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Nebel im August

Nebel im August

Deutschland/Österreich 2016 - mit Sebastian Koch, Ivo Pietzcker, Fritzi Haberlandt, Henriette Confurius u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Kai Wessel
Kinostart:29.09.2016
Produktionsland:Deutschland/Österreich 2016
Laufzeit:ca. 126 Min
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.facebook.de/ARTHAUS
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Süddeutschland, Anfang der 1940er Jahre: Da sein alleinerziehender Vater, ein fahrender Händler, keinen festen Wohnsitz hat, und er von den Kinderheimen, in denen er bislang war, als "nicht erziehbar" eingestuft wird, kommt der 13jährige Ernst Lossa (Ivo Pietzcker) in eine Nervenheilanstalt. Eigentlich soll er hier nur bleiben, bis sein Vater eine feste Arbeit und eine Wohnung gefunden hat. Doch dann merkt der Junge, dass kranke und behinderte Insassen auf Befehl von Klinikleiter Dr. Veithausen (Sebastian Koch) getötet werden. Er weiß, dass es nicht nur seine neuen Freunde, sondern auch ihn selbst jederzeit treffen kann. Und so gibt es für ihn nur einen Ausweg: die Flucht!

Mit "Nebel im August" beschäftigt sich Regisseur Kai Wessel mit einem extrem düsteren Kapitel des NS-Regimes: dem sogenannten Euthanasie-Programm, dem in deutschen Nervenheilanstalten zwischen 1939 und 1944 mehr als 200.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Anhand des wahren Schicksals des 13jährigen Ernst Lossa werden die grausamen Vorkommnisse in einem packenden Drama thematisiert. Das ist harter Stoff, der nicht immer einfach zu ertragen ist. Dennoch ist es Wessel gelungen, den Zuschauer aufzuwühlen, ohne ihn mit der Schwere der Geschichte völlig zu erdrücken.

Man könnte dem Film nun vorwerfen, dass dies dadurch erreicht wird, dass die Geschichte doch eher konventionell erzählt wird und nicht ganz frei von Klischees ist, wobei gerade bei einigen Charakteren eine etwas zu eindimensionale Zeichnung festgestellt werden kann. Doch auch wenn dieser Kritikpunkt zutreffen mag, so ändert das wenig an der enormen Kraft dieses Dramas. Kai Wessel hat einen wichtigen Film inszeniert, der wütend macht, der einen zum Weinen bringen kann, der sich aber auch Zeit für ein paar etwas leichtere Momente nimmt, in denen sich so etwas wie ein kleiner Hoffnungsschimmer zeigen darf.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen hier die Schauspieler, allen voran der während des Drehs gerade einmal 12jährige Ivo Pietzcker ("Jack"), der die verschiedenen Facetten von Ernst Lossa absolut glaubhaft verkörpert und gerade in sehr schwierigen Szenen ein enorm großes Talent offenbart. Aber auch Fritzi Haberlandt als gute Seele der Anstalt und Henriette Confurius in der undankbaren Rolle des eiskalten Todesengels hinterlassen bleibenden Eindruck. Das gesamte Ensemble sorgt, auch unterstützt von Ausstattung, Kamera oder Musik, dafür, dass "Nebel im August" zu einem extrem intensiven Werk geworden ist.

Es ist schwierig, einen solchen Film als sehenswert zu empfehlen. Keine Frage, es ist ein großes, sehr gutes und wichtiges Werk – aber eben auch ein sehr, sehr schwieriges. Man muss bereit sein, sich mit diesem grausamen Thema auseinandersetzen zu wollen, denn das Gesehene ist wirklich schwer wieder abzuschütteln. Allerdings zeigt genau das auch, welche Kraft dieser Film hat. Und deshalb gibt es dann auch ein ganz klares: Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Nebel im August (Deutschland/Österreich 2016)"
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