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Nymphomaniac Vol. I & II - DVD

Nymphomaniac Vol. I & II - DVD

Dänemark/Deutschland/Frankreich/Großbritannien 2013 - mit Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgård, Stacy Martin, Shia LaBeouf, Christian Slater u.a

Filminfo

Originaltitel:Nymphomaniac Vol. I & II
Genre:Drama
Regie:Lars von Trier
Verkaufsstart:20.11.2014
Produktionsland:Dänemark/Deutschland/Frankreich/Großbritannien 2013
Laufzeit:ca. 232 Min. / Directors Cut: ca. 313 Min.
FSK:ab 16 Jahren / Directors Cut: ab 18 Jahren
Anzahl der Disc:2
Sprachen:Englisch, Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (2.35:1)
Extras:Interviews, Trailer
Regionalcode:2
Label:Concorde Home Entertainment
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Amazon Link : Nymphomaniac Vol. I & II - DVD

Film: Der zurückgezogen lebende Junggeselle und leidenschaftliche Angler Seligman (Stellan Skarsgård) findet an einem kalten Winterabend in einer Gasse vor seiner Wohnung die brutal zusammengeschlagene Joe (Charlotte Gainsbourg). Da sie nicht möchte, dass er die Polizei einschaltet oder einen Arzt ruft, nimmt Seligman die übel zugerichtete Frau mit in seine Wohnung, wo er ihre Wunden versorgt. Dabei beginnen die Beiden eine lange Unterhaltung über Joes Leben, in dem schnell klar war, dass sie eine Nymphomanin ist. In acht Etappen erzählt Joe vom frühen Erwachen ihrer Sexualität, von der Beziehung zu ihrem Vater (Christian Slater), ihren ersten sexuellen Erlebnissen als junges Mädchen (Stacy Martin), ihrer ersten Beziehung mit Jerome (Shia LaBeouf) und von der stetig steigernden Schwierigkeit, sexuelle Erfüllung zu finden, was schließlich in sadomasochistische Neigungen ausartet. Je länger Joe erzählt, desto mehr verdichten sich ihre Schilderungen zu einem verstörenden Psychogramm und einer ungewöhnlichen Lebensgeschichte, bei der ein Happy End unmöglich zu sein scheint…

Mit seinem Zweiteiler "Nymphomaniac" wird Regisseur Lars von Trier seinem Ruf als unbequemer Provokateur und unangepasstes Enfant Terrible der internationalen Arthaus-Szene wieder einmal mehr als gerecht. Besonders die mitunter sehr expliziten Sexszenen sorgten schon lange im Vorfeld für Aufsehen. Diese inszenierte von Trier mal mit Prothesen, mal mit Pornodarstellern, deren Intimbereiche als Körperdouble für die renommierten Schauspieler herhalten mussten. Doch die beiden Teile einzig auf ihre Sexszenen zu reduzieren, würde dem Film nicht gerecht werden.

Denn von Triers Bildsprache, das Spiel mit Farben, der subtil eingesetzte Humor und einige offensichtliche Zitate aus seinem eigenen Oeuvre machen dieses überlange Psychogramm zumindest für solche Zuschauer, die den Regisseur schätzen, absolut sehenswert. Gerade wenn Seligman Joes sexuelle Eskapaden mit den Regeln des Angelns gleichsetzt, gibt es einige visuell exzellente und auf seine spezielle Art auch amüsante Szenen. Es kann von Trier auch nicht abgesprochen werden, dass er einige Bilder schafft, die sich in das Gedächtnis der Zuschauer regelrecht einbrennen und dort einen bleibenden Eindruck hinterlassen, ob das einem nun gefällt oder nicht.

Allerdings schießt der Filmemacher mit seiner Lust an der Provokation auch immer wieder übers Ziel hinaus. Dies gilt besonders für den Director`s Cut, dessen noch deutlichere Sexszenen für die Dramaturgie nicht wirklich notwendig gewesen wären. Zudem hat der zweite Teil eine extrem verstörende Szene zu bieten, die unschöne Erinnerungen an von Triers kontroversen "Antichrist" aufkommen lässt. Solche Szenen scheinen keinerlei dramaturgischen Mehrwert zu haben und einzig als Schockmoment eingesetzt worden zu sein, was trotz der vielen starken Aspekte der beiden Filme am Ende einen unangenehmen Nachgeschmack hinterlässt.

Zudem stellt sich auch die Frage, ob wirklich knapp vier bzw. über fünf Stunden nötig sind, um diese Geschichte zu erzählen. Sicherlich ist der Abstieg in die dunklen Tiefen der Psyche der Nymphomanin Joe auf einer Ebene durchaus interessant, vielschichtig und sehr gut ausgearbeitet. Auf der anderen Seite aber ist das Ganze eben auch sehr sperrig und langatmig (die ersten Minuten des Films etwa sind nur ein mit dezentem Sound untermaltes Schwarzbild). So ist der Film weder etwas für Zuschauer, die mit dem Werk des Regisseurs bislang nicht bekannt sind, noch etwas für zarte Gemüter. Da aber die Schauspieler wirklich überzeugen können (besonders Stacey Martin als junge Joe liefert eine bemerkenswerte Darstellung ab), die verspielte Bildsprache mitunter regelrecht fasziniert und die Geschichte sehr starke Momente hat, gibt es für alle Arthaus-Liebhaber, die provokante Herausforderungen zu schätzen wissen, ein klares: Sehenswert!

Bild + Ton: Eine gute Gesamtschärfe, warme Farben, stimmige Kontraste und eine ordentliche Detaildarstellung sorgen dafür, dass die visuelle Umsetzung des Zweiteilers auf DVD einen rundum positive Gesamteindruck hinterlässt. Der Ton liegt als atmosphärischer Dolby Digital 5.1 Mix vor, bei dem vorrangig die Frontalkanäle genutzt werden. Für ein echtes Surround-Feuerwerk ist das Geschehen einfach viel zu ruhig. Doch kleinere Umgebungsgeräusche oder Soundeffekte sorgen durchgehend dafür, dass auch im Mehrkanal-Bereich ein wenig Leben zu spüren ist. Gut!

Extras: Als Bonus gibt es auf der zweiten Disc Interview mit Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgård, Stacy Martin und Shia LaBeouf mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 43 Minuten. Das ist nicht gerade viel für so ein kontroverses und umfangreiches Werk. Doch insgesamt sind diese Interviews nicht gänzlich uninteressant!

Fazit: "Nymphomaniac" ist eine überlange Psychostudie, mit der sich Regisseur Lars von Trier wieder einmal als Provokateur und unangepasstes Enfant Terrible der internationalen Arthaus-Szene. Ob in der knapp vierstündigen Kinofassung oder im über fünf Stunden langen, expliziteren und auch verstörenderen Director`s Cut, die zwei Teile des Dramas sind Nichts für von Trier Neulinge, zarte Gemüter oder Zuschauer, die ansonsten nur das Mainstream-Kino gewöhnt sind. Ein Film, den man lieben oder hassen wird – dazwischen gibt es nicht viel. Wer Lars von Trier und seinen sehr eigenwilligen Stil schätzt, der wird auch an diesem Werk nicht vorbeikommen. Und für solche Zuschauer gilt dann auch: Trotz erheblicher Längen durchaus empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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