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No turning back

No turning back

Großbritannien/USA 2013 - mit Tom Hardy ...

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Locke
Genre:Drama
Regie:Steven Knight
Kinostart:19.06.2014
Produktionsland:Großbritannien/USA 2013
Laufzeit:ca. 84 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.noturningback.de
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Eigentlich ist Ivan Locke (Tom Hardy) nicht nur als Familienvater und Ehemann, sondern auch in seinem Job als Bauleiter eine absolut verlässliche Haut. Doch ausgerechnet am Vorabend der wichtigsten Betonlieferung für das Fundament der Großbaustelle, die er beaufsichtigt, macht sich Ivan aus dem Staub. Die lange Autofahrt von Birmingham nach London versucht er zu nutzen, um in endlosen Telefonaten die Ordnung in seinem Leben, die er sich so sorgfältig aufgebaut hat, aufrecht zu erhalten. Er gibt sein Bestes, um seinen Chef zu beruhigen, seinen jungen Kollegen darauf vorzubereiten, die Leitung der Betonlieferung zu übernehmen und seine Frau davon zu überzeugen, bei ihm zu bleiben. Doch je näher London kommt, desto deutlicher wird, dass Ivans Leben am Ende dieser Autofahrt nicht mehr das Selbe sein wird und ihn das, was in London auf ihn wartet, alles kosten könnte, wofür er bisher gelebt hat…

"No turning back" ist auf verschiedenen Ebenen ein mutiges und beeindruckendes Werk. Zugegeben, es ist nicht der erste Film, der auf sehr beengtem Raum spielt und nur von einem Darsteller getragen wird. Ähnliches gab es etwa bei dem Thriller "Buried" mit Ryan Reynolds zu sehen. Was Steven Knights Autobahn-Drama im direkten Vergleich etwas mutiger macht, ist die Tatsache, dass "No turning back" keine klassischen Spannungselemente bedient, sondern sein fesselndes Potential dadurch zu erreichen versucht, dass die Zuschauer einen ganz normalen Mann dabei beobachten, wie er versucht, die großen Folgen eines kleinen Fehlers einzudämmen und wie er im Verlauf dessen mehr und mehr die Kontrolle über sein Leben verliert.

Die Atmosphäre, die Knight aufbaut, ist absolut bedrückend und in gewisser Weise auch fesselnd. Allerdings weckt diese auch die Erwartung an einen ganz großen Paukenschlag, der niemals wirklich kommt. Es passiert wirklich nicht mehr, als dass Locke im Auto sitzt und telefoniert. Wer sich von der Geschichte mehr erhofft oder zumindest eine überraschende oder emotional intensive Auflösung erwartet, der wird hier garantiert enttäuscht. Denn "No turning back" ist eine in jeder Hinsicht simpel gehaltene One-Man-Show, die aber genau dadurch gut funktioniert – sofern man sich darauf einlassen kann. Denn das, womit Ivan Locke hier zu kämpfen hat, kann theoretisch auch jedem Zuschauer passieren – im Gegensatz zu dem etwa, was Ryan Reynolds in "Buried" durchmacht. Und diese atmosphärisch dicht inszenierte Realitätsnähe kann dann auch sehr wohl als spannend empfunden werden.

Doch ganz gleich, ob man nun von dem Geschehen gefesselt wird oder das Ganze nur als einschläfernde Langeweile empfindet, die herausragende Leistung von Tom Hardy ist in jedem Fall unbestreitbar. Wie Ivan Locke verzweifelt versucht, immer ruhig und besonnen zu bleiben, auch wenn seine Gesprächspartner ausrasten oder ihn beschimpfen, ist ebenso intensiv gespielt, wie die kurzen Einblicke in die Abgründe von Lockes Seele, die er dann offenbart, wenn er wütende Zwiegespräche mit seinem verstorbenen Vater führt. Hardy zeigt hier wirklich eine großartige Darstellung, die den Film auch über die zahlreichen Längen rettet.

Stellt sich nur noch die Frage, ob man dieses Werk wirklich im Kino sehen muss. Während bei "Buried" der dunkle Kinosaal die klaustrophobische Atmosphäre des Films noch verstärkt hat, gibt es bei "No turning back" keinen einzigen Aspekt, der durch das Ansehen auf der großen Leinwand auf irgendeine Art intensiviert wird. Wer sich also dafür entscheidet, eine Kinokarte für dieses Kammerspiel zu lösen, der sollte unbedingt mit den richtigen Erwartungen an den Film herangehen. Es sollte weder visuell, noch dramaturgisch mehr erwartet werden, als realitätsnahe Schlichtheit. Wem das ausreicht, der bekommt auf jeden Fall einen tollen Tom Hardy für sein Geld geboten. Und unter diesen Voraussetzungen hat das Drama dann auch ein ganz klares "Sehenswert" verdient!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "No turning back (Großbritannien/USA 2013)"
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