abspann zu sehen sind, lassen zumindest vermuten, dass Lynn auch im Sudan stärker an dem Hilfsprojekt beteiligt war, als es der Film suggeriert. Auch die Art und Weise, wie Sam seinen besten Kumpel Donnie (wie immer großartig: Michael Shannon), der ein Konglomerat aus vier bis fünf verschiedenen Freunden des echten Childers ist, behandelt, obwohl sich dieser aufopfernd um Sams Frau und Tochter kümmert, während dieser seinen Kampf gegen die LRA führt, macht Sam trotz seiner guten Ambitionen nicht wirklich sympathisch. Forster betrachtet das Handeln seiner Hauptfigur besonders in den moralisch zweifelhaften Momenten zu unkritisch, was dem Film am Ende einen etwas unguten Beigeschmack verleiht. Man muss sich fragen, ob der Zweck wirklich immer alle Mittel heiligt. 

Außer Frage steht aber wie gesagt, dass das, was Sam Childers im Sudan geschafft hat, große Anerkennung verdient, ganz gleich, ob der Film seinem tatsächlichen Handeln nun gerecht wird, oder gerade die familiären Komplikationen aus dramaturgischen Gründen verändert oder aufgebauscht worden sind. 

Unterm Strich ist "Machine Gun Preacher" aber trotz kleinerer Schwächen ein gutes Drama, das mit überzeugenden Darstellern, intensiven Momenten und einer starken Bildsprache überzeugen kann. Wer über die etwas plakativen Momente hinwegsehen kann, dem kann der Film durchaus ans Herz gelegt werden. Sehenswert!   

Bild + Ton: Der Film verfügt gerade in den im Sudan spielenden Szenen über einen eher dreckigen Look, der durch die erdigen Farben und die etwas überhöhten Kontraste gut eingefangen wird. In den Momenten, die in den USA spielen, sind sehr viel kräftigere und sattere Farben tonangebend. Insgesamt überzeugt das Bild mit einer ordentlichen Gesamtschärfe, Verschmutzungen oder Bildstörungen sucht man zudem vergebens. Der Dolby Digital Mix ist gerade zu Beginn eher zurückhaltend, bei Angriffen von bzw. auf die LRA sorgen aber einige gut umgesetzte Effekte für Bewegung im Surround-Bereich. Gut! 

Extras: Das Interview mit Regisseur Marc Forster (ca. 20 Min.) ist sehr interessant. Forster offenbart darin, warum er sich nach seiner Arbeit für James Bond ausgerechnet für diesen Stoff entschieden hat und inwiefern der echte Sam Childers in den Entstehungsprozess eingebunden war. Auch über den Dreh in den USA und in Afrika hat Forster einige aufschlussreiche Dinge zu erzählen. Neben diesem guten Interview hat die DVD noch eine Kurzdokumentation über die Filmmusik (ca. 14 Min.), ein Musikvideo von Chris Cornell (ca. 4 Min.) und den Trailer zum Film zu bieten. 

Fazit: "Machine Gun Preacher" ist ein ambitioniertes Drama, das schauspielerisch und visuell in jeder Hinsicht überzeugen kann, dramaturgische aber einige kleinere Schwächen aufzuweisen hat. Die Hauptfigur und ihr Handeln bleibt in zu vielen Momenten moralisch zweifelhaft, was die Wirkung der Geschichte deutlich abschwächt. Dennoch ist der Film, der auf der DVD technisch gut umgesetzt wurde, aufgrund der guten Darsteller und den wahren Hintergründen der Story auf jeden Fall trotz der Schwachpunkte noch: durchaus empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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