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Mann im Bad – Tagebuch einer schwulen Liebe – DVD

Mann im Bad – Tagebuch einer schwulen Liebe – DVD

Frankreich 2010 - mit Francois Sagat, Omar Ben Sellem, Chiara Mastroianni, Rabah Zahi, Dennis Cooper u.a

Filminfo

Originaltitel:Homme au bain
Genre:Drama
Regie:Christophe Honore
Verkaufsstart:31.08.2012
Produktionsland:Frankreich 2010
Laufzeit:ca. 72 Min.
FSK:ab 18 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch/Englisch, Französisch/Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (1.85:1)
Extras:Interview, Trailer
Regionalcode:2
Label:Pierrot Le Fou
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Amazon Link : Mann im Bad – Tagebuch einer schwulen Liebe – DVD

Film: Aus der Beziehung von Omar (Dustin Segura-Suarez) und Emmanuel (Francois Sagat) ist die Luft raus. Als Omar für eine Woche mit seiner besten Freundin (Chiara Mastroianni) nach New York fährt, wünscht er sich, dass Emmanuel in dieser Zeit aus der gemeinsamen Wohnung in einem tristen Vorort von Paris ausziehen soll. Die Liebe ist am Ende, und beide Männer setzen fortan alles daran, um sich zu beweisen, dass sie nichts mehr füreinander empfinden.

In "Mann im Bad" setzt sich Regisseur Christophe Honore ("Die Liebenden") auf beinahe schon nüchterne Art und Weise mit dem Ende einer Beziehung auseinander. Dass es sich dabei um eine homosexuelle Beziehung handelt, ist eigentlich zweitrangig, auch wenn sich der Film durch seine Inszenierung sehr viel deutlicher an ein schwules Publikum wendet, als etwa die sehr viel massenkompatibleren "Brokeback Mountain" oder "Ein Zuhause am Ende der Welt". Doch auch wenn die Kamera gerade den Körper des Pornostars Francois Sagat geradezu zelebriert und Honore auch vor etwas drastischer dargestellten Sexszenen nicht zurückschreckt, so ist die Essenz der Geschichte an sich absolut universell und losgelöst von jeder ethnischen Grenze und sexuellen Orientierung.

Während Honore in seinem letzten Kinofilm "Die Liebenden" seine Geschichte eher verspielt und mit Musical-Einlagen untermalt erzählt hat, geht er hier sehr viel nüchterner zur Sache. Das Ganze soll möglichst authentisch wirken, was Stärke und Schwäche zugleich ist. Stärke, da die beinahe emotionslose Erzählweise gut nachempfinden lässt, wie verkrampft beide Männer versuchen, sich selber davon zu überzeugen, dass ihnen die Trennung nichts ausmacht. Das hat eine gewisse Intensität, der man sich, sofern es gelingt, sich auf die Inszenierungsform einzulassen, nur noch schwer entziehen kann.

Es ist aber auch insofern eine Schwäche, da es durch diese Art der realitätsnahen Inszenierung keinen wirklich nachvollziehbaren Handlungsverlauf und auch keine ausgefeilte Charakterzeichnung gibt. Der Film ist eher ein kurzer Einblick in das Leben zweier Menschen, die dem Zuschauer am Ende eigentlich immer noch so fremd sind, wie zu Beginn. Das macht es schwierig, sich von dem Geschehen gefangen nehmen zu lassen und Interesse an den Protagonisten und ihrer Geschichte zu entwickeln.

Wer ein Faible für diese zurzeit sehr beliebte Form von französischem Arthauskino hat, der kann unabhängig von der eigenen sexuellen Orientierung durchaus einen Blick in das  "Tagebuch einer schwulen Liebe" werfen. Wer aber eine Geschichte im klassischen Sinn erzählt bekommen möchte oder Wert auf zugängliche Charaktere legt, der wird sich mit der eher sperrigen Inszenierung nur wenig anfreunden können.

Bild + Ton: Der authentische Look des Films überträgt sich auch auf die audiovisuelle Umsetzung fürs Heimkino. Beim Bild fällt in erster Linie auf, dass es bei den von Omar mit einer Videokamera festgehaltenen Momente in New York gerade im Bereich Schärfe einige Schwachpunkte gibt, die aber aufgrund des authentischen Looks beabsichtigt sind und daher auch nicht negativ gewertet werden sollten. Der Ton beschränkt sich in weiten Teilen auf Dialoge, ruhige Momente oder Musik, weshalb die Surroundkanäle beim Dolby Digital 5.1 Mix nur sehr bedingt genutzt werden.

Extras: Neben dem Trailer zum Film gibt es als Bonus noch ein knappes Interview mit Hauptdarsteller Francois Sagat, der darin ein wenig über die Entstehungsgeschichte und die Arbeit beim Dreh des Films erzählt. Etwas mager, aber nicht uninteressant.

Fazit: "Mann im Bad" ist ein recht nüchtern und dadurch sehr authentisch wirkender Abgesang auf eine Beziehung. Zwar richtet sich der Film von seinen Bildern her eher an ein homosexuelles Publikum, doch im Prinzip ist die Geschichte, die Christophe Honore erzählt, völlig universell und frei von ethnischen und sexuellen Grenzen anwendbar. Die DVD setzt den Film technisch stimmig um, das Bonusmaterial ist mager, aber interessant.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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