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September 2018
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Maman und Ich

Maman und Ich

Frankreich/Belgien 2013 - mit Guillaume Gallienne, André Marcon, Françoise Fabian, Nanou Garcia u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Les carcons et Guillaume, á table
Genre:Komödie, Drama, Tragikomödie
Regie:Guillaume Gallienne
Kinostart:05.06.2014
Produktionsland:Frankreich/Belgien 2013
Laufzeit:ca. 87 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.facebook.com/Mamanundich
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Guillaume (Guillaume Gallienne) war schon immer anders, als seine beiden älteren Brüder. Er hat sich nie für Sport interessiert, sondern findet eher Gefallen am Singen oder Tanzen. Typische Jungensachen sind einfach nicht sein Ding. Er ist sehr auf seine Mutter (ebenfalls Guillaume Gallienne) fixiert und will es ihr immer recht machen. Da sich Maman nach zwei Jungs so sehr ein Mädchen gewünscht hat, lässt sich Guillaume von ihr nur allzu gerne in die Rolle der Tochter, die sie niemals hatte, drängen. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem er sich die Frage stellen muss, wer er eigentlich wirklich ist und wen er lieben will. Doch die Suche nach seiner persönlichen und sexuellen Identität ist ein langer, holpriger Weg, der einige Überraschungen für Guillaume bereit hält…

Mit "Maman und Ich" liefert Guillaume Gallienne sein Regiedebüt ab, das auf seinem gefeierten autobiografischen Theaterstück basiert. Wie das Leben selbst pendelt auch der Film irgendwo zwischen Komödie und Tragödie hin und her. Es ist eine sehr intime Geschichte über eine intensive Mutter-Sohn Beziehung, ein skurril eingefärbter Abnabelungsprozess, der in einem ungewöhnlichen Coming Out gipfelt. Im Theater eine One Man Show, holt sich Gallienne in der Leinwandadaption Unterstützung von einer ganzen Reihe Nebendarsteller wie André Marcon, Diane Kruger, Götz Otto oder Françoise Fabian. Dennoch gehört der Film ganz und gar seiner wunderbaren Doppelrolle als "Maman und Ich".

Dabei gibt es einige ganz wunderbare Momente und richtig gute Lacher. Etwa, wenn Guillaume in Spanien perfekt tanzen lernt – nur eben so wie ein Mädchen – oder wenn er vor dem Spiegel Sissi spielt. Doch so überspitzt komisch auch einige Momente wie der Aufenthalt in einem bayerischen Sanatorium auch sein mögen, schwebt über der Geschichte doch immer auch eine bedrückende Schwere. Denn auch wenn Guillaume den meisten Situationen mit einem Lächeln auf dem Gesicht und einem schier unzerstörbaren Optimismus begegnet, fühlt man doch als Zuschauer eine gewisse Verzweiflung angesichts der vielen Rückschläge und auch Zurückweisungen, die er während des Prozesses seiner sexuellen Selbstfindung erfahren muss.

"Maman und Ich" ist ein sehr ungewöhnlicher Film. Es ist auf der einen Seite eine klassische Coming-of-Age Geschichte, auf der anderen Seite aber derart surreal und unangepasst, wie man es im Kino nur noch selten sieht. Munter wechselt Gallienne zwischen einer eher theatralischen und einer rein cineastischen Inszenierung hin und her und verhindert dadurch schon auf einer rein stilistischen Ebene, dass sich der Film in eine Schublade stecken lässt. Alles an seiner Inszenierung scheint so zerrissen zu sein, wie das Seelenleben seiner Hauptfigur. Das macht den Film für ein Mainstreampublikum zwar extrem schwer zugänglich. Gleichzeitig wird "Maman und Ich" gerade dadurch zu einer der interessantesten und überraschendsten Kinoerlebnisse des Jahres.

In Frankreich landete Guillaume Gallienne nicht nur mit der Bühnenfassung, sondern auch mit der Kinoadaption einen großen Kritiker- und Publikumserfolg. Das wird sich in Deutschland zwar mit Sicherheit nicht in gleichem Umfang wiederholen lassen. Doch es wäre dem Film zu wünschen, dass er zumindest in den Programmkinos zahlreiche Zuschauer finden und begeistern wird. Denn Filme wie "Maman und Ich", die derart lebensnah, berührend wie amüsant sind und sich dabei jeder stilistischen wie dramaturgischen Vorhersehbarkeit entziehen, sind eine Rarität geworden, die man einfach würdigen muss – zumindest dann, wenn sie derart gelungen sind. Wer also raffiniertes, charmantes und humorvolles Autorenkino aus Frankreich schätzt und einfach mal jenseits der ausgetretenen Pfade gut unterhalten werden möchte, der sollte sich dieses Werk auf keinen Fall entgehen lassen. Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Maman und Ich (Frankreich/Belgien 2013)"
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