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On the Road – Unterwegs

On the Road – Unterwegs

USA/Großbritannien/Frankreich 2012 - mit Garrett Hedlund, Sam Riley, Kristen Stewart, Amy Adams, Kirsten Dunst, Viggo Mortensen u.a

Filminfo

Originaltitel:On the Road
Genre:Drama
Regie:Walter Salles
Kinostart:03.10.2012
Produktionsland:USA/Großbritannien/Frankreich 2012
Laufzeit:ca. 140 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.unterwegs-derfilm.de
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"Unterwegs", der Kultroman von Jack Kerouac, der zum Manifest für die Beat-Generation geworden ist, galt lange Zeit als unverfilmbar. Regisseur Walter Salles ("Die Reise des jungen Che") hat sich an das schwierige Unterfangen gemacht, die Worte von Kerouac, die das Lebensgefühl einer ganzen Generation ausgedrückt und geprägt haben, adäquat in eine ganz eigene Filmsprache umzusetzen. Auch wenn bezweifelt werden darf, dass sein Film einen ähnlichen Einfluss haben wird, wie die Buchvorlage, so kann dem Filmemacher doch insgesamt eine gelungene Adaption attestiert werden.

"On the Road - Unterwegs" erzählt von dem jungen Nachwuchsschriftsteller Sal Paradise (Sam Riley), der nach dem Tod seines Vaters in eine tiefe Schaffenskrise fällt. In dieser Zeit lernt er den charismatischen Dean Moriarty (Garrett Hedlund) kennen, der mit seiner Art eine extreme Faszination auf Sal ausübt und ihn somit aus seiner Lethargie heraus reißt. Gemeinsam machen sich die Beiden auf den Weg in den Westen, eine Reise, die gezeichnet ist von Drogen, Sex, Jazz und der unendlichen Weite ihrer eigenen Gedankenwelt. Und jeder Tag, den Sal auf dieser Reise mit Dean und den anderen Weggefährten wie Deans großer Liebe Marylou (Kristen Stewart), seiner jungen Ehefrau Camille (Kirsten Dunst) oder dem exzentrischen Old Bull Lee (Viggo Mortensen) verbringt, bringt ihn näher zu einem Ziel, das sich langsam vor seinen Augen manifestiert….

So schwierig es war, das Buch für eine Filmversion zu adaptieren, so schwierig ist es, deren Inhalt in ein paar kurzen Sätzen zusammen zu fassen. Denn die Geschichte und Aussage des Films sind sehr vielschichtig, entstehen aus dem Zusammenspiel aus Bildern und Text und dem, was zwischen den Zeilen steht. Das zu entziffern, setzt allerdings eine gewisse Vorkenntnis über die gesellschaftlichen, politischen und künstlerischen Hintergründe der Beat Generation voraus, was gerade bei einem jüngeren Publikum als Problem erweisen könnte. Denn wenn es nicht gelingt, in der Geschichte, in Sals Off-Kommentaren oder auch in der Musik den Ausdruck eines ganz besonderen Lebensgefühls zu erkennen, könnten weite Teile des Films als belanglos und regelrecht langweilig angesehen werden.

Dies ist allerdings vor allem in der Komplexität und Bedeutung der Romanvorlage begründet. Denn an sich hat Walter Salles einen sehr guten Film inszeniert, der mit starken Darstellern, großartigen Bildern und einem überzeugenden Darstellerensemble punkten kann. Doch so gut Sam Riley ("Control"), Garrett Hedlund ("Tron: Legacy") und sogar die oftmals aufgrund ihrer doch recht eingeschränkten mimischen Wandlungsfähigkeit gescholtene Kristen Stewart auch spielen, die Charaktere bleiben insgesamt eher sperrig und emotional unzugänglich. Dass dies in gewisser Weise gewollt und für die Geschichte von Bedeutung ist, ändert nichts an der Tatsache, dass der Film durch die emotional verkrüppelten Figuren nur wenig Bindung zum Publikum aufbauen kann. Das mag dann gelingen, wenn man das Buch und die Zeit, in der es entstanden ist, kennt. Doch wer sich einfach nur völlig unvoreingenommen auf den Film einzulassen versucht, dem könnte die Gefühlskälte, die oberflächlich betrachtet von einigen der Figuren ausgeht, dieses Unterfangen äußerst schwer machen.

"On the Road - Unterwegs" ist handwerklich sehr gutes Kino, das visuell und schauspielerisch über jeden Zweifel erhaben ist. Doch allen Stärken zum Trotz wirkt das Ganze am Ende irgendwie belanglos und von der Wirkung und Bedeutung, die dem Buch nachgesagt wird, ist nur vereinzelt etwas zu spüren. Keine Frage, es gibt ganz großartige Momente, wie etwa den Auftritt von Viggo Mortensen, und Szenen, die in ihrer Einfachheit extrem bewegen. Doch es fehlt das gewisse Etwas, mit dem der Film nachhaltigen Eindruck hinterlassen kann. Daher gilt: wer das Buch kennt und liebt, der sollte sich den Film auf jeden Fall ansehen, alleine schon, um zu sehen, ob das Buch tatsächlich unverfilmbar ist. Auch ansonsten kann ein "Sehenswert" ausgesprochen werden, allerdings nur für Liebhaber von amerikanischen Arthaus-Dramen, die sich auf etwas sperrige und langatmige Kost einlassen können.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "On the Road – Unterwegs (USA/Großbritannien/Frankreich 2012)"
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